Gesundheitswiki

--->
<---
--->
<---
Abwehrkräfte bei Kindern

Auch wenn es bei Eltern immer den Anschein macht, ihre Kinder würden aus Kindergarten und Schule ständig neue Krankheiten mit nach Hause bringen und sehr oft krank werden, so täuscht das nur. Erwachsene sind genau so oft krank wie Kinder.

Trotzdem muss das Immunsystem von Kindern auf äußere Einflüsse erst trainiert werden und den Umgang mit Viren und Bakterien erlernen.

Eine sterile Umgebung ist dabei jedoch überhaupt nicht förderlich. Studien haben bewiesen, dass Kinder von übervorsichtigen Eltern später eher Nachteile haben. So ist das Risiko hoch, dass sie im Laufe Ihres Lebens schneller und verstärkter anfällig für Allergien und anderen Krankheiten sind. Der Körper eines Kindes muss erst lernen Antikörper zu bilden, die dann als gute Abwehr gegenüber Erregern dienen.

Die Körperabwehr gleicht einer Armee mit verschiedenen Soldaten. Die einen (=Antikörper) bekämpfen jeweils nur ganz spezifische Feinde, während die anderen (=bestimmte Zellen im Blut) unspezifisch gegen Eindringlinge (z.B. Viren, Bakterien, Pilze) vorgehen. Von einer Autoimmunerkrankung spricht man, wenn die Abwehr gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.

Impfungen

Die wichtigsten medizinische Maßnahme zur Krankheitsvorbeugung sind Impfungen. Sie haben das Ziel, den Geimpften vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. Die modernen Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen werden nur in den seltensten Fällen beobachtet. Durch eine Impfung kommt der Organismus mit abgetöteten oder abgeschwächten Krankheitserregern bzw. mit Bestandteilen von Krankheitserregern in Kontakt. Der Körper beginnt daraufhin Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden, welche bewirken, dass bei einer entsprechenden Infektion die Krankheiten nicht oder nur in abgeschwächter Form ausbricht. Die aktuellen Impfempfehlungen werden in Österreich vom Obersten Sanitätsrat erstellt und sind bei Gesundheitsämtern, Ärzten/Innen und Apothekern/Innen zu erfragen. 

Allgemeine Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems

 

Räumen Sie Ihrem Kind Erholungsphasen ein. Ständige Hektik wirkt sich schlecht auf das Immunsystem aus. Ruhige Tätigkeiten wie Vorlesen, Kuscheln und Musik hören zählen dazu.

Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind ausreichend bewegt. Dadurch können Kinder (und Erwachsene) ihr Immunsystem in Schwung halten und sich so besser vor Krankheiten schützen. Lassen Sie also Ihren kleinen Schatz herumlaufen, hüpfen und ausgelassen spielen. Ist Ihr Kind ein Bewegungsmuffel, so sollten Sie versuchen es durch gemeinsame Aktivitäten zu animieren.

Gehen Sie so oft wie nur möglich mit Ihrem Kind an die frische Luft (z.B. Spielplatz, Entdeckungsreise in den Wald), dadurch werden die Zellen mit ausreichend Sauerstoff versorgt.

Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken. Bei Flüssigkeitsmangel steigt die Infektionsgefahr und Bakterien oder Viren können einfacher durch die trockenen Haut eindringen.

Die Wohnung sollte möglichst oft gelüftet und generell zur rauchfreien Zone erklärt werden. Besonders während der Heizperiode ist für ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Halten Sie die Temperaur im  Kinderschlafzimmer nicht über 18 °C und lassen Sie das Kind lange genug schlafen. Als Richtwert gilt: 11 bis 12 Stunden für Kinder zwischen einem und drei Jahren und 10 bis 11,5 Stunden bei vier bis sechsjährigen Kindern.

Rauchen Sie nicht in Gegenwart von Kindern, denn dann sind sie erwiesenermaßen auch weniger krank als Kinder die ständig dem Zigarettenrauch ausgesetzt sind.

Bestimmen Sie regelmäßige Essenszeiten und eine stressfreie Atmosphäre bei Tisch. Kochen Sie ausgewogen und gesund mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen.

Achten Sie in sinnvollen Maßen auf die Hygiene. Hatten die Kinder Kontakt zu Fremden, Berührungen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder haben sich gerade die Nase geputzt, dann sollten sie dringend ihre Hände waschen.

In Zeiten des erhöhten Vitaminbedarfes (z.B. Grippezeit, Wachstum) bzw. wenn Ihr Kind kein Obst und/oder Gemüse essen will, kann die Gabe von für Kinder geeigneten Multivitaminpräparaten sinnvoll sein. Wir beraten Sie dazu gerne!

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe können die Bereitschaft des Körpers zur Infektabwehr erhöhen. Solche Immunsystem-anregende Stoffe sind z.B. enthalten in Knoblauch und Zwiebel, sowie in Hülsenfrüchten und Senfölen (in Kresse, Meerrettich etc.).

In vielen Heilpflanzen konnten Substanzen nachgewiesen werden, die eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben. Dazu gehören u.a. Hagebutten, Roter Sonnenhut (Echinacea) und Lebensbaum (Thuja occidentalis).

 

Ernährungsmedizinische Tipps für das Immunsystem

Basis der Ernährung von Kindern sollte eine ausgewogene Mischkost sein, die ausreichend Eiweiß enthält (Kinder: ca. 1,6g pro kg Körpergewicht/Tag - ein mittleres Ei liefert z.B. 6,7g Eiweiß), da dieser Nährstoff u.a. ein wichtiger Bestandteil der Abwehrzellen ist. Gute Eiweißquellen sind u.a. magere Fleischsorten, Fisch, Milch und Milchprodukte, Eier sowie Hülsenfrüchte.

Weiters sollten verschiedenste Obst- und Gemüsesorten sowie Vollkornprodukte auf dem täglichen Speiseplan der Kinder stehen, denn diese Lebensmittel enthalten eine Fülle von lebensnotwendigen Vitaminen (v.a. C, E, A, B6, B12, Folsäure), Mineralstoffen (z.B. Calcium, Magnesium) und Spurenelementen (u.a. Zink, Selen), welche die Basis für ein gut funktionierendes Immunsystem darstellen.

Allergien

Der Begriff Allergie stammt vom griechischen "allos" (d.h. Veränderung des ursprünglichen Zustandes) und kann als eine Erkrankung der körpereigenen Abwehr bezeichnet werden. Das Risiko eine Allergie zu entwickeln ist zum Teil genetisch verankert. Allergieauslöser (Haare, Hautschuppen, Schimmelpilze, Pollen etc.) können mit der Luft auf die Haut, Schleimhäute und die Atemwege gelangen bzw. mit der Nahrung oder durch einen Insektenstich aufgenommen werden. Beim Erstkontakt mit dem Allergen, welches der Körper als fremden Eindringling identifiziert, wird die körpereigene Abwehr aktiviert und Antikörper produziert. Die Symptome zeigen sich jedoch erst bei neuerlichem Kontakt mit demselben Allergen.

Die Symptome

Bei einer allergischen Reaktion werden aus einer (Mast-)Zelle gespeicherte Tröpfchen freigesetzt, die Histamin enthalten. Das Histamin löst dann die typischen Beschwerden einer Allergie aus, welche sich individuell unterschiedlich äußern: 

  • Nase: Juck- und Niesreiz, allergischer Schnupfen (klares und dünnflüssiges Sekret), Schwellung der Nasenschleimhaut (schlechtere Atmung)              
  • Augen: Juckreiz, tränende Augen, allergische Bindehautentzündung
  • Bronchien: Husten, Pfeifen oder Brummen beim Ausatmen, Verengung der Luftwege, Bronchitis, Asthma bronchiale
  • Haut: Quaddeln, rote Flecken, Schwellungen, ausgedehnte entzündliche Veränderungen mit nässenden Flecken und Ablösung der obersten Hautschichten
  • Verdauungstrakt:  Erbrechen, Durchfälle, Zungenbrennen, Halskratzen, Juckreiz am Gaumen und Hals, Sodbrennen, Gastritis, Darmentzündung
  • Kreislaufsystem: Blutdruckabfall, Herzrasen, systemisch akuter Notfall (anaphylaktischer Schock)

Auslöser

Auslöser von Allergien sind die Allergene – häufig Proteine, sehr häufig Enzyme. Es gibt eine Vielzahl von Allergenen und sie können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden:

  • nach der Allergenquelle (Tierhaarallergene, Pollenallergene, Hausstaubmilbenallergene)
  • nach der Art des Kontakts mit den Allergenen (Inhalationsallergene, Nahrungsmittelallergene)
  • nach dem Pathomechanismus, durch den die Allergene eine allergische Reaktion auslösen (IgE-reaktive Allergene, Kontaktallergene)
  • nach der Frequenz ihrer Erkennung durch IgE-Antikörper in Haupt- und Nebenallergene
  • nach ihrer Aminosäure-Sequenz in bestimmte Allergengruppen (Gruppe-5-Graspollenallergene) oder in bestimmte Proteinfamilien (Lipocaline, Profiline)

Möglichkeiten der Therapie

Folgende Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung:

Allergenkarenz

Das entsprechende Allergen zu meiden ist die beste und sicherste Therapiemethode. Leider ist eine Karenz nicht immer leicht durchzuführen, vor allem bei Allergenen in der Luft (Pollen, Schimmelpilze …).

Medikamentöse Prophylaxe und Therapie

Spezielle Tabletten, Nasensprays, Augentropfen und homöopathische Globuli können bei rechtzeitiger Anwendung allergischen Symptomen vorbeugen. Die lokale Behandlung stützt sich v.a. auf sogenanne Antihistaminika, die in der Lage sind, die entzündliche Wirkung zu vermindern. Sie heben die Wirkung des freigesetzten Histamins auf. Kortison als Salbe oder Spritze, vom Arzt verschrieben, hat sich bei Hautreaktionen bewährt.

Die Medikamente wirken schnell und haben geringe Nebenwirkungen und werden deshalb oft auch in der Langzeitbehandlung eingesetzt. Dennoch sollte eine  medikamentöse Therapie erst dann zum Einsatz kommen wenn alle Möglichkeiten der Karenz ausgeschöpft sind. 

  • Moderne Antihistaminika haben sich in der Wirksamkeit und der Wirkdauer verbessert.
  • Bei akuten allergischen Reaktionen helfen vor allem Kortisontabletten. Ihr(e) Arzt/Ärztin entscheidet über die richtige Dosierung.
  • Bei einem „allergischen Schock“ ist eine Therapie mit Antihistaminika nicht ausreichend sondern eine Zufuhr von Adrenalin in Form einer Injektion bzw. eines Sprays ist nötig. Situationsabhängig werden u. a. Kortison sowie kreislaufunterstützende Maßnahmen angewandt.
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte an an Ihre(n) Arzt/Ärztin bzw. ApothekerIn!

Spezifische Immuntherapie - Hyposensibilisierung

In der spezifischen Immuntherapie werden über einen Zeitraum von ca. 2 – 3 Jahren langsam ansteigende Dosen des Allergens, gegen das die betroffene Person sensibilisiert ist, entweder unter die Haut gespritzt (subkutan) oder als Tropfen über die Mundschleimhaut unter der Zunge (sublingual) verabreicht. Im Lauf der Zeit kann dadurch eine Schwächung der Allergie bewirkt werden. In der Regel hat sich der Körper nach 3 Jahren an das Allergen "gewöhnt".

Arzneitee

Arzneitees und Heiltees bestehen fast komplett aus Heilkräutern und Pflanzen, die Heilwirkstoffe enthalten, und werden zur Linderung und Heilung von Krankheiten eingesetzt.  

Wirkung von Arzneitees

Die Einnahme von Heilpflanzen und Heilkräutern in Form eines Teeaufgusses ist die älteste Methode in der medizinischen Krankheitsbehandlung.

Der Arzneitee hat einen sehr hohen Stellenwert als begleitende Medizin:
Bei Alltagsbeschwerden und zur Linderung von Infekten und Krankheiten sind Heilkräuter in Form von Arzneitees nicht wegzudenken. Unübertroffen wirken diese Tees auf die Gesundheit, wenn schweißtreibende, durchspülende oder auch desinfizierende Wirkungen beabsichtigt sind, beispielsweise bei Atemwegsinfekten (z.B. mit Bronchialtee) oder einer Blasenentzündung (z.B. mit Brennnesseltee)
Dank der Jahrtausenden alten Erfahrungswerte über Arzneitees und neuester Erkenntnisse der modernen Pflanzen-Medizin (Phytotherapie) lassen sich so viele Erkrankungen sanft mit Heilkräutern und -pflanzen behandeln; auch wenn Krankheiten schulmedizinisch therapiert werden müssen, trägt eine ergänzende Behandlung mit Arzneitee zur rascheren Gesundung bei.

Arzneitees sind bei uns in verschiedenen Formen (als Teegemisch, Filterbeutel oder Instanttee) erhältlich.

Häufige Infekte und die dazu passenden Heilkräuter:

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von häufig bei Infektionskrankheiten verwendeten Heilkräuter und deren Wirkungen: 

Erkältungskrankheiten

Anis, Efeu, Eibisch, Fenchel, Linde, Primel, Salbei, Spitzwegerich, Süßholz, Thymian und Weide wirken schleimlösend, reizlindernd, schleimverflüssigend, fiebersenkend und entzündungshemmend.

Verdauungsstörungen

Angelikawurzel, Anis, Enzianwurzel, Fenchel, Kamille, Kümmel, Mariendistel, Pfefferminze und Schafgarbe wirken appetitanregend, galletreibend, verdauungsfördernd, blähungstreibend und krampflösend. 

Nervosität und Schlafstörungen

Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse wirken beruhigend, schlaffördernd, entspannend und antidepressiv.

Herz- und Kreislaufbeschwerden

Herzgespann und Weißdorn wirken herzstärkend und beruhigend. 

Harnwegserkrankungen

Bärentraubenblätter, Birke, Brennnessel, Hauhechel, Orthosiphon und Schachtelhalm wirken harntreibend, antibiotisch, entschlackend und entzündungshemmend.

Babypflege

Hier finden Sie zahlreiche Tipps und Tricks rund um die Babypflege, damit sich Ihr Baby rundum wohlfühlt, denn nichts ist schöner als ein glückliches, zufriedenes Baby.

Eigenschaften der Babyhaut

Bei Babys ist der Feuchtigkeitsgehalt der Haut höher und die Schweißbildung (Kühlung) vermindert. Außerdem ist die Melaninbildung noch gering und somit fehlt auch der natürliche Sonnenschutz der Haut. Durch die noch kleinen Talgdrüsen ist die Anfälligkeit gegenüber Reizstoffen wie Speichel und Exkremente vergrößert. Die Infektanfälligkeit ist erhöht, weil die Schutzbarriere "Haut" noch nicht ganz ausgereift ist. Daher gilt es bei der Pflege einiges zu beachten: 

Baden

Erst wenn der Nabel abgeheilt ist und keine Infektionsgefahr mehr besteht, sollte das erste Bad stattfinden. Es genügt, das Kind 1 – 2 mal pro Woche zu baden. Prinzipiell sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Babypflege nehmen, Ihr Kind genießt diesen Haut- und Sozialkontakt! 

  • Die Raumtemperatur sollte bei 25 °C, die  Wassertemperatur bei  36 – 37 °C liegen.
  • Am Anfang genügt eine Badezeit von 5 Minuten.
  • Bei Babys unter 3 Monaten genügt pures Wasser, ältere Babys sollten mit milden und rückfettende Badezusätzen oder in Badewasser mit etwas Olivenöl gebadet werden.
  • Trocknen sie das Baby nach dem Bad sanft aber gründlich ab, cremen Sie es mit einer milden, rückfettenden Babylotion ein und ziehen Sie Ihr Kind zügig an.

Waschen

  • An Tagen, an denen nicht gebadet wird, reicht es, wenn Sie Ihr Baby mit Waschlappen und klarem, lauwarmen Wasser waschen.
  • Das Baby nicht mit kalten Händen anfassen, eventuell den Raum oder Waschplatz vor dem Ausziehen erwärmen und Zugluft vermeiden.
  • Die Haut nicht mit Seife oder alkoholhaltigen Kräuterauszügen abreiben, Creme- und Puderreste vorsichtig mit Babyöl entfernen und mit warmem Wasser abwaschen.
  • Babyshampoo erst verwenden, wenn der Kopf voll mit Haaren bewachsen ist. Davor waschen Sie den Kopf mit klarem Wasser und einem weichen Waschlappen.
  • Trocknen sie das Baby nach dem Waschen wieder gut und vorsichtig ab. Arme, Beine, Rumpf mit einer rückfettenden Lotion und den Po mit einer Salbe oder Paste eincremen. Bei leicht fettiger Haut genügt pudern.
  • Die Ohren sollten sanft ausgewischt werden, am besten mit der Spitze eines Papiertaschentuches. Auf keinen Fall sollten Sie herkömmliche Wattestäbchen in den Gehörgang des Babys einführen.
  • Benutzen Sie niemals Creme und Puder gleichzeitig. Die dadurch hervorgerufene Krümelbildung kann Hautrötungen verursachen.

