Im letzten Drittel einer Schwangerschaft kann es zu hohem Blutdruck und unerwünschter Eiweißausscheidung über den Harn kommen. Werden diese Symptome einer so genannten Präklampsie nicht behandelt, könnte das lebensbedrohend für Mutter und Kind werden. Nun ist es der MedUni Wien in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School gelungen, einen neuen Ansatz zur Früherkennung zu entwickeln. Dabei wird das für den Histaminabbau im Körper mitverantwortliche Enzym Diaminoxidase (DAO) im Blut gemessen.

Ein Zuviel an Histamin kann von allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. In der medizinischen Forschung weiß man seit langem, dass das Enzym Diaminoxidase (DAO) Histamin abbauen kann. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Enzym DAO auch von der Plazenta des Kindes erzeugt wird, was den hohen DAO-Wert von schwangeren Frauen erklärt. In Studien hat sich außerdem gezeigt, dass jene Patientinnen, die später an Präklampsie erkrankten, schon in der 10. Schwangerschaftswoche signifikant weniger DAO im Blut hatten. Die Krankheit manifestiert sich daher bereits in der Frühschwangerschaft, bevor überhaupt noch Symptome auftreten. Mit frühzeitigen Messkontrollen der DAO-Werte im Blut von Schwangeren kann man daher rechtzeitig eingreifen und das Leben von Mutter und Kind schützen.

(Scientific Reports, Volume 8, Article Number: 6342 2018)