Es ist nicht nur eine nächtliche Ruhestörung, wenn der Partner schnarcht, denn das grauenhafte Geräusch kann ernsthaft die Gesundheit gefährden.

Schnarchen ist wahrscheinlich mit das Schlimmste, was man einem Bettgenossen antun kann, und rangiert auf der Unbeliebtheitsskala ganz weit oben. Entgegen der breiten Meinung ist Schnarchen keineswegs nur ein Problem, das Frauen mit Männern haben. Schnarchende Frauen sind nämlich gar nicht so ungewöhnlich: Zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr schnarcht jede Vierte, ab einem Alter von 60 Jahren sogar jede zweite Frau.
Warum wir schnarchen
Das Schnarchgeräusch entsteht dadurch, dass das Gaumensegel, das Nasen- und Mundhöhle voneinander trennt, durch den Atem zum Schwingen gebracht wird. Dies passiert besonders leicht, wenn durch den Mund geatmet wird oder wenn der Rachenraum durch geschwollene Mandeln, verstopfte Nebenhöhlen oder eine schiefe Nasenscheidewand verkürzt oder verkleinert wird. Zusätzlich fällt infolge schlaffer Mund- und Rachenraummuskeln die Zunge zurück und kann den hinteren Gaumen und damit die oberen Atemwege komplett verschließen. Die Anstrengung, durch die verengten Atemwege Luft zu holen, führt zu den typischen nächtlichen Geräuschen, die manchen Partner flüchten lässt.

Atemstillstand

Während des Schnarchens werden weniger Überträgerstoffe ausgeschüttet, die für den Atemantrieb benötigt werden. Dadurch setzt die Atmung aus – für bis zu zwei Minuten und bis zu 400-mal pro Nacht. Dadurch wird das Gehirn ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Die Sauerstoffsättigung im Blut kann so auf bis zu nur mehr 60 % sinken.

Zum Vergleich: Wenn bei einer Narkose im Operationssaal die Sauerstoffsättigung unter 90 % fällt, geht der Alarm los und es wird sofort zusätzlich beatmet.

Körpereigenes Alarmsignal

Angst, nachts im Schlaf zu ersticken, muss man aber nicht haben. Denn wenn der Körper registriert, dass der Sauerstoffgehalt im Blut absinkt, löst das Gehirn ebenfalls sofort Alarm aus: Puls und Herzfrequenz steigen und der Patient wacht auf, um Luft zu holen. Die körpereigene Weckreaktion äußert sich meist als besonders lauter Schnaufer, den allerdings nur der Bettpartner registriert.

Starke körperliche Belastung

Die Atemaussetzer, Apnoe genannt, können bis zu 2 Minuten dauern. Eine lange Zeit, in der das Gehirn unterversorgt wird, Stresshormone freigesetzt werden, der Blutdruck ansteigt und es nicht selten zu Herzrhythmusstörungen kommt. Das Risiko von Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall als Folge von exzessivem Schnarchen liegt bei über 50 %. Eine Schlafapnoe ist also eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit.

Auswirkungen auf den Tag

Nicht nur der Bettpartner hat durch das Schnarchen eine unruhige und nicht erholsame Nacht.

Die zahlreichen Aufweckreaktionen beim Schnarcher führen ebenso zu Unkonzentriertheit, Kopfschmerzen und einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit. Für manche Berufe allerhöchste Gefahr – Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf bei einem Berufsfahrer stellen beispielsweise eine extrem hohe Gefahr dar.

Schnarchhilfe aus der Apotheke

Das Nasenpflaster wird quer über die Nase geklebt und erweitert dadurch die Nasenflügel. Mehr Luft kann durch die Nase und weniger Luft durch den Mund eingeatmet werden. Bei vielen Schnarchern bringt es Erleichterung. Auch Rachen- und Nasensprays mit Hyaluronsäure zur Befeuchtung des Gaumensegels können den Luftstrom verbessern und die Schnarchgeräusche lindern. Am besten hilft diese Methode, wenn man nur in Rückenlage schnarcht.

Schlafmaske – wenn nichts mehr hilft

Das CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure) ist eine Maske, die die Nase abdeckt und an ein Gebläse angeschlossen ist. Damit wird ein leichter Überdruck erzeugt, der verhindert, dass die Atemwege nachts zusammenfallen, wodurch die Atemaussetzer zustande kommen. Das Gerät verhindert so recht zuverlässig das lästige Schnarchen.