Empfindliche und kranke Haut

Bei Babys mit empfindlicher und kranker Haut (Ausschläge, Ekzeme) ist eine spezielle Pflege notwendig:

  • Benutzen Sie Körperpflegemittel aus reinen Natursubstanzen. Synthetische Zusatzstoffe (wie z.B. Konservierungs-, Aroma-, Farbstoffe) können Allergien auslösen.
  • Verwenden sie spezielle Babypflegeprodukte und tragen Sie diese nicht zu dick auf.
  • Hat Ihr Baby trockene und juckende Haut, sollten Sie es täglich mit einer Basis-Creme eincremen. Zum Baden sollten Sie rückfettende, parfümfreie Ölpflegebäder verwenden.
  • Nach dem Waschen die Haut nur abtupfen und sofort eincremen.
  • Mit Babyöl können Sie verkrustete Milchschorf-Stellen aufweichen.
  • Wählen Sie luftige Kleidung aus Naturfasern (Baumwolle oder Seide).
  • Benutzen Sie Waschmittel sparsam und verzichten Sie auf Weichspüler. Spülen Sie die Wäsche mit klarem Wasser nach.

Nützliche Tipps

  • Stellen Sie beim Wickeln sämtliche Pflegeprodukte in Reichweite, so können Sie vermeiden, dass Ihr Baby vom Wickeltisch fällt.
  • Verzichten Sie auf Feucht- und Ölpflegetücher, sie sind überwiegend parfümiert, oft klebrig bzw. ölig und hinterlassen spür- und riechbare Spuren. Benutzen Sie einen Waschlappen, das ist umweltfreundlicher und günstiger.
  • Babyöle aus natürlichen Pflanzenölen (z.B. aus Avocado, Ringelblumen oder Besam) sind zu empfehlen, Produkte mit synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen am besten meiden.
  • Damit die Kleinen sich nicht zerkratzen, ist eine regelmäßige Nagelpflege (Babyschere) notwendig.
  • Säubern Sie Mädchen immer von der Scheide zum Po, so dass keine Darmbakterien in die Scheide gelangen können.
  • Da bei kleinen Jungen die Vorhaut in den ersten Jahren noch unelastisch ist, dürfen Sie sie nicht zurückschieben. Das kann zu Verletzungen und Entzündungen führen.
  • Setzen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr keinen direkten Sonnenstrahlen aus. Der Lichtschutzmechanismus der Haut funktioniert noch nicht und die Sonnenbrandgefahr ist somit sehr hoch. Verwenden Sie lichtdichte Kleidung und Sonnenhüte. Benutzen Sie für unbedeckte Stellen eine spezielle Sonnencreme.
  • Im Winter sollten Sie eine wasserarme Wind- und Wettercreme verwenden.
Bachblüten

Die Bachblütentherapie ist ein in den 1930er Jahren von dem britischen Arzt und Forscher Edward Bach (1886–1936) begründetes und nach ihm benanntes alternativmedizinisches Verfahren. Laut Bachs zentraler These beruhe jede körperliche Krankheit auf einer seelischen Gleichgewichtsstörung. Eine Heilung könne nur durch eine Harmonisierung auf dieser geistig-seelischen Ebene bewirkt werden.

Allgemeines

Mit Bachblüten können negative Emotionen in ihren positiven Gegenpol verwandelt werden. Dabei werden sie nicht unterdrückt, sondern umgewandelt.
Bachblüten sind frei von Nebenwirkungen und vertragen sich mit jeder schulmedizinischen und homöopathischen Therapie.

Sie werden zur Harmonisierung psychischer Stress-Situationen, bei Lebenskrisen, Lernschwierigkeiten, Beziehungskonflikten, Schlafstörungen, Allergien sowie nicht-spezifischen Angst- und Schmerzzuständen eingesetzt.

Herstellung

Die Essenzen werden bis heute in Großbritannien hergestellt. Die Pflanzen wachsen dort an geschützten Plätzen. Die Blüten-Essenzen können auf verschiedene Art und Weise gewonnen werden:

  • Sonnenmethode: Die morgens gepflückten Blüten werden für etwa drei bis vier Stunden in eine mit Bachwasser gefüllte Schale gelegt und diese in die Sonne gestellt. So sollen die Schwingungen der Blüten in das Wasser gelangen. Danach werden die Blüten herausgesiebt und das Wasser zur Hälfte mit Alkohol versetzt.
  • Kochmethode: Die Pflanzenteile werden eine halbe Stunde in Wasser erhitzt. Diese Methode wird für holziges Pflanzenmaterial oder bei Pflanzen angewendet, die zu einer sonnenarmen Jahreszeit blühen. Auch hier werden die Blüten abgesiebt und das Wasser zur Hälfte mit Alkohol versetzt.

Welche sind die richtigen Bachblüten für mich?

Sie können die richtigen Blüten für sich bei akuten seelisch belastenden Situationen leicht selbst mit Hilfe unseres Bachblütentests herausfinden. 
Dagegen sollten Sie sich bei bei chronischen seelischen Disharmonien professionell beraten lassen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Rescue-Tropfen

Die Notfalltropfen sind eine Kombination von 5 Bach-Blüten, die sich in dieser Mischung besonders für akute Notfallsituationen eignen. Sie wurden von Dr. Bach selbst als Kombinationsmittel zusammengestellt. Diese Blütenkombination ist fertig gemischt erhältlich.
Folgende Blüten sind darin enthalten:

  • Cherry Plum - Gegen die Angst, die Kontrolle zu verlieren
  • Clematis - Bei Neigung zu geistiger Abwesenheit 
  • Impatiens - Harmonisierend bei psychischem Stress und Unruhe
  • Rock Rose - Wohltuend bei Verzweiflung und Panik
  • Star of Bethlehem - Ausgleich der inneren Balance bei psychischen Verletzungen

Die Notfalltropfen sind als erste Hilfe in emotional belastenden Situationen gedacht. Ein Notfall kann in diesem Fall ein schwerer Unfall oder auch ein unerfreulicher Brief sein. Wenn ein kleines Kind sich eine Beule geholt hat helfen sie ebenso wie bei einer Kündigung oder dem Tod von nahe stehenden Personen. Tipp: Im Notfall können 2-4 Tropfen des Rescuekonzentrates direkt auf die Zunge aufgetropft werden. Die Einnahme als Konzentrat sollte aber nicht zu einer ständigen Gewohnheit werden. Auch bei einer längeren Einnahme entsteht keine Abhängigkeit.

Einnahmeempfehlung

Bachblüten können auf verschiedene Arten und Weisen eingesetzt werden. Das hängt davon ab, ob der Zustand akut oder chronisch ist und ob die Anwendung innerlich oder äußerlich erfolgen soll.  Aus den in der Apotheke erhältlichen Urtinkturen können Einnahmelösungen hergestellt werden.

Einnahmeflasche (Tropfen)

Zur Behebung chronischer und mittelfristiger Zustände ist die regelmäßige Einnahme von Tropfen zu empfehlen. Sie erhalten die einnahmefertige Lösung in unserer Apotheke. Nehmen Sie, wenn nicht anders verordnet, 4 mal täglich 4 Tropfen ein. Sie können die Tropfen auch ins Getränk oder Essen geben. Lösungen auf Alkoholbasis halten etwa 3 – 4 Wochen, auf Wasserbasis ca. 1 Woche.

Wasserglasmethode

Für stark ausgeprägt, akute Zustände und zur kurzfristigen, tageweisen Einnahme (1-4 Tage). In ein Glas Leitungswasser je 2 Tropfen der ausgewählten Bach-Blüten geben und umrühren. Das Blütenwasser in kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinken.

Salben

Zur äußeren Anwendung stellen wir Ihnen gerne eine Salbe aus den ausgewählten Bachblüten her. Cremen Sie die betroffene Stelle regelmäßig ein.

Weitere Möglichkeiten:

  • Vollbad
  • Puranwendung auf der Haut (vor allem Notfalltropfen)
  • Bei Tieren: im Trinkwasser
  • Bei Pflanzen: im Gießwasser

Bei der richtigen Blütenauswahl sollte innerhalb 24h eine Akutsituation relativ entschärft sein. Bei chronischen Situationen können manche oder auch alle Symptome kurzfristig verstärkt auftreten (Erstverschlimmerung). Dies ist bereits als Beginn des Heilungsprozesses anzusehen.

Cholesterinspiegel

Cholesterin erfüllt im menschlichen Organismus wichtige Aufgaben. Es ist Bestandteil der Zellwände und dient als Vorstufe für die Synthese von Hormonen (wie Östrogen, Cortison), Vitamin D und Gallensäuren (letztere sind z. B. für die Fettverdauung notwendig). In der Haut (bis zu 24 % des Hautfettes), im Gehirn, in den Nebennieren, in den Eierstöcken, in der Milz und im Blut findet sich besonders viel Cholesterin.

Ist jedoch die Cholesterinkonzentration im Blut zu hoch, so kann dies gefährlich werden: Durch Ablagerung an den Gefäßwänden kann deren Durchblutung gestört oder ganz unterbrochen werden - Schlaganfall oder Herzinfarkt können die Folge sein.

Aufgrund falscher Ernährung und mangelnder Bewegung treten in der Bevölkerung westlicher Industrieländer häufig erhöhte Blutcholesterinspiegel auf, begleitet oft auch von Übergewicht, Diabetes Typ-II und Bluthochdruck. In diesem Fall spricht man von "metabolischem Syndrom".

Cholesterin wird über die Nahrung aufgenommen. Es ist allerdings nur in tierischen Lebensmitteln enthalten, u.a. in Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte und Eiern. Gemeinsam mit anderen Fetten und fettlöslichen Vitaminen wird Cholesterin aus dem Darm ins Blut aufgenommen und zur Leber transportiert.

Unsere Körperzellen sind, auch wenn kein Cholesterin über die Nahrung aufgenommen wird (z. B. bei strengen Vegetariern), in der Lage Cholesterin selbst zu bilden, um so den Bedarf des Körpers zu decken. Pro Tag werden - vorwiegend in der Leber und im Darm - ca. 600 bis 900 mg Cholesterin hergestellt.

Bei einem Überangebot an Nahrungscholesterin wird normalerweise einerseits die Synthese im Körper begrenzt und andererseits vermehrt Cholesterin in Gallensäuren umgebaut und über den Darm ausgeschieden.

20-25% aller Menschen können, bedingt durch einen genetischen Defekt, die Eigensynthese bei hoher Nahrungscholesterinzufuhr nicht drosseln. Sie reagieren auf hohe Cholesteringehalte in der Nahrung mit hohen Blutcholesterin-Werten. Diese vererbte Neigung zu erhöhtem Cholesterinspiegel bezeichnet man als "familiäre Hypercholesterinämie"

Wie hoch sollte der Cholesterinspiegel idealerweise sein?

Gemessen wird der Cholesterinwert - also die Summe aller Cholesterin-Fette - durch einen einfachen Bluttest. Bei erhöhtem Gesamt-Blutcholesterinwert kann im Labor separat der Anteil an "schlechtem" LDL-Cholesterin und an "gutem" HDL-Cholesterin bestimmt werden. Ein höherer HDL-Anteil im Vergleich zum LDL-Anteil veringert das Risiko von Folgerkrankungen. Das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL sollte bei maximal 3 liegen (150:50 = 3,0; 180:30 = 6,0).

Beachten Sie die Cholesterin-Faustregel: 1% weniger Cholesterin bedeutet eine Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) um 2%.

Idealerweise sollte die Blutfettwerte folgende Werten haben:

  • Gesamtcholesterin: weniger als 200mg/dl
  • HDL: bei Frauen mehr als 45mg/dl; bei Männern mehr als 35 mg/dl
  • LDL: weniger als 160mg/dl
  • Lipoprotein(a): weniger als 0,25g/l
  • Triglyceride: 50-150mg/dl

LDL (Low Density Lipoproteins) - "schlechtes" Cholesterin:

Die LDL-Partikel versorgen die Körperzellen mit Cholesterin, können sich aber auch an den Arterienwänden ablagern. Je mehr LDL im Blut, desto schneller kann sich eine Artheriosklerose (Gefäßverkalkung) entwickeln. Verstärkt wird dieser Prozess, wenn die LDL´s durch aggressive Sauerstoffmoleküle oxidiert werden (Antioxidantien wie z.B. Vitamin E schützen vor dieser Oxidation). Diese veränderten LDL-Partikel können in weiterer Folge auf die Zellwand zerstörend wirken und zu verstärkter Ablagerung führen. Vor allem eine Kost mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren kann zu einem Anstieg der LDL-Konzentration führen.

HDL (High Density Lipoproteins) - "gutes" Cholesterin:

Die HDL weisen eine hohe Dichte (= viel Protein und wenig Fett) auf. Sie sind Gegenspieler von LDL, da sie für den Abtransport von Cholesterin aus den Zellen und Gefäßwänden, zurück zur Leber, zuständig sind. In der Leber wird dann das Cholesterin z.B. zu Gallensäuren abgebaut.

Durch welche Maßnahmen kann der Cholesterinspiegel gesenkt werden?

Folgende Faktoren beeinflussen den Cholesterinspiegel:

Bewegung

Regelmäßige Bewegung senkt den LDL- und erhöht den HDL-Spiegel. Sie sollten ca. 3 mal pro Woche jeweils mindestens 30 Minuten mäßig intensive Bewegung betreiben. Vor Beginn des Trainingsprogramms sollten Sie eine(n) Arzt/Ärztin konsultieren - er/sie kann Ihnen u.a. auch Tipps geben, welche Sportarten für Sie am geeignetsten sind und in welchem Pulsbereich Sie trainieren sollen. 

Nikotin

Wer mit dem Rauchen aufhört, kann seinen HDL-Spiegel bis zu 10 % erhöhen.

Ernährung

Durch eine konsequente Ernährungsumstellung lässt sich der Gesamtcholesterinspiegel um bis zu 15 % senken, dabei sind folgende Grundlagen zu beachten:

  • Grundsätzlich gilt: weniger vom Tier und mehr von der Pflanze! (Tierische Fette sind reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin.)
  • Der Fettkonsum sollte maximal 30 % Ihrer konsumierten Gesamtenergiemenge ausmachen (bei 2200 kcal ca. 70 g Fett). Achten Sie darauf weniger gesättigte Fette und Trans-Fettsäuren aufzunehmen (Fleisch, Wurstwaren, Butter, Käse, Schokolade, Backwaren), dafür aber mehr "einfach ungesättigte Fettsäuren" (Raps- oder Olivenöl) oder "mehrfach ungesättigte Fettsäuren" (Distel-, Maiskeim- oder Fischöl). Wählen Sie fettarme Zubereitungsarten wie dämpfen oder dünsten. Die tägliche Cholesterinaufnahme sollte maximal 300 mg betragen.
  • Ballaststoffe können, indem sie die Ausscheidung von Gallensäuren fördern, dazu beitragen den Cholesterinspiegel zu senken. Deshalb sollten pro Tag 1 Vollkornprodukt (v. a. mit Hafer), 2 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst (besonders pektinhaltige Obstsorten wie Beeren, Äpfel, Birnen) und mehrmals pro Woche Kartoffeln und Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen) konsumiert werden.
  • Phytosterine senken LDL sowie das Gesamtcholesterin nachweislich. Natürliche Phytosterine sind in fettreichen Pflanzenteilen enthalten (z. B. Sonnenblumenkerne oder Sesamsaaten). In synthetischer Form werden sie u. a. Margarinen oder Milchprodukten zugefügt.
  • Reduzieren Sie, sofern notwendig, stetig Ihr Übergewicht durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung (Gewichtsverlust pro Woche ca. ½ kg).
  • Inhaltsstoffe von z. B. Knoblauch, Apfelsaft und Sojabohne können positiv auf den Cholesterinspiegel wirken.

Rotwein

Mäßiger Genuss von Rotwein (max. 1 - 2 Achtel) kann sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken, da bestimmte Inhaltsstoffe den Anteil an HDL erhöhen und gleichzeitig die schädigende Wirkung des LDL hemmen können. Bei zu viel Alkoholgenuss überwiegt jedoch seine schädigende Wirkung!

Cholesterinsenkende Nahrungsergänzung und Naturheilmittel

Freiverkäufliche Präparate zur Cholesterinsenkung (z. B. Artischocken-, oder Fischölpräparate) erhalten Sie in unserer Apotheke.

