Händewaschen und das Verwenden eines Handdesinfektionsmittels können die Ansteckungsgefahr während der Erkältungszeit deutlich reduzieren.

Bakterien und Viren finden sich auf vielen Dingen, die wir im Alltag anfassen: am Einkaufswagen, auf dem Smartphone oder in der U-Bahn. Die Hände brauchen wir auch zum Naseputzen und zur Begrüßung. Zudem neigen wir dazu, uns dauernd ins Gesicht zu fassen. Das erleichtert es Keimen, über die Augen oder die Schleimhäute in den Körper zu dringen. Bedenklich ist in der Schnupfensaison auch, dass sich jeder Mensch im Durchschnitt 6-mal pro Stunde an der Nase berührt. Die Keimübertragung beim Händeschütteln kann man sich daher gut vorstellen.

 Händewaschen als Krankheitsprophylaxe

Häufiges Händewaschen kann in der Erkältungssaison das Ansteckungsrisiko daher deutlich reduzieren. Erkältungsviren gelangen nämlich vorwiegend von den Händen – etwa beim Händeschütteln – über die Schleimhäute von Nase oder Mund in den Körper. Noch besser ist es, gezielt desinfizierende Mittel zu benutzen, die nicht nur vor Erkältungs- sondern auch vor bestimmten Magen-Darm-Viren schützen können.

Richtiges Händewaschen

Sehr heißes Wasser kann die Haut leicht schädigen; besser ist daher lauwarmes Wasser. Der keimreduzierende Effekt beim Händewaschen ist ohnedies eher ein mechanischer, wenn die Keime von der Hand abgespült werden. Wichtig ist es, gerade in der kalten Jahreszeit, die Hände gut zu pflegen. Das Waschen mit Wasser und Seife schädigt nämlich die Schutzbarriere der Haut, wodurch Fette aus der Haut ausgespült werden. Eine gute Handcreme ist daher Pflicht in der Erkältungszeit.

 Mindestens 30 Sekunden

Um einen keimreduzierenden Effekt zu erzielen, müssen die Hände wirklich gründlich gewaschen werden. Zum einen ist dabei die Zeit ein wichtiger Faktor – mindestens 30 Sekunden gilt als Basis – andererseits müssen die Fingerkuppen, Nagelbetten und vor allem die Fingerzwischenräume mit Seife gründlich eingerieben werden, denn dort finden sich in der Regel die höchsten Keimzahlen. Ein kurzes Abspülen der Hände mit heißem Wasser bringt daher nicht den gewünschten Effekt.

 Smartphone als Keimquelle?

Wir benützen alle unsere Smartphones auch mit Fingern, die gerade noch ein Taschentuch berührt haben. Sehr hygienisch ist der Touchscreen des Telefons daher eigentlich nicht. Trotzdem kann Entwarnung gegeben werden. An der glatten Oberfläche der Smartphones halten sich Viren nur sehr schlecht. Wenn man daher in der Erkältungssaison häufiger an das Händewaschen denkt, spielt die unvermeidliche Verunreinigung dieser Flächen als Quelle für Erkrankungen auch keine Rolle. Desinfizieren ist daher nicht notwendig! 

Händedesinfektionsmittel – der große Unterschied

Desinfektionsmittel können viruzid und begrenzt viruzid wirken. Letztere wirken gegen behüllte Viren. Diese sind nämlich relativ instabil und daher gegen die gängigen Händedesinfektionsmittel mit alkoholischen Komponenten empfindlich. Sind die Viren jedoch unbehüllt, können reiner Alkohol oder ein einfaches Desinfektionsmittel meist nichts ausrichten. Hier braucht man schon ein Desinfektionsmittel, das auch in Krankenhäusern verwendet wird. Vorsichtig muss man auch sein, wenn der Vermerk „wirksam gegen 99 % der Bakterien“ das Werbesujet für das Handdesinfektionsmittel ist, denn gerade Erkältungen werden ja durch Viren ausgelöst. Diese Desinfektionsmittel eignen sich daher nicht zur Verhinderung einer Ansteckung.