Cholesterinsenkende Medikamente

Bei einigen Patienten reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, die Werte entsprechend zu senken. Zur Verminderung des Cholesterinspiegels, um einem Herzinfarkt vorzubeugen oder Erkrankungen wie Angina pectoris oder Herzinsuffizienz zu behandeln, werden heute bevorzugt sogenannte "Statine" eingesetzt. Diese Stoffe verringern die Bildung des körpereigenen Cholesterins und können so nachweislich den Cholesterinspiegel um bis zu 30 % senken.

Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Grund dafür ist das Hormon Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Zuckergehalt im Blut nicht mehr richtig reguliert. Bei Diabetes Typ II wird dieses Hormon in zu geringen Mengen und beim Typ I-Diabetiker gar nicht mehr produziert.

Glukose, Insulin und Diabetes

Glukose ist Hauptbestandteil von Stärke, Zucker und Milchzucker und dient dem Körper vor allem als Energiequelle. Bestimmte Organe und Gewebe, wie Gehirn, Nierenmark und rote Blutkörperchen, decken ihren Energiebedarf praktisch ausschließlich aus Glukose.

Unser Körper ist bis zu einem gewissen Maße in der Lage, einen Überschuss an Glukose in Form von Glykogen zu speichern (in der Leber ca.150 g und im Muskel rund 250 g). Bei Bedarf kann aus dem Glykogen wieder Glukose gewonnen werden. Da jedoch der Vorrat nicht sonderlich groß ist, muss Glukose (am besten in Form von Brotwaren, Nudeln oder Reis) täglich dem Körper zugeführt werden.

Das Hormon Insulin, welches in den sogenannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, benötigt der Körper u. a. um die Glukose in die Zelle, dem eigentlichen Ort der Energiegewinnung, zu transportieren. Wird nun zuwenig oder gar kein Insulin produziert, so kann die Zelle Glukose nicht mehr aufnehmen und der Blutglukosespiegel steigt an.

Bei Diabetes ist der Körper nicht in der Lage, genügend Insulin zu produzieren oder das produzierte Insulin wirkt im Organismus nicht mehr so, wie es wirken soll. Dadurch kann es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel kommen, welcher auf Dauer für den gesamten Organismus schädlich ist. Es entstehen Defekte an Herz, Blutgefäßen, Nieren, Augen und Nervenzellen.

Übergewicht (v.a. Bauchfett), Fehlernährung (Weißmehlprodukte, Zucker, Süßspeisen, fette Milchprodukte und fettreiches Fleisch), Bluthochdruck, Rauchen sowie bestimmte Erbanlagen sind die wichtigsten Risikofaktoren für das Entstehen von Diabetes Typ 2.

Welche wesentlichen Formen des Diabetes unterscheidet man?

Die wichtigsten Formen des Diabetes sind Typ-I-Diabetes, Typ-II-Diabetes und Gestationsdiabetes: 

Typ-I-Diabetes

Typ-1-Diabetes, welcher vor allem Kinder und Jugendliche betrifft, ist gekennzeichnet durch einen absoluten Insulinmangel. Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden vermutlich durch einen genetischen Defekt, eine Autoimmunerkrankung (Selbstzerstörung von Zellen) oder einen Virusinfekt zerstört.

Symptome: Müdigkeit, dauernder starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust bei normaler Ernährung, Appetitlosigkeit

Therapie: Tägliche, lebenslange Zufuhr von Insulin (mittels Spritze), Bewegung sowie Ernährungsumstellung

Typ-II-Diabetes

Diesem Diabetes-Typ geht außer einer erblichen Vorbelastung eine jahrelange Fehl- und Überernährung voraus. Doch auch Kinder/Jugendliche erkranken in zunehmendem Maße am so genannten "Altersdiabetes".

Zuviel fettes und süßes Essen und zu wenig Bewegung führen zu einem Energieüberschuss im Körper, aus dem letztendlich Übergewicht resultiert. Insulin wird vermehrt ausgeschüttet, die Zellen gewöhnen sich daran und sprechen in weiterer Folge nur mehr schlecht auf das Hormon an. In den ersten Jahren der Erkrankung wird die Insulinproduktion noch weiter angekurbelt, um die mangelnde Wirkung auszugleichen (zu dieser Zeit ist der Diabetes noch nicht diagnostizierbar, da noch keine erhöhten Blutzuckerwerte vorliegen). Nach Jahren ermüdet dann die Bauchspeicheldrüse und ist nicht mehr in der Lage genügend Insulin zu produzieren. Erhöhte Blutzuckerwerte sind die Folge.

Symptome: Großes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, erhöhte Infektanfälligkeit, trockene Haut, Juckreiz, Sehstörungen, schlechte Wundheilung aufgrund schlechter Durchblutung, Müdigkeit (Leistungsabfall), depressive Verstimmung, Erektionsstörungen, Impotenz.

Aufgrund der zunächst geringen oder unspezifischen Symptome wird bei vielen Patienten der Diabetes-Typ-II erst viel zu spät diagnostiziert - im Durchschnitt fünf Jahre nach der Erkrankung.

Therapie: Bei einer nicht so extremen Stoffwechselentgleisung können mittels einer Änderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, mehr Bewegung, Diät) die Blutzuckerwerte gesenkt werden. Erst wenn trotz Umstellung des Lebensstils keine Besserung eintritt, finden vom/von Arzt/Ärztin verordnete Medikamente Anwendung. 

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

Dieser tritt erstmalig während der Schwangerschaft auf und verschwindet normalerweise wieder nach der Geburt. Er ist sowohl durch eine verminderte Insulinwirkung an der Zelle als auch durch eine geringere Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet. Der Gestationsdiabetes verursacht bei der werdenden Mutter üblicherweise keine Beschwerden. Der Blutzuckerspiegel muss jedoch in engen Grenzen gehalten werden um Schädigungen des Fötus zu verhindern. Vor allem in den ersten 6 - 8 Schwangerschaftswochen ist ein erhöhter Blutglukosespiegel mit einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen verbunden. Durch einen aktiven Lebensstil vor und während der Schwangerschaft kann dem Gestationsdiabetes vorgebeugt werden.

Wie wird der Blutzucker bestimmt und wie hoch sollte er sein?

Die Blutzuckerkonzentratin muss regelmäßig kontrolliert werden. Sie können Ihren Blutglukosespiegel bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder in der Apotheke testen lassen. Mittels eines kleinen "Pieks" an der Fingerkuppe wird Blut entnommen und sogleich auf einen Teststreifen aufgetragen - in wenigen Sekunden wird dann das Ergebnis angezeigt. Idealerweise sollten die Blutzuckerwerte nüchtern unter 90 mg/dl (4,4 bis 6,7 mmol/l) liegen, nach dem Essen unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Sollten bei Ihnen auffällige Werte festgestellt werden, so wird Ihr/e Arzt/Ärztin genauere Untersuchungen (z.B. Glukosetoleranztest) veranlassen. 

Welche gesundheitlichen Risiken sind mit Diabetes verbunden?

Man unterscheidet plötzlich auftretende Komplikationen und Spätkomplikationen:

Plötzlich entstehende Komplikationen:

Akut auftretende Komplikationen sind:

  • "Unterzucker": Ein zu niedriger Blutzuckergehalt (bei zu geringer Nahrungsaufnahme oder zu viel Sport). kann in letzter Konsequenz zu Bewusstlosigkeit führen. Warnsignale sind z. B. Herzrasen, Zittrigkeit, kalte Schweißausbrüche, Konzentrationsschwäche bis hin zur Verwirrtheit, Gereiztheit und Aggressivität. Im Notfall hilft ein Stück Traubenzucker.
  • Zuckerkoma (Ketoazidose bei Typ-I-Diabetes): Dieses stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar und ist auf einen Insulinmangel zurückzuführen.
  • Hyperosmolares Zuckerkoma: Es kann bei Typ-II-Diabetes, bedingt durch einen sehr hohen Blutzuckerspiegel, vorkommen

Spätkomplikationen:

Die Spätkomplikationen entwickeln sich erst nach einigen Jahren. Die wichtigsten sind dabei:

  • Diabetische Augenkrankheit (Retinopathie), welche zur Erblindung führt
  • Nervenentzündung (Polyneuropathie), die sich in Gefühlsstörungen an den Beinen äußert
  • Nierenerkrankungen
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) mit Durchblutungsstörungen und Hautveränderungen an den Beinen; Angina pectoris; Herzinfarkt; Schlaganfall; Bluthochdruck etc.
  • Potenzstörungen
  • Fettleber

 

Ernährungsempfehlungen für Diabetiker

Die noch vor wenigen Jahren gebräuchlichen "strengen Diätpläne", vor allem für den Typ-II-Diabetiker, sind heute nicht mehr zeitgemäß und üblich. Insulinabhängige Diabetiker müssen vom/von Arzt/Ärztin eingestellt werden und ihre Kohlenhydrataufnahme nach Broteinheiten berechnen (1 BE entspricht 12 g Kohlenhydrate).

Ernährungstipps

  • Heimisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte, Vollkornbrot, Nudeln aus Hartweizen oder Dinkel und Parboiled Reis lassen den Blutzuckerspiegel nicht so rasch ansteigen. Ein moderater Zuckerkonsum von 50g (bei 2.000 kcal Tagesenergiebedarf) ist zulässig - Honig ist ähnlich wie Haushaltszucker einzuordnen.
  • Jene Fettmenge, die pro Tag aufgenommen wird, soll bei 30-35% der Gesamtenergie liegen (max. 75 g bei 2.000 kcal). Einfach ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl, Mandelöl) und Omega-3-Fettsäuren (enthalten z. B. in fettreichem Fisch, Distelöl, Walnussöl) schützen die Blutgefäße, tierische Fette und Transfettsäuren (enthalten in Fertigprodukten, Backwaren, Frittiertem etc.) schaden ihnen hingegen und sind daher einzuschränken (7-10% der Tagesenergie).
  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag - für dazwischen eignet sich beispielsweise frisches, nicht zu reifes Obst, Vollkornweckerl oder fettarmes Joghurt. Wenn Sie unterwegs sind, sollten Sie sich eine kleine "Notration" mitnehmen - Vorsicht: Fast Food enthält zumeist sehr viel Fett und Salz und lässt zudem durch den oftmals hohen Gehalt an Weißmehl den Blutzucker steigen.
  • Vermeiden oder verringern Sie Übergewicht. Der Bauchumfang sollte beim Mann unter 94 cm und bei der Frau unter 80 cm liegen. Jeder cm mehr erhöht das Diabetesrisiko um 5%. Wird das Übergewicht beherrscht und das Bauchfett reduziert, so kommt es zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und der Glukoseverwertung.
  • Um krankheitsbedingten Mangelzuständen vorzubeugen, den Glukosestoffwechsel zu optimieren und diabetische Spätfolgen zu vermindern sollte u.a. auf die ausreichende Zufuhr von sämtlichen Vitaminen (C, A, E, D, ß-Karotin, B-Komplex), Mengen- und Spurenelementen (z. B. Magnesium, Chrom, Zink) sowie sekundären Pflanzeninhaltsstoffen geachtet werden. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind ideale Spender dieser Vitalstoffe. Gegebenenfalls können Sie auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen. Die Supplementierung sollte, seitens des Arztes/der Ärztin, unter Rücksichtnahme auf individuelle Bedürfnisse und das jeweilige Krankheitsbild des/der Patienten/in, erfolgen.
  • Die im Handel erhältlichen "Diabetikerlebensmittel" bringen, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, keine wesentlichen Vorteile für den Stoffwechsel von Diabetikern.
  • Verwenden Sie, wenn nötig, Süßstoffe, diese weisen eine höhere Süßkraft als Haushaltszucker auf (Cyclamat 30mal; Acesulfam-K 130 200mal; Aspartam 200mal; Saccharin bis zu 500mal) und liefern zudem keine Energie (Ausnahme: Aspartam = 3,1 kcal/g).
  • Ballaststoffe (z. B. in Obst & Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten) lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und können dazu beitragen den Cholesterinspiegel zu senken. Empfehlung: 40g/Tag (die Hälfte davon aus löslichen Ballaststoffen, enthalten in frischem Obst und Gemüse)
  • Versorgen Sie Ihren Körper mit ausreichend Flüssigkeit z.B. in Form von Trinkwasser, mildem/stillem Mineralwasser, ungezuckerten Früchte- bzw. Kräutertees oder verdünnten 100%igen Fruchtsäften.
  • Besuchen Sie eine Diabetikerschulung (angeboten z.B. von vielen Krankenkassen)! Dort lernen Sie den Umgang mit der Krankheit (Zuckermessung, Ernährungsberatung, Fußpflege etc.) und können mit anderen Betroffenen Erfahrungen austauschen.

Sonstige Tipps - Bewegung

Sorgen Sie für ausreichend Bewegung! Bewegung und Diät stellen die Grundsäulen der Diabetestherapie dar. Bewegung als Therapie sollte jedem Einsatz von Medikamenten vorausgehen.

Krafttraining vergrößert die Muskelmasse und Zucker wird vermehrt in die Muskulatur aufgenommen. Ausdauertraining hingegen verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zelle.

Als Bewegungsempfehlung gilt 3-7x/Woche 30-60 Minuten (insgesamt mindestens 150 Minuten) Ausdauertraining (Laufen, Rad fahren, Langlaufen, Wandern, Nordic Walking und Schwimmen). Zusätzlich sollten 2-3x/Woche jeweils 30 Minuten Krafttraining durchgeführt werden. Die exakte Dosierung des Trainings ist Voraussetzung für den Erfolg. Der Trainingsplan sollte mit dem/der behandelndem/n Arzt/Ärztin besprochen werden. Essen Sie eine Kleinigkeit vor dem Sport, damit es zu keiner Hypoglykämie (Unterzucker) kommt und nehmen Sie sich auf jeden Fall Traubenzucker und Getränke zum Sport mit.

Einnahmeempfehlungen

Die Einhaltung der Medikamentenverordnung (Dosierung, Art und Weise der Einnahme) ist von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg. Damit es zu keinen unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann, ist es wichtig, dass Sie Ihrem/r behandelnden Arzt/Ärztin alle Medikamente nennen, die Sie einnehmen (auch freiverkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel). Je genauer Sie die nachfolgenden Hinweise für die richtige Medikamenten-Einnahme einhalten, desto schneller werden Sie wieder gesund bzw. bessern sich Ihre Beschwerden.

Die wichtigsten Einnahmeregeln auf einen Blick:

  • Halten Sie sich an die von Ihrem/r Arzt/Ärztin vorgeschriebene Dosierung und nehmen Sie nicht einmal mehr oder einmal weniger vom Medikament ein.
  • Nehmen Sie die Medikamente "mit reichlich Flüssigkeit" d.h. mit ca. ¼ Liter klarem Wasser ein. Gründe dafür sind: 1. Für den Weitertransport des Arzneimittels in den Dünndarm benötigt der Magen ein „Signal der Füllung“, dieses kann durch Flüssigkeitszufuhr erzielt werden. 2. Einige Medikamente enthalten Säuren, welche die Speiseröhre verätzen können, falls Sie mangels Flüssigkeit, dort "hängen bleiben". 3. Bestimmte Inhaltsstoffe können nur dann richtig wirken, wenn sie mit reichlich Wasser eingenommen werden.

In welchen Zeitabständen sollten Sie die Medikamente einnehmen?

  • "1x am Tag" bedeutet, dass die verordnete Dosis einmal am Tag, immer zu einer bestimmten Uhrzeit (± 2 Stunden) einzunehmen ist.
  • "2x am Tag" heißt, dass die Dosis auf zwei Zeitpunkte aufzuteilen ist (alle 12 Stunden). Die Zeiten sind morgens (z. B. 7 Uhr) und abends (19 Uhr)  ± 1 Stunde genau einzuhalten. 
  • "3x am Tag" bedeutet eine Einnahme alle 8 Stunden. Einteilungsbeispiel: 7 Uhr, 15 Uhr, 23 Uhr. Die Zeitabstände sind auf ± ½ Stunde genau einzuhalten, damit es zu keinem Wirkverlust kommt.

Wann sollten Sie das Arzneimittel zu sich nehmen?

  • "Vor dem Essen" heißt, dass der Wirkstoff in den leeren Magen gelangen, mit viel Wasser nachgespült und so schnell den Dünndarm erreichen soll. Das entsprechende Medikament sollte mindestens 1 Stunde vor dem Essen eingenommen werden.
  • "Während des Essens" werden Medikamente eingenommen, die magenschädlich sind und nicht in Berührung mit der Magenschleimhaut kommen sollen.
  • "Nach dem Essen" bedeutet, dass der Speisebrei den Magen bereits verlassen haben muss. Das Medikament ist mindestens 2 Stunden nach dem Essen mit viel Wasser einzunehmen. Nahrung kann diese Medikamente unwirksam machen.

Weitere Tipps:

  • Medikamente immer mit reichlich Leitungswasser (ca. 1 Glas) und nicht mit Alkohol, Kaffee, Tee, Milch, kohlensäurehältigen Getränken oder Grapefruitsaft einnehmen.
  • Tabletten sollten nur dann geteilt werden, wenn eine Bruchlinie vorgegeben ist. Beide Hälften sollten gleich groß sein und somit gleich viel Wirkstoff enthalten. Zerbrochene Tabletten sind weniger lange haltbar und sollten daher rasch verbraucht werden.
  • Tabletten/Kapseln werden am besten im Stehen, bei leicht vorgebeugtem Kopf  (Kinn gegen die Brust bei ansonsten aufrechter Körperhaltung) und mit reichlich Wasser geschluckt. So kann die Tablette nicht im Rachen hängen bleiben.
  • Bei der Einnahme/Anwendung von Tropfen ist die vorgeschriebenen Tropfenanzahl einzuhalten. Befindet sich die Öffnung in der Mitte ist die Flasche senkrecht, bei seitlicher Öffnung schräg zu halten.
  • Ohrentropfen sollten körperwarm angewendet werden, halten Sie das Fläschchen deshalb vor der Anwendung einige Minuten lang in der Hand. Beim Einträufeln am besten die Ohrmuschel leicht nach oben ziehen und den Kopf etwas zur anderen Seite beugen.
  • Beim Einträufeln von Nasentropfen den Kopf leicht nach hinten beugen und gleichzeitig tief durch die Nase einatmen. Anschließend den Kopf sofort ein bis zwei Minuten nach vorne beugen.
  • Den Nasenspray immer in aufrechter Körperhaltung anwenden. Den Sprühkopf erst dann loslassen, wenn dieser aus der Nase entfernt wurde.
  • Bei Augentropfen den Kopf leicht nach hinten neigen, den Lidrand nach unten ziehen, die Flasche über das Auge halten und einen Tropfen in die Ausbuchtung des herunter gezogenen Unterlides fallen lassen. Berühren Sie keinesfalls das Auge mit der Flasche - Infektionsgefahr!
  • Tuben von medizinischen Cremen und Salben nicht aufrollen oder quetschen. Die Tube kann einreißen und der Inhalt durch den Kontakt mit Sauerstoff unbrauchbar werden. Weiters kann es zu Verunreinigungen mit Bakterien kommen.
  • Betreffend sachgemäßer Lagerung (trocken oder kühl) ist die Gebrauchsinformation zu beachten. Bei flüssigen Arzneimitteln gilt nach Öffnung das Haltbarkeitsdatum nicht mehr, sie müssen je nach Präparat binnen weniger Wochen bzw. Monaten aufgebraucht werden. Abgelaufene Medikamente können Sie in der Apotheke entsorgen, werfen Sie diese nicht in den Haushaltsmüll oder den Abfluss.
  • Praktische Hilfsmittel: Weckerarmbanduhren erinnern an die zeitgerechte Einnahme und Medikamenten-Dosierer  erleichtern den Überblick, wann welches Arzneimittel einzunehmen ist.

Für weitere Fragen steht wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Erfolgreich rauchfrei

Tabakrauch ist sehr gesundheitsschädlich.  Er enthält mehrere tausend chemische Verbindungen (z. B. Benzpyren, Nitrosamine, Blausäure, Stickoxide, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Formaldehyd, Schwermetalle wie Cadmium und Arsen) von denen mindestens 40 krebserregend sind.

 

Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid

Vor allem Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid haben besondere Auswirkungen auf unsere Gesundheit:

 

1. Tabak-Teer

Tabak-Teer legt mit der Zeit den Selbstreinigungsmechanismus der Luftröhre und der Bronchien lahm. Diverse Schmutzpartikel können sich dann ungehindert auf den Schleimhäuten ablagern und u.a. einen idealen Nährboden für Entzündungen bilden (z. B. Bronchitis).

 

2. Nikotin

Nikotin stresst und entspannt zugleich. Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen und beeinflusst durch seine pharmakologische Wirkung viele Organsysteme, vor allem aber die Blutgefäße. Auf das zentrale Nervensystem hat es folgende Wirkungen:

• Verbesserung der Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung

• Leichterer Umgang mit negativen Gefühlen

• Abnahme von Aggressivität und Ängstlichkeit

Vermeintlich bessere Stressbewältigung

Bessere Schmerztoleranz

• Stillung des Hungergefühls

3. Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid entsteht durch die unvollständige Verbrennung des Tabaks. Es blockiert den in den roten Blutkörperchen enthaltenen Blutfarbstoff (Hämoglobin), welcher den Sauerstoff von der Lunge zu allen Organen transportiert. Das bedeutet, dass vermehrt Kohlenmonoxid zu den Zellen transportiert wird und es zu einer Sauerstoffunterversorgung kommt.

Gesundheitsschäden durch das Rauchen

Bedingt durch die kontinuierliche Schadstoffbelastung und den chronischen Sauerstoffmangel kann es u.a. zu nachfolgenden Erkrankungen/Symptomen kommen:

Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Unspezifischen Herz-/Kreislauf-Funktionsstörungen (Herzjagen, Schwindel)

Herz- und Gefäßschäden (z. B. Raucherbein, Herzinfarkt, Schlaganfall)

• Atemwegserkrankungen (chronische Bronchitis, "Raucher"husten)

Krebserkrankungen (v. a. Lunge, Bronchien, Mundhöhle, Speiseröhre, Kehlkopf, Bauchspeicheldrüse, Leukämie, Niere, Harnblase und Gebärmutterhals)

• Magen- und Zwöffingerdarmgeschwüren

Steigender Infektanfälligkeit und Wundheilungsstörungen

• Geruchs- und Geschmackseinbußen durch Schleimhautveränderungen

Kopf- und Rückenschmerzen

Reizungen der Augenbindehaut sowie Schädigung der Netzhaut und des Sehnervs

Beeinträchtigung der männlichen Potenz und Störungen im weiblichen Hormonhaushalt (Zyklusstörungen)

in Kombination mit oralen Kontrazeptiva erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombose, Embolie)

2-3 Jahre verfrühtem Eintritt in die Wechseljahre

Frühzeitiger Faltenbildung; fahl-gelblicher Haut durch verminderte Durchblutung

Das Gesundheitsrisiko durch Pfeifen/Zigarren entspricht etwa jenem von mäßigen Zigarettenrauchern (weniger als 19 Zigaretten/Tag). Bei Zigarren- oder Pfeifenrauchern treten deutlich mehr Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Kehlkopfes auf.

Passivraucher sind sowohl dem Neben- als auch dem Hauptstromrauch ausgesetzt. Da die Verbrennung beim Nebenstromrauch nur unvollständig ist, enthält dieser die meisten verunreinigten Stoffe.
Passiv rauchende Kinder sind besonders gefährdet eine herabgesetzte Lungenfunktion, Atemwegserkrankungen (Asthma, asthmatische Bronchitis), Allergien und chronische Mittelohrentzündung etc. zu entwickeln.

Bei Nichtrauchern kann es in Folge des Passivrauchens u. a. zu herabgesetzter Widerstandskraft und verringerter Lungenfunktion, Irritationen der Augen, Atemwege und Schleimhäute, Kopfschmerzen, Husten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischer Bronchitis und zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko kommen. Bei Asthmatikern und Allergikern führt der Zigarettenrauch häufig zu Atemnot und Asthmaanfällen.

Schwangere, die rauchen, haben ein größeres Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt. Das Wachstum des Feten und in weiterer Folge das Geburtsgewicht des Neugeborenen ist oft gemindert (ca. 200 – 250g). Der Plötzliche Kindstod kommt bei gesunden Kindern rauchender Mütter 4x häufiger vor. Die Lungenfunktion der Kleinkinder ist deutlich vermindert und Erkrankungen der Atemwege kommen häufiger vor.

Als weitere mögliche Folgeschäden bei den betroffenen Kindern sind u. a. Verhaltensaufälligkeiten sowie Konzentrations- und Lernstörungen zu nennen.

Wie abhängig sind Sie?

Für die Entwicklung der Abhängigkeit wird die psychoaktive Wirkung von Nikotin im Zentralnervensystem verantwortlich gemacht. Der Grad der Abhängigkeit, welcher auch für die Art der Entwöhnungstherapie entscheidend ist, kann durch den Fagerström Test für Nikotinabhängigkeit bestimmt werden:

1. Wann nach dem Aufwachen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?
innerhalb von 5 Minuten (3)
6-30 Minuten (2)
31-60 Minuten (1)
nach 60 Minuten (0)

2. Fällt es Ihnen schwer, an Orten, an denen Rauchverbot besteht, nicht zu rauchen?
Ja (1)
Nein (0)

3. Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen?
die erste am Morgen (1)
andere (0)

4. Wie viele Zigaretten rauchen Sie im allgemeinen pro Tag?
bis 10 (0)
11-20 (1)
21-30 (2)
31 und mehr (3)

5. Rauchen Sie am Morgen im allgemeinen mehr als während des Tages?
Ja (1)
Nein (0)

6. Kommt es vor, dass Sie rauchen, obwohl Sie so krank sind, dass Sie den Tag überwiegend im Bett verbringen müssen?
Ja (1)
Nein (0)

Um den Gesamtscore zu erhalten, müssen Sie die zutreffenden Punktwerte addieren. Die Auswertung ist folgendermaßen:

0-2 Punkte:   sehr geringe Abhängigkeit

3-4 Punkte:   geringe Abhängigkeit

5    Punkte:   mittlere Abhängikeit

6-7 Punkte:   starke Abhängigkeit

8-10 Punkte: sehr starke Abhängigkeit

Tabakentwöhnung

Fangen Sie jetzt mit der Entwöhnung an! Ihre Abstinenz wird belohnt! Wer mit dem Rauchen aufhört wird bald merken, dass sich die körperliche Leistungsfähigkeit, das Geschmacks- und Geruchsempfinden, der Raucherhusten, das Hautbild und die Gelbfärbung der Finger und Zähne verbessert. Auch der Mundgeruch verschwindet, wodurch Ihre Attraktivität steigt! Als Ex-RaucherIn vermindern Sie aber vor allem das Risiko vorzeitig an tabakassoziierten Erkrankungen wie Herzinfarkt und Lungenkrebs zu sterben.
Zur effektiven Tabakentwöhnung gehören vor allem: der Wille aufzuhören, individuelle Beratung, Motivation, Verhaltenstherapie und eventuell medikamentöse Unterstützung.

Vor allem anfangs werden Sie mit Entzugserscheinungen rechnen müssen. Am häufigsten treten dabei Nervosität, Reizbarkeit, depressive Stimmung, Aggressivität, Angst, Konzentrationsstörungen, Unruhe und Schlafstörungen auf. Diese Symptome verschwinden zumeist nach 3-4 Wochen wieder, die psychische Abhängigkeit bleibt jedoch in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum bestehen.

1. Beratung

Die Beratung kann in Gruppen oder in Einzeltherapie erfolgen. Der/die RaucherIn muss sein/ihr Rauchverhalten analysieren und lernen, Gewohnheiten abzulegen und der Versuchung zu widerstehen.

Die Beratung beginnt mit der Raucheranamnese. Dauer des Rauchens, Entwöhnungsversuche und Rauchverhalten werden festgestellt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Spiegelrauchern und Spitzenrauchern. Spiegelraucher rauchen über den Tag verteilt gleich viel. Spitzenraucher können über mehrere Stunden abstinent bleiben, rauchen dann, wenn sie zur Zigarette greifen, aber sehr intensiv.

Anschließend folgt die Diagnostik, bei der das Ausmaß der Abhängigkeit mit dem Fagerström-Test und das Kohlenmonoxid in der Aus-Atemluft mittels Smokerlyzer bestimmt werden. Der Kohlenmonoxid-Wert (in ppm) steigt mit der Anzahl der pro Tag gerauchten Zigaretten.

2. Therapie

Die beiden wichtigsten Pfeiler der Therapie sind die Verhaltenstherapie und die medikamentöse Therapie.

In der Verhaltenstherapie werden Stress- und Bewältigungsstrategien sowie der Umgang mit Entzugserscheinungen und das Erlernen von Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe vermittelt. Risikosituationen werden besprochen und trainiert, damit es zu einer Entkoppelung von bestimmten Situationen und Rauchen (z. B. Kaffee + Zigarette) kommen kann.

Bei der medikamentösen Therapie findet vor allem die Nikotinersatztherapie Anwendung. Sie ist eine alternative Methode zur Aufnahme von Nikotin ohne zu rauchen. Bei den "Hilfsmitteln" (s.u.) setzt die Nikotinwirkung zumeist wesentlich später als beim Rauchen ein und die Nikotinkonzentrationen sind geringer. Die Dosis des Nikotinersatzpräparates wird, den Entzugssymptomen entsprechend, über einen gewissen Zeitraum stufenweise reduziert. Es stehen verschiedene Anwendungsformen zur Verfügung.

  • Pflaster: Die Wirkung tritt nach 2-4 Stunden ein. Über einen Zeitraum von 16-24 Stunden wird eine fixe Nikotindosis abgegeben. Nach 16-24 Stunden muss das Pflaster gewechselt werden, wobei das neue an einer anderen Stelle platziert werden soll.
  • Kaugummi: Nach ca. 20 Minuten tritt die Wirkung ein. Der Kaugummi soll langsam gekaut werden, da er die Mundschleimhaut reizen kann – zwischendurch den Kaugummi immer wieder in der Backentasche "parken".
  • Inhalator: Wirkungseintritt nach ca. 20 Minuten. Durch das Ansaugen der Luft wird Nikotin aus einer Kunststoffschicht freigesetzt. Nikotin gelangt über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf.
  • Nikotinspray wird direkt in die Mundhöhle eingesprüht und hat einen besonders schnellen Wirkeintritt

Darüber hinaus gibt es noch weiter spezielle Medikamente, die bei der Tabakentwöhnung helfen können.

3. Zusätzliche Entwöhnungshilfen

  • Denken Sie positiv: Rufen Sie sich in Erinnerung, dass es in Ihrer Hand liegt, mit dem Rauchen für immer aufzuhören.
  • Aktivieren Sie Ihre Vorstellungskraft: Malen Sie sich aus, wie Ihre Lunge mit jeder Minute die vergeht, aufatmet.
  • Lehnen Sie sich zurück, schließen Sie die Augen und atmen Sie ein paar Mal tief durch.
  • Holen Sie sich Unterstützung und Ermutigung bei Verwandten/Bekannten/KollegInnen.
  • Erkundigen Sie sich nach Raucherentwöhnungs-Spezialisten oder -Instituten.
  • Entfernen Sie Tabakwaren und Raucherutensilien aus Ihrem Gesichtsfeld.
  • Verändern Sie Ihre täglichen Gewohnheiten - trinken Sie z. B. statt dem Kaffee einen Tee.
  • Halten Sie sich möglichst wenig allein zu Hause auf.
  • Putzen Sie sich nach dem Essen die Zähne und genießen Sie den frischen Atem.
  • Schlürfen Sie langsam ein Glas Wasser mit Eiswürfeln. Wenn es leer ist, lassen Sie die Eiswürfel im Mund zergehen.
  • Meiden Sie besonders in der Anfangsphase die Gesellschaft von Rauchern.
  • Unternehmen Sie viel - vor allem Aktivitäten bei denen man nicht rauchen kann.
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht! Viele Ex-Raucher nehmen, wenn Sie ihr Essverhalten nicht umstellen und sich zuwenig bewegen, durchschnittlich um 3 kg an Gewicht zu. Nikotin hat nämlich den Stoffwechsel angeregt und so zu einem erhöhten Energiegebrauch (ca. 5%), im Verhältnis zum Nichtraucher, geführt. Außerdem werden durch das Rauchen Appetit und Hungergefühl gehemmt. Eine strenge Kontrolle des Essverhaltens v.a. der Fett- und Zuckerzufuhr sowie 2-3x/Woche mindestens 30 Minuten Bewegung können eine Gewichtszunahme verhindern.
  • Nehmen Sie etwas anderes als eine Zigarette in den Mund - kauen Sie zuckerfreien Kaugummi oder beißen Sie an einem Rohkost-Stängel (Karotte oder Sellerie).
  • Belohnen Sie sich mit einer Fitnesskarte, einer CD, einem Kino- oder Theaterbesuch.
  • Wenn das Verlangen groß ist, versuchen Sie bewusst etwas anderes zu tun oder nehmen Sie ein entspannendes Bad bzw. eine Dusche.
  • Beschäftigen Sie Ihre Hände z. B. mit Kreuzworträtsel lösen oder Bleistift spielen.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Erfolg dabei Nichtraucher zu werden!

 

 

 

Fit durch Bewegung

Körperliche Inaktivität stellt weltweit bereits die zweitgrößte Gesundheitsbedrohung dar. Insgesamt bewegen sich rund 60 bis 85% der Weltbevölkerung zu wenig.

Eine halbe Stunde moderates Ausdauertraining (Gehen, Rad fahren, Treppensteigen, Betätigung im Haushalt/Garten) würde laut Weltgesundheitsorganisation bereits ausreichen, um beispielsweise das Risiko einer Herzerkrankung um die Hälfte zu reduzieren und dazu beitragen, sowohl das körperliche als auch das geistige Wohlbefinden zu stimulieren.

Bewegung bringt Lebensqualität

Bewegung ist keineswegs eine nützliche Zugabe, um die Gesundheit zu verbessern. Vielmehr ist sie die Voraussetzung, die das normale Funktionieren des Menschen erst ermöglicht. Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Gesundheit, macht uns attraktiv und hält fit und jung.

Bewegung bewirkt u.a.:

  • die Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphinen) im Gehirn und die Bildung von Botenstoffen des zentralen Nervensystems (Neurotransmittern) wie z.B. Serotonin. Diese Stoffe helfen uns Stress abzubauen und belastende Situationen leichter zu bewältigen. Auch depressive Verstimmungen können verschwinden..
  • eine Stärkung des Immunsystems.
  • eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und des Erinnerungsvermögens.
  • eine Verminderung/Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes, Fettstoffwechsel), Osteoporose, Schäden des Halte- und Bewegungsapparates sowie bestimmten Krebserkrankungen (Dickdarm, Brust) .
  • die Regulierung bzw. Verminderung des Körpergewichtes.
  • eine Dämpfung des Hungergefühls.

"Wer rastet, der rostet" - in jedem Alter

Wir altern nicht chronologisch, sondern biologisch. Wenn man die Körperfunktionen erhält, dann kann man den biologischen Alterungsprozess überwinden.

In erster Linie ist die "Freude an der Bewegung" wichtig. Welche Sport-, Gymnastik- oder Bewegungstherapie jemand ausüben soll, hängt von den individuellen Lebensumständen (Alter, Erkrankungen, Wohnort, Arbeitsplatz etc.) und Präferenzen ab.

Wählen Sie eine Sportart aus, die Sie das ganze Jahr über betreiben können (z.B. Krafttraining im Fitnessstudio, Gymnastik, Laufen, Tennis, Hometrainer) und ergänzen Sie diese mit einer Saisonsportart (Schi fahren, Langlauf, Mountainbike etc.).

Suchen Sie sich eine(n) TrainingspartnerIn oder motivieren Sie Freunde, Bekannte bzw. Familienmitglieder - denn gemeinsam macht Bewegung noch mehr Spass.

Um gesundheitliche Risiken auszuschließen sollten Sie sich, vor Trainingsbeginn, von einem(r)(Sport)MedizinerIn beraten lassen. Diese(r) kann die für Sie geeigneten Bewegungsarten herausfinden und Ihnen bei der Festlegung Ihres individuellen Trainingsplans helfen.

Der allgemein empfehlenswerte wöchentliche Trainingsumfang sollte je nach körperlichem Zustand zumindest 1-3 Stunden betragen, aufgeteilt auf 2 bis 4 Einheiten(entspricht einem Energiemehrverbrauch von zumindest 800 kcal pro Woche; ideal wären 2000 - 2500 kcal d.h. 4x/Woche 1 Stunde Bewegung). Aber auch durch Bewegung im Alltag (Treppe statt Rolltreppe oder Lift, kurze Strecken zu Fuß anstatt mit dem Auto zurücklegen etc.) kann eine Verbesserung der Energiebilanz erzielt werden.

Betreiben Sie Sport gemäß Ihrem aktuellen Fitnessgrad. Es gilt der Grundsatz: "nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel oder zu intensiv" - beides kann Ihrer Gesundheit schaden, zu viel ist genauso schlecht wie zu wenig.

Beachten Sie also folgende Grundregeln:

  • Beginnen Sie langsam 
  • Trainieren Sie regelmäßig, es gibt kein Training auf Vorrat!
  • Steigern Sie erst die Häufigkeit, dann die Dauer und zuletzt die Belastung 

Der Körper benötigt für die Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten Sauerstoff. Die Muskeln können aber nur eine beschränkte Menge an Sauerstoff aufnehmen - je besser die Leistungsfähigkeit, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen werden. Im "aeroben" Bereich zu trainieren heißt, dass die Belastung die Sauerstoffaufnahme-Kapazität der Muskeln nicht übersteigt. Im "anaeroben" Bereich hingegen ist dies der Fall. Der Treibstoff (Kohlenhydrate, Fettsäuren) kann nur unvollständig verbrannt werden, in Folge bildet sich Laktat (Salz der Milchsäure). Die Leistungsfähigkeit sinkt je höher das Laktat in Blut und Muskulatur ansteigt (Messung: Blutabnahme am Ohr).

Tragen Sie immer die richtige Sportbekleidung und die optimale Sportausrüstung (z. B. atmungsaktive Kleidung, Laufschuhe, Tennisschuhe, div. Schoner, Helm).

Sport soll Spaß machen - von Anfang an

Wenn Kinder von Beginn an Spaß an der Bewegung haben und diese als etwas Positives erleben, stehen die Chancen gut, dass Sport auch im Erwachsenenalter zum Lebensalltag gehört.

Bewegung fördert nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Entwicklung des Kindes. Sie ist in jedem Lebensalter wichtig - besonders jedoch in der Wachstumsphase, damit sich Herz, Lunge, Muskeln, Kreislauf und Skelettsystem voll ausbilden können. Außerdem lernen Kinder beim Sport was es bedeutet ein Teamplayer zu sein, fair zu bleiben und auch mal eine Niederlage wegzustecken. 

Der derzeitige "Sporttrend" bei Kindern geht weg von anstrengenden hin zu schnell erlernbaren Sportarten wie Skateboard, Inline-Skaten etc. und die "Indoor" Freizeitaktivitäten wie Computern und Fernsehen nehmen zu. Durch folgende Maßnahmen können Sie diesem Trend entgegenwirken:

  • Seien Sie ein Vorbild und motivieren Sie Ihr Kind zum Sport, indem Sie diesen gemeinsam ausüben.
  • Überfordern Sie Ihr Kind nicht, lassen Sie es selbst Sportart(en) und Ausmaß der Bewegung bestimmen.
  • Melden Sie das Kind in einem Sportklub seiner Präferenz an.

 

Geh/Lauf dem Alter davon

"Es ist nie zu spät einzusteigen" - verordnen Sie sich, nach Absprache mit Ihrem(r) Arzt/Ärztin, das Medikament Bewegung, welches Sie nicht nur körperlich (bessere Beweglichkeit, weniger Verletzungen, Gewichtskontrolle, Osteoporosevorsorge etc.) sondern auch geistig fit hält (Merkfähigkeit, Konzentration etc.).

Selbst hochbetagte Menschen können einen Großteil ihrer Kraft erhalten, wenn sie ihre Muskeln regelmäßig belasten. Im höheren Alter sind Sportarten wie z.B. schnelles Gehen, Schwimmen, Wandern, Tanzen, Krafttraining mit dem Theraband (8 bis 10 Übungen mit je 10-15 Wiederholungen), Rad fahren und Gymnastik besonders zu empfehlen. Auch bei älteren Personen gilt: Nur Regelmäßig führt zum Ziel" , d.h. zumindest 3x pro Woche ca. 30 Minuten sollte trainiert werden.

 

Die richtige Sportart für mich - wählen Sie aus

Optimal ist eine Kombination verschiedener Sportarten. Als Grundausstattung für eine sinnvolle Bewegungstherapie reichen zumeist Herzfrequenzmessgerät, Trainingsschuhe, Hometrainer, Thera-/Gymnastikband und eine Matte.

    • Ausdauer: Übertreiben Sie es nicht! Für den Anfang reichen 30 min. schnelles Gehen dreimal pro Woche. Im Zeitabschnitt von 2-3 Wochen versuchen Sie die Dauer der Trainingseinheit um jeweils 5 min. zu erhöhen, bis Sie eine optimale Dauer von 50 - 60 Minuten pro Trainingseinheit erreicht haben (wählen Sie sich eine der klassischen Ausdauersportarten wie z. B. Rad fahren, Schwimmen, Inline-Skaten, Laufen, Wandern aus). Ihre optimale Belastungsherzfrequenz sollten Sie im Rahmen einer sportmedizinischen Untersuchung bestimmen lassen (die gängige Faustregel "180 - Lebensalter" dient lediglich zu Ihrer Orientierung und sollte nicht überschritten werden) - danach Herzfrequenzmessgeräte zur Eigenkontrolle verwenden.
    • Krafttraining heißt nicht gleich Bodybuilding, sondern bedeutet vielmehr Stärkung des Muskelapparates (z. B. Verringerung der Verletzungsgefahr, Osteoporosevorbeugung). Zu Beginn sollten Sie sich von einem(r) geschulten Trainer/In die Übungen und die Geräte erklären lassen, damit es zu keinen Muskelverletzungen kommt und Sie die richtigen Körperpartien trainieren. Sind Sie kein Typ für die Kraftkammer, dann können Sie u. a. folgende Übungen im Alltag oder zu Hause durchführen (jeweils 10 - 12 mal wiederholen und das 3 mal hintereinander nach jeweils einigen Minuten Pause): Übungen mit dem Thera-/Gymnastikband, Kniebeugen bis zur Horizontalen, Liegestütz in leichter Form (Knie am Boden), Stufensteigen.
    • Beweglichkeit: Vor allem durch zuviel Sitzen kann es zu Muskelverkürzungen und -verspannungen kommen. Eine Verbesserung können Sie z.B. durch regelmäßiges Stretching, Gymnastik, Tai-Chi, Qigong, Tanzen oder Ballsportarten erreichen.
    • Koordination: Gutes Koordinationsvermögen ist nicht nur für die Lebensqualität wichtig, sondern auch für die Risikominderung von Verletzungen. Die Bewegungspalette sollte möglichst abwechslungsreich sein - ideale Sportarten wären Tennis, Badminton, Fechten, Golf oder Tanzen.

     

    Ausgewogene Ernährung

    Die Ernährung erlangt im Sport immer größere Bedeutung, wobei vor allem die Kohlenhydrate und Fette als Energiespender dienen. Die Dauer und die Intensität der körperlichen Beanspruchung bestimmt, welcher der beiden Energieträger in erster Linie verbraucht wird. Bei intensiver Belastung werden Kohlenhydrate verbrannt,  bei langandauernder, weniger intensiver Belastung die körpereigenen Fettreserven).

    Eiweiß wird vom gesunden Körper kaum als Energiequelle herangezogen, sondern dient v. a. dem Aufbau von Muskelmasse (Eiweißpulver und dgl. ist nur bei Extrem-/Leistungssportlern sinnvoll - eine hohe Eiweißaufnahme - ca. 1-2g/kg Körpergewicht täglich - belastet die Nieren und bedarf einer höheren Flüssigkeitsaufnahme).

    Der normale Flüssigkeitsbedarf (ca. 2,5 Liter/Tag) steigt in Relation zur körperlichen Anstrengung (Schweißverlust). Orientierung: Wiegen Sie sich vor und nach dem Sport und gleichen Sie die Differenz durch Flüssigkeit aus.Studien zur Einnahme sogenannter "Aerogener Substanzen" (z. B. L-Carnitin, Kreatin, Coenzym Q10, Koffein) sind widersprüchlich und lassen noch keine konkreten Schlüsse über eine tatsächliche Leistungssteigerung zu.

    Der Freizeitsportler sollte sich ausgewogen ernähren: d.h. komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Reis, Nudeln etc.), hochwertiges Eiweiß (z. B. fettarme Milch und Milchprodukte, Fisch, Ei und Fleischsorten wie Hühner- oder Putenbrust, Kartoffeln), je 2 Portionen Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit (v.a. nach/während des Sportes: gespritzter Fruchtsaft z. B. Apfel- oder Orangensaft im Mischverhältnis 3(Wasser) : 1(Saft).

    Essen Sie 1-3 Stunden vor dem Sport eine kleine, nicht belastende Mahlzeit oder einen Snack (Obst, Joghurt, Vollkornbrot belegt). Nehmen Sie sich ein Getränk für unterwegs mit. Über Nahrungsergänzungsmittel speziell für Sportler (z. B. mit Magnesium, Kalium, Zink, Eisen, B-Vitamine oder Kombinationspräparate) beraten wir Sie gerne!

     

    Die häufigsten Sportverletzungen

    Bewegungsmangel verursacht immer noch mehr Gesundheitsschäden als jede Form der Sportausübung! Durch das Aufwärmen wird mehr Sauerstoff in die Muskeln gepumpt sowie Knorpel und Sehnen elastisch und belastbar gemacht. Um eine einseitige Belastung zu vermeiden (z. B. Tennisarm) sollten Sie Ausgleichsübungen machen und verschiedene Sportarten ausüben - versuchen Sie diese auch technisch richtig zu erlernen und durchzuführen.

    • Bänderriss oder Bänderzerrung bedeuten das vollständige oder teilweise Reißen der kollagenen Fasern, meist in Kombination mit einer Gelenksverletzung. Die häufigste Ursache ist dabei eine Fehl- oder Überlastung des betreffenden Bandes. Hilfe bietet Kälte in Form von Kompresse oder Eismassage. Danach sollte ein Entlastungsband angelegt und der Arzt aufgesucht werden.
    • Unter Muskelkater versteht man kleinste Verletzungen der Muskelfasern in Kombination mit einer Übersäuerung des Muskeln, was Schmerzen verursacht. Muskelkater wird vor allem durch einen zu raschen Beginn, zu hohe Leistungsintensität und insbesondere exzentrische Belastungen, wie z.B. Bergablaufen verursacht. Hilfe verschaffen warme Bäder mit Rosmarin, Wacholder oder Weidenrindensud sowie spezielle durchblutungsfördernde Lösungen, Massagen, kalte Güsse und lockeres Bewegen der Muskulatur. Vorbeugend wirken gutes Auf- und Abwärmen.
    • Muskelkrampf tritt meist spontan, v.a. in der Wadengegend auf, in erster Linie verursacht durch Energiemangel, Übermüdung durch zu intensive und lange Belastungen, zu wenig Trinken und in seltenen Fällen wegen Mineralstoffmangel oder Durchblutungsstörungen. Hilfe bringt Aufwärmen, langsames Beginnen, der Kondition entsprechende Belastung sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Bewegung (z.B. Drink mit Magnesium). Vorbeugen können Sie durch gründliches Aufwärmen, einen langsamen Trainingsbeginn und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

    Bei Fragen zur Bestückung Ihrer Sport-(Haus)apotheke sowie zur richtigen Behandlung von Sportverletzungen können Sie sich gerne an uns wenden.

    Folsäure

    Die Folsäure wurde erst 1941 entdeckt und ist ein licht- und hitzeempfindliches Vitamin aus dem B-Komplex. Natürlich kommt sie in Hefen, Weizenkeimen, Kalbs- und Geflügelleber und in geringen Mengen in Vollkornprodukten und in einigen Gemüsen, sowie in Fisch und Fleisch vor. 

    Folsäurebedarf

    Folsäure wird sehr oft in zu geringem Maße aufgenommen. Von der Versorgung her betrachtet gilt dieses Vitamin somit als kritischer Nährstoff. Risikogruppen sind heranwachsende Mädchen, junge Frauen, Stillende, Kinder, ältere Menschen und Alkoholiker. 

    Der Körper benötigt Folsäure für die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie von Schleimhautzellen des Darms. Weiters ist ist dieses Vitamin wichtig für den Abbau des Homocysteins und es verbessert außerdem die Gedächtnisleistung vor allem bei älteren Menschen.

    Da Folsäure im Stoffwechsel eng mit den Vitaminen B6 und B12 zusammenarbeitet, ist auch auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Vitaminen zu achten.

    Der Folsäurebedarf beträgt:

    • bei Säuglingen 60-80 µg
    • bei Kindern ab 1 Jahr 200 µg
    • bei Kindern ab 4 Jahren 300 µg
    • bei Kindern ab 10 Jahren und Erwachsenen 400 µg
    • bei Schwangeren und Stillenden 600 µg

    Beispiel für die Aufnahme von ca. 400µg Folsäure: 200ml Vollmilch (80µg) + 250g Erdbeeren (163µg) + 150g Putenbrust (65µg) + 100g Feldsalat (145µg) 

    Mangelerscheinungen

    Zunächst kommt es zu unspezifischen Symptomen wie Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmung. Erste spezifische Symptome wie Wundheilungsstörungen und Blutmangel (Anämie) zeigen sich erst nach mehreren Wochen/Monaten. Zudem kann es zu einem Ansteigen des  Homocysteinspiegels im Blut kommen, wodurch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Schlaganfall) begünstigt wird.
    Beim Ungeborenen können Missbildungen (Neurahlrohrdefekt = offener Rücken; Gaumenspalte) auftreten. Da diese Schädigung bereits in der Frühschwangerschaft eintritt, ist eine ausreichende Versorgung mit Folat/Folsäure bereits einige Wochen vor der Empfängnis bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels anzuraten.

    Ursachen für eine Unterversorgung

      • Ungenügende Zufuhr: Fehlernährung durch einseitige Lebensmittelauswahl; ungenügende Nahrungsmittelaufnahme; extreme Diäten; Lagerungs-, Verarbeitungs- und Zubereitungsverluste
      • Verminderte Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt (z. B. bei Zöliakie; atropischer Gastritis oder Pankreasinsuffizienz)
      • Medikamenteneinahme: Sulfonamide, Antiepileptika, Antikonvulsiva, Antacida, Acetylsalicylsäure, orale Kontrazeptiva etc.
      • Schwangerschaft und höheres Alter
      • Alkohol: Chronischer Alkoholkonsum verringert die Enzymaktivität im Darm
      • Angeborene Stoffwechselerkrankungen wie z. B. die Homocysteinurie.

    Nahrungsquellen

    Neben folatreichen Lebensmitteln (siehe Tabelle) befinden sich zahlreiche folsäureangereicherte Verzehrsprodukte (Frühstücks-Cerealien, Getränke, Milcherzeugnisse, Süßwaren etc.) sowie Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt.

    Lebensmittelgruppe

    Lebensmittel

    Sonstige Anmerkung

    Milch und Milchprodukte

     

    Vollmilch, Hartkäse (wie Edamer, Emmentaler, Gauda), Edelpilzkäse

     

    Fleisch, Fleischerzeugnisse, Geflügel, Wild

    Leber
    Niere

    Der Verzehr ist wegen möglicher Schadstoffbelastung einzuschränken

    Getreide und Getreideprodukte

    Keimlinge und Vollkornprodukte

     

    Gemüse und Salate

     

    Blattsalate und Blattgemüse
    Fruchtgemüse: Gurke, Kürbis, Tomate
    Hülsenfrüchte: grüne Bohnen und Erbsen
    Knollengemüse: Fenchel, rote Rübe
    Kohlsorten

     

    Früchte, Obst

    Avocado, Banane, Mango

     

    Schalenfrüchte, Nüsse

    Frische Erdnüsse, Haselnüsse, Kokosnüsse, süße Mandeln, Paranüsse, Pistazien, Walnüsse

    Hoher Gehalt an lebenswichtigen Fettsäuren, aber sehr kalorienreich

    Quelle: modifiziert nach: Pietrzik, K.; Prinz-Langenohl, R. (2000): Forum Ernährungsmedizin. Folsäure/Folat. Wissenschaftliche Ernährungsinformation.

    Tipps der Ernährungswissenschaftlerin:

      Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten, um Missbildungen beim ungeborenen Kind vorzubeugen, zusätzlich 400µg Folsäure pro Tag aufnehmen (Supplemente aus der Apotheke). Die Zufuhr sollte spätestens vier Wochen vor der Empfängnis erfolgen und bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats beibehalten werden.

      Folat ist sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff, Hitze und UV-Licht. Bei mehrtägiger Lagerung gehen bis zu 2/3 des Vitamins davon verloren. Auch die Verluste durch Hitzeeinwirkung, längeres Warmhalten und Auslaugen in Kochwasser sind beachtlich. Kurzes Dämpfen von saisonalem Frischgemüse, das Essen von Rohkost und geringen Mengen von Nüssen und Samen ist zu empfehlen.

      Die Folsäure wurde erst 1941 entdeckt und ist ein licht- und hitzeempfindliches Vitamin aus dem B-Komplex. Natürlich kommt sie in Hefen, Weizenkeimen, Kalbs- und Geflügelleber und in geringeren Mengen in Vollkornprodukten und einigen Gemüsen, sowie in Fisch und Fleisch vor.

      Wird dem Körper nicht genug Folsäure zugefügt so kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

      Mögliche Mangelerscheinungen:

      • Reizbarkeit
      • depressive Verstimmung
      • Blutmangel oder Anämie
      • Wundheilungsstörungen
      • Ansteigen des Homocyteinspiegels, dadurch Begünstigung der Entstehung von Herz-Kreislau-Krankheiten

      Bei ungeborenen Kindern können die Mangelerscheinungen zu Missbildungen führen. Ein offener Rücken oder eine Gaumenspalte tritt allerdings schon in der frühen Schwangerschaft auf. Deshalb ist es wichtig schon bei einem Kinderwunsch mit der Einnahme von Folsäurepräparaten zu beginnen und diese bis zum Ende der Schwangerschaft fortzuführen.

      Wie kann es zu einer Unterversorgung kommen?

      • Alte Menschen und Schwangere haben einen besonders hohen Bedarf an Folsäure.

      • Bestimmte Medikamente können auf den Folsäurehaushalt einwirken.
      Diese sind z. B. Antiepileptika, Antacida, Sulfonamide, Acetylsalicylsäure, orale Kontrazeptiva, Antikonvulsiva und viele mehr.

      • Einseitige Ernährung oder ungenügende Nahrungszufuhr bei Diäten können zu einer Unterversorgung führen.

      • Verminderte Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt (z. B. bei Zöliakie; atropischer Gastritis oder Pankreasinsuffizienz)

      • Angeborene Krankheiten des Stoffwechselapparates wie Homocysteinurie.

      • Übermäßiger Genuss von Alkohol verringert die Enzymaktivität im Darm.

      Frühjahrsmüdigkeit

      Die ersten warmen Tage im Jahr führen bei vielen Menschen zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und Kreislaufproblemen, sie werden gereizt, müde und antriebslos. Der Körper braucht etwa vier Wochen, bis er sich an die Frühjahrstemperaturen gewöhnt hat, Wetterumschwünge wie das launische Aprilwetter führen außerdem oft dazu, dass sich die Anpassungsphase noch verlängert. Besonders bei wetterfühligen Menschen wird der Kreislauf durch die ständigen Wechsel zwischen warm und kalt belastet. Vor allem wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt.

      Gegen die Großwetterlage kann man zwar nichts tun, aber die typischen Beschwerden bei Frühjahrsmüdigkeit lassen sich mit Sonne, Luft, Bewegung und der richtigen Ernährung in erträgliche Schranken weisen.

      Die Mechanismen der Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht ganz geklärt, fest steht aber, dass die beiden körpereigenen Hormone Serotonin und Melatonin an den Beschwerden beteiligt sind:

      Serotonin ist für die Aktivierung des Körpers und für gute Stimmung zuständig. Das Hormon wird unter Lichteinfluss produziert. Die Lichtreize gelangen in den Hypothalamus, eine Hormondrüse im Gehirn, die die Serotoninproduktion steuert. Je mehr und je länger unser Körper natürlichem Licht ausgesetzt ist, desto mehr Serotonin kann er herstellen. Die vermehrte Sonneneinstrahlung im Frühling kurbelt also unsere Serotoninproduktion an.

      Mit der Steigerung von Serotonin wird gleichzeitig die Produktion von Melatonin gedrosselt. Das so genannte Schlafhormon sorgt dafür, dass wir in der Nacht erholsam schlafen können.

      Die Bildung beider Hormone im Körper wird also maßgeblich über die Lichtmenge geregelt: Im Winter, wenn es draußen früh dunkel wird, heißt demnach die Botschaft an den Körper eher "Winterschlaf", während das Frühjahrslicht "Aufwachen" signalisiert.

      Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit

      • Passen Sie in der Übergangszeit Ihren Tagesrhythmus den Lichtverhältnissen an. Es ist wichtig so viel Licht und Sonnenschein wie möglich abzubekommen, denn Licht heitert auf und macht fit. Gehen Sie deshalb früher schlafen und tanken direkt nach dem Aufstehen die ersten Sonnenstrahlen und Farben des Tages.
      • Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft, das kurbelt den Kreislauf an und speichert Sauerstoff im Körper, das Herz wird gestärkt und das Immunsystem gefestigt.
      • Wechselduschen härten das Immunsystem ab, sie helfen bei Kreislaufproblemen und machen fit.
      • Bauen Sie kleine gymnastische Übungen in Ihren Tagesablauf ein. Sie wirken durchblutungsfördernd und erreichen, dass sich die Haut besser anfühlt und Sie durch die unzähligen Sensoren in der Haut Ihre Umwelt besser und intensiver wahrnehmen können.
      • Peppen Sie Ihre Kleidung und den Haushalt mit frischen Farben auf.
      • Ernähren Sie sich nicht zu schwer und essen Sie viel Obst und Gemüse. Der lästige Winterspeck hat dann auch nichts zu lachen.
      • Beenden Sie den Tag in Ruhe mit Entspannung und überfordern Sie ihn nicht.
      • Führen Sie Spurenelemente, Mineralien und Vitamine zu, wenn Sie an Niedergeschlagenheit und Müdigkeit leiden.

      Lassen sich mit all diesen Tipps die Antriebslosigkeit, Gereiztheit und Müdigkeit überhaupt nicht vertreiben, so ist ein Arzt/Ärztin zu kontaktieren.

       

      Gesunde Ernährung

      Abwechslungsreiches Essen hält gesund, steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und kann dazu beitragen, das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu erhöhen.

      Vielseitige Ernährung liefert dem Körper ausreichend Energie und alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Sie trägt dazu bei, ernährungsbedingte Krankheiten, wie Fettsucht, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu ver(h)mindern

      Beachten Sie daher folgende Tipps:

      Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie das Essen

      Bewusstes und langsames Essen verbessert das Sättigungsempfinden. Da auch das Auge mit isst, sollten Sie auf eine schöne Farbzusammenstellung und Garnierung der Speisen achten.

      Reichlich Flüssigkeit

      Regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für unseren Körper lebensnotwendig. Nehmen Sie täglich 2 – 2,5 Liter zu sich. Dabei eignen sich besonders ungesüßte Tees, Mineral- oder Leitungswasser sowie verdünnte 100%ige Fruchtsäfte. Alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und dann nur in kleinen Mengen konsumiert werden. 

      Zucker und Salz in Maßen

      Genießen Sie Zucker und mit Zuckerzusatz hergestellte Lebensmittel bzw. Getränke nur gelegentlich und nutzen Sie "Lightprodukte" als Alternative. Verwenden Sie, vor allem wenn Sie an Bluthochdruck leiden, anstatt Salz frische oder tiefgekühlte Kräuter und Gewürze

      Vielseitig essen

      Nutzen Sie die Lebensmittelvielfalt! Bei entsprechender Auswahl, Kombination und Dosierung der Lebensmittel gibt es de facto keine "ungesunden" oder gar "verbotenen" Lebensmittel.  

      Getreideprodukte (mehrmals am Tag) sowie reichlich Kartoffeln & Hülsenfrüchte

      Auf dem täglichen Speiseplan sollten (Vollkorn)Brot sowie Getreideflocken stehen. Zudem wöchentlich alternierend 1 Portion (Vollkorn)Nudeln/-Reis, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte (in Summe ca. 250 g). Diese Nahrungsmittel enthalten kaum Fett, dafür aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe

      Die ideale Zwischenmahlzeit - Gemüse und Obst (5 mal pro Tag)

      Genießen Sie 5 Portionen frisches Gemüse und Obst am Tag, roh, kurz gegart oder auch als frischgepressten Saft. So werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Planzenstoffen versorgt. Ist es Ihnen einmal nicht möglich, dies einzuhalten, so erhalten Sie entsprechende Nahrungsergänzungsmittel in unserer Apotheke.

      Täglich Milch und Milchprodukte; 1 mal pro Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen

      Diese Lebensmittelgruppe enthält wertvolle Nährstoffe, so ist z.B. in Milchprodukten wertvolles Calcium enthalten, Seefisch enthält hingegen Selen und Omega-3-Fettsäuren. Fleisch, in Maßen konsumiert, ist wegen des hohen Gehalts an verfügbarem Eisen und an den Vitaminen B1, B6 und B12 vorteilhaft. Bevorzugen Sie fettarme Produkte, wie z.B. Kalbfleisch, Hühner- oder Putenbrust, Schinken, Krakauer sowie Käse mit max. 35% F.i.T. 

      Wenig tierisches Fett

      Fettreiche Speisen schmecken gut, liefern aber viele Kalorien. Zuviel Nahrungsfett, vor allem tierischer Herkunft, kann langfristig die Entstehung von Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen. Die empfohlenen 70-90 g Fett am Tag (das wären z.B. 7-9 Esslöffel Öl bei 2200 kcal Tagesenergiebedarf), wovon 2/3 aus pflanzlicher Herkunft stammen sollen, liefern ausreichend lebensnotwendige (essentielle) Fettsäuren und fettlösliche Vitamine. Achten Sie auf das unsichtbare Fett in manchen Fleischerzeugnissen und Süßwaren, in Milchprodukten und in süßen Backwaren. 

      Schmackhaft und schonend zubereiten

      Garen, dämpfen oder dünsten Sie die Nahrungsmittel bei niedrigen Temperaturen und möglichst kurz. Verwenden Sie wenig Wasser und wenig Fett. Durch diese Maßnahmen bleibt der natürliche Geschmack erhalten, die Nährstoffe werden geschont und die Bildung schädlicher Verbindungen verhindert. 

      Wohlfühlgewicht & Bewegung

      Finden Sie Ihr Wohlfühlgewicht, d.h. das Gewicht, das leicht erreichbar und anschließend auch leicht aufrecht zu halten ist. Man sollte sich mit diesem Gewicht wohl fühlen und es sollte zur eigenen Person passen. Dieses Gewicht sollte regelmäßig mit einer Waage kontrolliert werden. Eine Waage darf in keinem Haushalt fehlen!

      Mit zumindest 30 Minuten Bewegung Ihrer Wahl 3mal pro Woche bleiben Sie mit Schwung jung und machen etwas für Ihre Fitness, Ihr Wohlbefinden sowie Ihre Figur! Ihre optimale Herzbelastungsfrequenz können Sie durch Ergospirometrie und Lactatanalyse bestimmen lassen, denn die allgemein gängige Faustregel 180 - Lebensalter dient lediglich zur Orientierung. Kontrollieren Sie anschließend mit einem Pulsmessgerät, ob Sie im richtigen Pulsbereich trainieren. 

      Gewichtsreduktion

      Hier finden Sie Tipps und Informationen rund um das Thema Gewichtsreduktion und Ernährung.

      Tag für Tag preisen diverse Medien neue Produkte und Patentrezepte an, die eine rasche  Gewichtsreduktion versprechen. Leider ist so manches Wundermittel sein Geld nicht wert. Der beste Weg abzunehmen und sein Gewicht dann langfristig zu halten, ist jener einer Ernährungs- und Lebensumstellung.

      Voraussetzungen für den Abnehm-Erfolg

      • Ich bin motiviert - ich will abnehmen!
      • Ich bringe eine positive Einstellung mit - ich werde es schaffen!
      • Ich will langsam (1/2 kg pro Woche), dafür dauerhaft abnehmen ("Step by step" - "Schritt für Schritt")!
      • Ich habe mir ein realistisches Ziel gesetzt - ich möchte z. B. 5 kg in 10 Wochen abnehmen!

      Vorteile einer Gewichtsreduktion

      • Wohlbefinden, Selbstwertgefühl und Beweglichkeit steigen mit zunehmendem Gewichtsverlust.
      • Schon eine Gewichtsreduktion von 5 - 10 kg verbessert Beschwerden wie Atemnot, Schwerfälligkeit, Rücken- und Gelenkschmerzen und senkt Blutfett-, Blutdruck- und Blutzuckerwerte.
      • Medikamente, Arztbesuche und Therapiemaßnahmen (z. B. Physiotherapie) können verringert werden. Zusätzlich steigen Lebenserwartung und Lebensqualität.

      Energiebedarf

      Mit zunehmendem Alter nimmt der Kalorienverbrauch, hauptsächlich bedingt durch Verminderung der Muskelmasse, ab: Den höchsten Energiebedarf hat man im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

      Energiebedarf nach Altersgruppen:

      • 15-19 Jahre: Mann 3100 kcal/Frau 2500 kcal
      • 19-25 Jahre: Mann 3000 kcal/Frau 2400 kcal
      • 25-51 Jahre: Mann 2900 kcal/Frau 2300 kcal
      • 51-65 Jahre: Mann 2500 kcal/Frau 2000 kcal
      • ab 65 Jahre: Mann 2300 kcal/Frau 1800 kcal

      TIPPS zur Gewichtsreduktion

      Ein Ernährungs- und Bewegungsprotokoll dient dazu Ihr Ess- bzw. Bewegungsverhalten zu analysieren. Notieren Sie Kalorien- und Fettaufnahme, Essenszeit, warum Sie essen (z. B. Hunger, Langeweile) sowie Ihre sportlichen Aktivitäten. Diese Aufzeichnungen sind wichtige Informationen für Ihr Abnehmprogramm.

      Die meisten Kalorien können Sie einsparen, indem Sie Ihren Fettkonsum reduzieren. Fette enthalten doppelt so viele Kalorien (9,3 kcal/g) wie Eiweiß (4,1 kcal/g) und Kohlenhydrate (4,1 kcal/g) und sättigen zudem schlechter. Einsparen sollten Sie vor allem bei tierischen Fetten. Pflanzliche Öle und Fischfette hingegen liefern hochwertige Fettsäuren, die der Körper dringend benötigt. Bereiten Sie Ihre Speisen möglichst mit hochwertigen Ölen zu.Während der Gewichtsreduktion sollte der tägliche Fettkonsum bei 40 - 50 g liegen. Wählen Sie schonende und fettarme Zubereitungsarten wie garen, dünsten, dämpfen, grillen (elektrisch); verwenden Sie beschichtete Pfannen.

      Essen Sie mehr von der Pflanze und weniger vom Tier. Gerade Obst (Vorsicht: Apfel kann den Appetit anregen!) und Gemüse eignen sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Hülsenfrüchte (Bohnen aller Art) sind gute Eiweißlieferanten und stellen eine sinnvolle Alternative zu Fleisch dar. Getreide und Getreideprodukte liefern Ihnen weiters wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

      Trinken Sie ausreichend Wasser, ungesüßte (Kräuter)Tees oder verdünnte 100%ige Frucht- oder Gemüsesäfte, pro Tag mindestens 2-2,5 Liter.

      Verzichten Sie weitgehend auf Alkohol, denn dieser enthält fast so viele Kalorien wie Fett und verschlechtert u. a. die Fettverbrennung.

      Der Glykämische Index (GI) ist eine Maßzahl für die Wirkung kohlenhydrathältiger Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel. Er bewertet immer nur ein einzelnes Lebensmittel und keine Speisen. Die Glykämische Last (GL) berücksichtigt zudem den Gesamt-Kohlenhydrat-Gehalt eines Lebensmittels und ist deshalb aussagekräftiger. Es gibt daher Nahrungsmittel mit einem hohen GI und einer niedrigen GL und umgekehrt:

      • Karotte (1 Stück = 80g): GI 47; Kohlenhydrate 6g; GL (47x6):100 = 3 niedrig
      • Kürbis (500g): GI 75; Kohlenhydrate 25g; GL (75x25):100 = 19 mittel
      • Nudeln gekocht (1 Portion = 210g): GI 40; Kohlenhydrate 51g; GL (40x51):100 = 21 hoch

      Legen Sie sich fixe Essenszeiten fest und essen Sie langsam und kontrolliert. Essen Sie möglichst nichts zwischen den Hauptmahlzeiten (Essenspausen von mindestens 4 Stunden sind ideal)

      Stellen Sie sich Ihr individuelles Bewegungsprogramm zusammen und sorgen Sie für ausreichende Eiweißzufuhr (ca. 55-60 g pro Tag davon 1/3 tierisch und 2/3 pflanzlich) damit Sie Muskelmasse (und somit kalorienverbrennende Zellen) aufbauen können.

      Zur Gewichtsreduktion ist Ausdauersport wie z. B. Laufen, Rad fahren, Walken oder Schwimmen am besten geeignet. Entscheidend für die richtige Trainingsintensität ist, dass Sie die Bewegung zumindest 3x/Woche, jeweils mindestens 30 Minuten, in Ihrer optimalen Pulsfrequenz ausüben (die Faustregel "180 - Lebensalter" dient lediglich als Anhaltspunkt - lassen Sie sich sportmedizinisch beraten).

      Bei starkem Übergewicht ist ein sanfter Einstieg sowie eine gelenkschonende Sportart (Schwimmen, Wandern) wichtig. Gewöhnen Sie sich an den Sport und steigern Sie langsam die Quantität und Intensität. Ziehen Sie diesbezüglich eine(n) Arzt/Ärztin zu Rate.

      Durch Bewegung verbrennen Sie, abhängig vom Körpergewicht, Energie. Die Ausbeute erscheint, angesichts der Anstrengung, für viele gering. Sie müssen jedoch beachten, welchen zusätzlichen Nutzen Bewegung mit sich bringt (Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verbesserung der Lebensqualität, Steigerung der Lebensfreude durch Ausschüttung von Glückshormonen etc.).

      Diät-Produkte können bei der Gewichtsreduktion helfen, sofern sie nicht in doppelter Menge gegessen werden. Schauen Sie bei diesen Produkten auf die Nährwertkennzeichnung, denn oftmals sind mehr Kalorien darin enthalten als vermutet. Sollten Sie auf "Leichtprodukte" verstärkt Hunger bekommen, greifen Sie auf ein "normales Produkt" zurück.

      Verbannen Sie Ihr schlechtes Gewissen - Sie können nicht jeden Tag konsequent sein. Genießen Sie bewusst gelegentliche Ausrutscher. Dafür sparen Sie am nächsten Tag wieder Kalorien ein oder verbrennen mehr durch entsprechende Bewegung.

      Setzen Sie sich kleine Teilziele und nach deren Erreichen belohnen Sie sich mit einem Theater- oder Kinobesuch, einem neuen Kleidungsstück - was immer Sie wollen - nur üppiges Essen sollte es nicht sein!

      Sie brauchen sich nicht jeden Tag zu wiegen - überprüfen Sie Ihr Gewicht aber zumindest einmal pro Woche. Es kann zu Phasen kommen, in denen das Gewicht steht. Verzweifeln Sie nicht an dieser Herausforderung, die es zu überwinden gilt. Setzen Sie sich das Ziel in nächster Zeit zumindest nicht zuzunehmen, das ist schon ein großer Erfolg.

      Es gibt keine Verbote. Je mehr Sie auf etwas verzichten, desto stärker wächst der Wunsch danach! Binden Sie statt dessen Ihre Lieblingsspeisen "sinnvoll" in den Diätalltag ein oder suchen Sie sich Alternativen (z. B. statt Schokolade Schokoladepudding oder statt einer Torte eine Biskuitroulade bzw. einen Marmorgugelhupf).

      Gehen Sie nie hungrig einkaufen oder auf eine Party bzw. Einladung.

      Stellen Sie keine Süßigkeiten, Knabbereien und dergleichen in der Wohnung auf - sonst nimmt man - im Vorbeigehen - schnell ein paar Hundert Kalorien zu sich.

      Gemüse mit Dips (zubereitet mit fettarmen Joghurts und Kräutern), Obst oder Reiswaffeln können beim Fernsehen Kalorienbomben wie Chips & Co entschärfen.

      Sind Sie ein Abendesser, dann stellen Sie sich ein Programm (Spieleabend, Kino, Theater, Fitnesscenter etc.) zur "Entschärfung" zusammen.

      Nehmen Sie sich Ihre Jause in die Arbeit mit (Vollkornbrot mit magerem Schinken oder Käse bzw. Cottage Cheese und Kresse sowie Gemüse nach Wahl; Joghurts mit ungezuckertem Müsli oder frischen Früchten etc.). So wissen Sie genau was Sie essen und wieviel kcal Sie zu sich nehmen. Variieren Sie Ihre Jause täglich.

      Wenn Sie außer Haus essen, sollten Sie auf die Zubereitungsart der Speisen achten (nicht frittiert, sondern gegrillt oder gedünstet). Bei Salaten verlangen Sie das Salatdressing extra (1 EL Öl = 10 g Fett).

      Haben Sie es geschafft Ihr Gewicht zu reduzieren, dann setzen Sie sich für die Zukunft eine "Gewichtsobergrenze" (z. B. wenn ich mehr als ... kg habe, dann muss ich mich wieder mehr mit meinem Essverhalten beschäftigen und mehr Bewegung machen).

      In unserer Apotheke erhalten Sie fachliche Beratung zu Produkten, die Sie bei Ihrer Ernährungsumstellung unterstützen können (z. B. homöopathische Arzneimittel zum Abnehmen, Nahrungsergänzungsmittel, Diätdrinks oder Riegel)

      Als oberstes Ziel sollte gelten "nicht übergewichtig zu sein"! Unter Übergewicht (starkes Übergewicht bezeichnet man als Adipositas) versteht man eine für die Gesundheit gefährliche Vermehrung des Körperfettes. Heute sind zahlreiche chronische Erkrankungen bekannt, welche durch Übergewicht ausgelöst oder verschlimmert werden (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Erkrankungen des Bewegungsapparates).

      Körpergewicht & Körperfettanteil

      Der Body-Mass-Index (BMI) dient in erster Linie zur Identifizierung medizinisch bedenklichen Übergewichtes und ist wie folgt definiert:

      BMI = Gewicht in kg / (Größe x Größe in m)

      Der ideale BMI-Wert ist in Abhängigkeit vom Alter unterschiedlich:

      • 19-24 Jahre: 19-24
      • 25-34 Jahre: 20-25
      • 35-44 Jahre: 21-26
      • 43-54 Jahre: 22-27
      • 55-64 Jahre: 23-28
      • ab 65 Jahre: 24-29

      Liegt der Wert über dem Idealbereich, so ist man übergewichtig, bei einem geringeren Wert handelt es sich um Untergewicht.

      Über den Körperfettanteil gibt der BMI keine Auskunft. Er kann durch Messung der Hautfaltendicke, der sogenannten bioelektrischen Impedanz (auf diesem Prinzip beruhen auch die Fettmesswaagen) sowie durch eine Infrarot-Reflektionsmessung bestimmt werden. Da Männer und Frauen einen unterschiedlichen Fett- und Muskelanteil aufweisen, gibt es hier geschlechtsspezifische Richtlinien, der Idealbereich ist also nicht nur in Abhängigkeit vom Alter sondern auch in Abhängigkeit vom Geschlecht unterschiedlich:

      • 20-24 Jahre: bei Männern 10-17%, bei Frauen 22-29%
      • 25-29 Jahre: bei Männern 11-18%, bei Frauen 23-30%
      • 30-24 Jahre: bei Männern 12-19%, bei Frauen 24-31%
      • 35-39 Jahre: bei Männern 13-20%, bei Frauen 25-32%
      • 40-44 Jahre: bei Männern 14-21%, bei Frauen 26-33%
      • 45-49 Jahre: bei Männern 15-22%, bei Frauen 27-34%
      • 50-59 Jahre: bei Männern 17-24%, bei Frauen 29-36%
      • ab 60 Jahre: bei Männern 19-26%, bei Frauen 31-38%

      Körperfettverteilung: Bei der Bewertung der gesundheitlichen Gefährdung kommt es nicht nur auf den BMI und den Körperfettanteil an. Wichtig ist auch wo die Kilos sitzen. (Bei starkem Übergewicht ist das gesundheitliche Risiko - unabhängig von der Fettverteilung - stark erhöht.)
      Der Bauchumfang sollte (gemessen an der breitesten Stelle) bei Männern unter 94cm und bei Frauen unter 80cm liegen. Er sollte morgens vor dem Frühstück gemessen werden.
      Menschen mit bauchbetonter Fettverteilung (= Apfel-Typ), d. h. der Taillenumfang ist größer als der Hüftumfang, leiden viel häufiger an Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Arteriosklerose als Menschen mit hüftbetonter Fettverteilung, d. h. der Hüftumfang ist größer als der Taillenumfang (= Birnen-Typ). Aus medizinischer Sicht wird diese Tatsache damit begründet, dass Bauchfettzellen viel stärker durchblutet und von Nervenzellen durchzogen sind als Fettzellen an anderen Regionen. Demnach kann das Fett in den Bauchfettzellen viel rascher freigesetzt werden und den Stoffwechsel belasten.

      Welche möglichen Ursachen für Übergewicht gibt es?

      Wenig Bewegung

      Bewegungsmangel stellt eine der Hauptursachen für die Zunahme von Übergewicht in den westlichen Industrienationen dar. Durch regelmäßige Bewegung (mind. 3 x pro Woche 30 Minuten) kann Muskelmasse aufgebaut werden, wodurch in Folge auch mehr Kalorien verbrannt werden können. Die Auswahl der richtigen Sportart ist wichtig - wählen Sie aus der reichen Palette (Walking, Wandern, Rad fahren, Skaten, Schwimmen, etc.) Ihre bevorzugte Sportart aus. Denn nur was Spaß macht wird gemacht.

      Zu hohe Energiaufnahme und zu wenig Energieverbrauch

      • Unregelmäßiges und schnelles Essen erhöht die Gefahr "unkontrolliert" viel zu essen, denn Sättigung wird vom Körper erst nach 20 Minuten signalisiert.
      • Eine fettreiche Ernährung (v.a. Fette tierischer Herkunft) begünstigt die Entstehung von Übergewicht. Fette enthalten nicht nur doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß und Kohlenhydrate, sondern sättigen auch schlechter als diese.

      Vererbung

      Übergewicht kann bis zu einem gewissen Grad vererbt sein. Vor allem der Grundumsatz (jene Energiemenge, die der Körper bei völliger Ruhe benötigt) scheint zu einem gewissen Anteil genetisch bedingt. Das erklärt auch die Tatsache, warum Menschen auf die Zufuhr der gleichen Energiemenge ganz unterschiedlich reagieren können.
      Übergewicht sollte jedoch nicht als "Schicksal" hingenommen werden! Wenn man seine Ernährung umstellt und ausreichend Bewegung macht, kann trotzdem eine Verringerung des Körpergewichtes erreicht werden.

      Psychologische Ursachen

      Ist das Übergewicht nicht ausschließlich eine Folge von Überernährung, kann keine Diät, kein Schlankheitsmittel usw. für ein stabiles, niedriges Gewichtsniveau garantieren. Das bedeutet: wenn Übergewicht nur das Symptom eines tieferliegenden Problems ist, so ist in der Regel jede Diät zum Scheitern verurteilt, solange nicht das ursächlich psychologisch bedingte Problem des Übergewichtes (Wut, Ärger, Stress, Langeweile etc.) behoben ist.

      Weitere Einflussfaktoren

      • Bestimmte Krankheiten (z. B. Schilddrüsenunterfunktion) und Medikamente. Fragen Sie dazu Ihre(n) Arzt/Ärztin oder ApothekerIn.
      • Wer mit dem Rauchen aufhört, kann in der ersten Zeit etwas an Gewicht zunehmen. Die Vorteile des Nikotinverzichtes sind aber in jedem Fall größer als die Nachteile der zeitlich begrenzten Gewichtszunahme.
      • Eine starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft führt oft zu einem bleibenden Gewichtsanstieg nach der Entbindung. Es ist daher zu empfehlen so bald wie möglich nach der Entbindung das Ausgangsgewicht wieder anzustreben.
      • Crash Diäten: Die Erwartungen der meisten Übergewichtigen sind oft zu hoch gesteckt: sie wollen viel und schnell abnehmen. So werden häufig sogenannte "Crash-Diäten" (z. B. Ananas-Diät, Kartoffel-Diät, Zitronensaftkur) gemacht, welche zwar schnell zum Gewichtsverlust (in Folge von Wasserverlust und Muskelabbau - aber leider nur wenig Fett!) führen, aber keine Ernährungsumstellung bewirken.
        Jo-Jo-Effekt: Aufgrund des geringeren Nahrungsangebots drosselt der Körper in dieser Zeit seinen Energiebedarf. Beginnt man nun nach der Diät wieder normal zu essen, so wird dem Körper wieder verhältnismäßig viel Energie zugeführt, welche er hauptsächlich im Fettgewebe einlagert. Bald sind die abgenommenen Kilos wieder oben und häufig liegt das Gewicht dann über dem Ausgangspunkt.
        Aus diesem Grund sollten Crash-Diäten vermieden werden, denn genauso wie die Speckröllchen nicht über Nacht entstanden sind, so verschwinden Sie auch nicht wieder auf die Schnelle! Das heißt: wer dauerhaft abnehmen will, muss dafür einen längeren Zeitraum veranschlagen (pro Woche sollte sich Ihr Gewicht um ca. ein ½ kg verringern).

      Gerne helfen wir auch Ihnen bei Ihrem Neuanfang und Ihrer Ernährungsumstellung. Sprechen Sie uns in der Apotheke darauf an.

      Gicht

      Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu den entzündlich rheumatischen Krankheiten gehört.  Bei der Entstehung der Erkrankung spielen neben Erbfaktoren vor allem ungesunde Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht und strenges Fasten die größte Rolle. Die Gicht ist durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut gekennzeichnet.

      Harnsäure entsteht als Endprodukt beim Abbau sogenannter Purine. Diese werden einerseits über die Nahrung aufgenommen und entstehen andererseits im Körper beim Abbau von Zellen. Harnsäure kann im Körper nicht abgebaut werden und wird daher über die Nieren (80%) und den Darm (20%) ausgeschieden.

      Ist der Purinstoffwechsel gestört, so kommt es zu einer Hyperurikämie: Der Harnsäurewert im Serum steigt so weit an, dass die Harnsäure nicht mehr gelöst werden kann. Diese kristallisiert in weiterer Folge aus und lagert sich vor allem in Schleimbeuteln, Gelenken, an Sehnen oder unter der Haut ab. Im Laufe der Zeit verursachen die Ablagerungen entzündliche Reaktionen, welche Schmerzen hervorrufen. Reichliches, üppiges Essen, übermäßiger Alkoholgenuss sowie ungewohnt starke Anstrengungen können plötzlich einen Gichtanfall auslösen, das Krankheitsbild der Gicht wird klinisch manifest. 

      Einteilung der Gicht

      Primäre oder familiäre Gicht: Von diesem angeborenen Stoffwechseldefekt sind vor allem Männer (95%) betroffen. Entweder herrscht eine Ausscheidungsstörung der Niere vor oder der Organismus bildet als Folge von Enzymdefekten vermehrt Harnsäure. Purin- und eiweißreiche Nahrung, tierische Nahrungsfette, Alkoholgenuss, körperliche Anstrengung, strenges Fasten oder Übergewicht sowie Unterkühlung begünstigen die Manifestation der Erkrankung und fördern einen Gichtanfall.

      Sekundäre Gicht: Sie entsteht durch Defekte im blutbildenden System (z.B. Leukämie) oder durch Nierenfunktionsstörungen (z.B. Niereninsuffizienz) bzw. wenn mehr Harnsäure gebildet als ausgeschieden wird (z.B. bei Glykogenspeicherkrankheiten).

      Stadien der Gicht:

      Man unterscheidet 3 Stadien der Gicht:

      Asymptomatische Hyperurikämie: In diesem Stadium sind die Harnsäurewerte erhöht, es treten aber noch keine Krankheitssymptome auf. 

      Primäre Gelenkgicht oder akuter Gichtanfall
      : Ein akuter Gichtanfall beginnt  meist nachts oder am frühen Morgen mit starken Schmerzen z.B. an Hand- und Sprunggelenken, der Fußwurzel oder den Finger- und Kniegelenken. Der Anfall kann über einen Zeitraum von einigen Stunden oder mehrere Tagen lang anhalten. Dabei schwellen die betroffenen Bereiche an, verfärben sich hochrot, werden heiß und reagieren überempfindlich auf Druck.

      Bei der chronischen Gicht kommt es nach und nach zur Zerstörung des Gelenksknorpels, der Knochen und der Sehnen. Mögliche Folgen sind: Gelenksschmerzen, Gichtknoten (Gichttophi) in Gelenken und Weichteilen (z. B. am Ohr), Gelenksdeformationen, Arthritis sowie eine Gichtniere.

      Anzeichen und Diagnose:

      Jede plötzlich auftretende Entzündung eines einzelnen Gelenks kann auf Gicht hindeuten. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt/Ärztin besuchen. Dieser führt meist folgende Untersuchungen durch:

      Röntgen: Auf dem Röntgenbild sind Veränderungen der Gelenkzerstörung vor allem bei chronischem Bild sichtbar. Eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit begleitet diese. Mit diesem Verfahren können auch Krankheitsbilder wie Pseudogicht, infektiöse Arthritiden und rheumatische Arthritis ausgeschlossen werden.

      Harn- und Blutuntersuchung: Im Anfangsstadium kann durch eine Blutuntersuchung eine Erhöhung der Entzündungsmarker im Blut gefunden werden. Im Harn können erhöhte Nierenretentionswerte und Proteinurie nachgewiesen werden.

      Therapiemöglichkeiten

      Gicht kann durch Ernährungsumstellung sowie mit entsprechenden Medikamenten positiv beeinflusst werden.

      1. Ernährungsumstellung:

      Die Prognose der Gicht hängt entscheidend vom Essverhalten ab. Eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten stellt daher die Grundlage einer Therapie dar.

      Die Ernährung sollte vollwertig, nährstoffreich und purinarm sein (Obst, Gemüse, hochwertige Pflanzenöle, Vollkornprodukte). Fettarme Lebensmittel und fettarme Zubereitungsmethoden (z. B. speziell beschichtete Pfanne verwenden, garen, dünsten, dämpfen) sind zu empfehlen.

      Zu meiden sind generell: Innereien, einige Fischsorten (Salzheringe), Krustentiere (Hummer), Hülsenfrüchte, Karfiol, Kohlsprossen sowie Alkohol und alkoholfreies Bier.

      Im Gichtanfall-Stadium ist es sinnvoll die Nahrungszufuhr kurzfristig einzustellen und nur Flüssigkeit (Molke, Gemüsesäfte, Mineralwasser) aufzunehmen.

      2. Medikamente:

      Bei der Behandlung muss zwischen der Ersttherapie bei akutem Gichtanfall und einer vorbeugenden Therapie zur Vermeidung einer chronischen Gicht unterschieden werden.

      Im akuten Gichtanfall werden meist nichtsteriodale Antirheumatika (NSAR), Schmerzmittel (Analgetika) und manchmal Colchicin eingesetzt. Das Einspritzen von Kortikoiden in das betroffene Gelenk verschafft rasch Linderung. Zudem sind eine lokale Kältetherapie (z. B. mit Salben oder Cremen) und eine kurz andauernde Bettruhe hilfreich.

      Zur Vorbeugung neuer Gichtfälle werden Urikostatika verordnet, sie helfen den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken.

      Grippale Infekte

      Im täglichen Umgang mit anderen Menschen und unterschiedlichen Örtlichkeiten kommen wir ständig mit diversen Erregern in Kontakt. Mehr als 200 Viren sind derzeit identifiziert, welche einzeln oder kombiniert an der Entstehung von z.B. Husten, Schnupfen und Heiserkeit beteiligt sind - am häufigsten kommen die sogenannten Rhinoviren vor. Ein und derselbe Erreger kann je nach Immunlage zu unterschiedlicher Ausprägung der Erkrankung führen oder zu gar keiner.

      Trockene Luft führt zur Austrocknung der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum, wodurch diese empfindlicher und leichter angreifbar wird. Durch Tröpfcheninfektion (v.a. bei Husten, Schnupfen) sowie direkten Kontakt (z. B. Händeschütteln) werden die Erreger von einem Menschen auf den anderen übertragen.

      Ihr(e) Arzt/Ärtzin kann feststellen, ob es sich bei der Erkrankung um einen (banalen) grippalen Infekt, eine Grippe (Influenza) oder gar eine Lungenentzündung handelt. 

      Die wichtigsten Symptome

      Eine Erkältung (grippaler Infekt) wird durch Viren (v.a. Rhinoviren) ausgelöst. Die wichtigsten Symptome sind Schnupfen, Halsweh, Abgeschlagenheit, Frösteln, Kopfschmerz und erhöhte Temperatur. Sie kündigt sich 1-2 Tage vorher durch Abgeschlagenheit an und dauert ca. 1 Woche an. Durch entsprechende Medikamente können die Beschwerden gelindert werden, darüber hinaus sollten Sie sich schonen, viel schlafen, Tee trinken und Inhalieren.

      Die Grippe (Influenza) wird durch das Influenza-Virus hervorgerufen. Sie ist gekennzeichnet durch hohes Fieber bis 40°C, Schüttelfrost, Glieder- und Brustschmerzen, extreme Mattigkeit, heftigen Kopfschmerz und trockenen Husten. Die Krankheit beginnt sehr plötzlich mit heftigem Kopfschmerz und hohem Fieber. Das Fieber hält 3-5 Tage an, bis die Beschwerden ausgeheilt sind, kann es 6-8 Wochen dauern. In den ersten 48 Stunden können antivirale Medikamente helfen, eventuell kann ein Spitalsaufenthalt nötig sein.

      Eine Lungenentzündung kann durch Viren und Bakterien, z.B. durch Pneumokokken verursacht werden. Die Symptome sind Schüttelfrost, hohes Fieber, Atemnot, trockener Husten, atmungsbedingte Schmerzen in der Brust, eventuelle Blaufärbung von Lippen und Fingernägeln. Sie tritt manchmal schleichend auf, auch im Anschluss an eine Erkältung oder Grippe. Das Fieber kann nach ca. 1 Woche sinken, viele Beschwerden halten allerdings 3-4 Wochen an. Falls es sich um eine bakterielle Lungenentzündung handelt, werden Antibiotika verordnet, eventuell kann ein Spitalsaufenthalt notwendig sein.

      Vorbeugende Maßnahmen

      Durch Impfung gegen Influenza-Viren und Pneumokokken kann das Erkrankungsrisiko wesentlich gesenkt werden. Vor allem Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Personen mit einem belasteten Immunsystem (z. B. infolge chronischer Krankheit, genereller Immunschwäche) und Personen, die mit vielen Menschen Kontakt haben, sollten sich unbedingt impfen lassen. 

      Ein gut funktionierendes Immunsystem trägt dazu bei, das Krankheitsrisiko zu vermindern bzw. eine bestehende Erkrankung schneller und besser zu überwinden. Eine Immunstärkung können Sie beispielsweise durch folgende Maßnahmen erreichen:

      • Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde und vitalstoffreiche Kost (z. B. Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse, fettarme Milch und Milchprodukte). In Ihrer Apotheke berät man Sie über Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate zur Immunstärkung (z. B. Roter Sonnenhut, Sanddorn, Melissengeist).
      • Vermeiden Sie Stress, rauchen Sie nicht und trinken Sie nur wenig Alkohol.
      • Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft.
      • Lachen stärkt, Ärger und Streit hingegen schwächen das Immunsystem.
      • Kälte kann das Immunsystem dämpfen - achten Sie daher auf entsprechende Kleidung.
      • Wechselduschen und regelmäßige Saunabesuche haben nachweislich einen immunstärkenden Effekt.
      • Meiden Sie vor allem während einer Grippe-Epidemie den Kontakt mit erkrankten Personen (z. B. auf Massenveranstaltungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kino).

      Behandlungstipps

      Suchen Sie unverzüglich eine(n) Arzt/Ärztin auf, wenn

      • das Fieber sehr hoch ist (mehr als 39°C),
      • starke Schmerzen vor allem im Brustbereich, den Ohren, im Hals oder im Augen- bzw. Stirnbereich auftreten,
      • sich der Hustenauswurf gelblich/grünlich färbt oder sogar blutig ist,
      • Atemnot auftritt,
      • die Erkrankung länger als 1 Woche andauert.

      Vom Arzt/Ärztin verordnete Medikamente sowie rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke dienen in erster Linie der Linderung folgender Begleiterkrankungen:

      • Schnupfen (salzhaltige oder abschwellende Nasentropfen und -sprays, Wund- und Heilsalbe)
      • Husten (Mittel gegen trockenen oder schleimigen Husten, Inhalieren mit Kochsalzlösung oder diversen Kräutern, Hustentees)
      • Halsschmerzen (Lutschtabletten, Gurgeln mit desinfizierenden Lösungen, pflanzliche Arzneimittel mit ätherischen Ölen wie Kampfer, Pfefferminze, Fenchel oder Thymian)
      • Ohrenschmerzen (Ohrentropfen, ev. abschwellende Nasentropfen)
      • Fieber (Zäpfchen, Sirupe, Säfte, diverse Tees, fiebersenkende Tabletten z. B. mit Paracetamol oder Ibuprofen als Wirkstoff)

      Damit sich Ihre Abwehrkräfte voll entfalten können, sollten Sie sich unbedingt schonen und in schweren Fällen sogar das Bett hüten.

      Halten Sie sich warm (z. B. bei Halsschmerzen: Schal), aber überheizen Sie die Räume nicht. Tragen Sie in der kalten Jahreszeit im Freien immer eine Kopfbedeckung, da sehr viel Wärme über den Kopf verloren geht.

      Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist notwendig, damit die Schleimhäute nicht austrocknen (Nährboden für zusätzliche Infektionen). Lüften Sie regelmäßig, verwenden Sie einen Luftbefeuchter oder legen Sie ein nasses Tuch auf den Heizkörper.

      Sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Kräutertees aus der Apotheke, Suppen) und vitaminreiche Kost (z. B. Kompott, Fruchtmus, rohes und gekochtes Gemüse, Obstsalat mit Joghurt).

      Bei Halsbeschwerden ist das Auflegen eines Ölflecks (gemäß HNO-Facharzt Dr. R. Kürsten) über Nacht eine hilfreiche Erstmaßnahme: Dazu ein Küchenkrepp-Papier 2x falten und anschließend ein paar Tropfen nicht erwärmtes Speiseöl darauf geben. Das Krepp-Papier mit der öligen Seite auf den Hals legen, eine Plastikfolie (z. B. Tiefkühlbeutel, Küchenfolie) darüber geben und mit einem Tuch um den Hals fixieren.

      Nehmen Sie bei leichten Infekten abends ein warmes Bad mit ätherischen Ölen (z. B. Thymian, Eukalyptus, Rosmarin). Hinweis: Badetemperatur 35-38°C; Badedauer ca. 10-20 Minuten. Keine Anwendung von Vollbädern bei größeren Hautverletzungen oder akuten Hauterkrankungen, bei schweren fieberhaften oder infektiösen Erkrankungen, ferner bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz.

      Einreibungen mit Erkältungsbalsam erleichtern die Atmung (für Säuglinge und Kleinkinder gibt es spezielle Präparate ohne Menthol).

      Benutzen Sie Papiertaschentücher nur 1x und entsorgen Sie diese anschließend in einem eigenen Plastiksack. Waschen Sie nach dem Schnäuzen danach die Hände.

      Rauchen Sie während der Erkrankung nicht, da es u. a. die Schleimhäute reizt und das Immunsystem belastet. Nutzen Sie diese Gelegenheit für eine Tabakentwöhnung - wir unterstützen Sie dabei.

       





      Hausapotheke

      Damit Sie im Bedarfsfall rasch und effizient handeln können ist eine gut ausgestattete Hausapotheke von größter Bedeutung. Speziell für kleinere Alltagsbeschwerden (Kopfschmerzen, Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden etc.) und Verletzungen (z. B.Schnittwunden, Verbrennungen) sollten Sie gut gerüstet sein. Die Hausapotheke kann den/die Arzt/Ärztin aber nicht ersetzen. Bei ernsten bzw. langandauernden Beschwerden sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen.

      Beachten Sie allgemein:

      • Bewahren Sie Medikamente samt Beipackzettel und Überkarton auf. Medikamente, deren Etikett oder Beipackzettel fehlen, sollten Sie in der Apotheke entsorgen.
      • Arzneimittel kindersicher, d.h. in einem versperrbaren Schrank in mind. 1,50m Höhe, und an einem trockenen, kühlen Ort wie z. B. Schlafzimmer oder Flur lagern.
      • Kontrollieren Sie Medikamente und Verbandsmaterial bezüglich des Verfallsdatums zumindest 2x pro Jahr und bringen Sie abgelaufene Arzneimittel zur Entsorgung in die Apotheke.
      • Kaufen Sie wichtige Medikamente rechtzeitig nach.
      • Arzneimittel sind Kindern nur in Rücksprache mit dem Arzt/der Ärztin bzw. ApothekerIn und in vorgeschriebener Dosierung zu verabreichen.
      • Lassen Sie keine Medikamente frei herumliegen.
      • Befolgen Sie die Einnahmevorschriften des Arztes/der Ärztin und Herstellers.
      • In der Regel sollten Sie keine Arzneimittelreste, die von früheren Verschreibungen Ihres(r) Arztes/Ärztin zurückgeblieben sind, aufgrund einer selbst erstellten Diagnose verwenden.
      • Bewahren Sie Putz- oder Reinigungsmittel (z. B. Salmiak, Fleckenwasser, Terpentinöl, Säuren etc.) nicht in der Hausapotheke und auch nicht in der unmittelbaren Nähe auf.
      • Notieren Sie wichtige Notfallnummern, wie z. B. Rettung (144), Polizei (133), Feuerwehr (122), Ärztlicher Notdienst (141), Vergiftungszentrale (406 43 43-0), um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

      Was gehört in den Medizinschrank?

      Folgendes sollte Ihre Hausapotheke auf jeden Fall enthalten:

      Verbandsmaterial:

      Verbandmull, Mullbinden, Elastische Binden, Wundauflagen, Heftpflaster & Pflasterstrips in diversen Größen, Dreiecktuch, Sicherheitsnadeln, Erste-Hilfe-Broschüre sowie Erste-Hilfe-Produkte zur raschen Blutstillung (z. B. blutstillender Spray, sterile Tampons gegen Nasenbluten)

      • Bevorzugen Sie „hypoallergene“ und „atmungsaktive“ Verbandstoffe.
      • Empfehlenswert sind Verbandstoffe und Wundgaze, die mit der Wunde nicht verkleben.
      • Prüfen Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum von steril verpacktem Verbandsmaterial und entsorgen Sie den Verbandstoff, wenn die Verpackung beschädigt ist.

      Krankenpflegemittel:

      Einmalhandschuhe, Badethermometer, Wärmflasche, Desinfektionsmittel, Augenklappe, Mundspatel, Splitterpinzette, Nagelschere, Nasensekretabsauger, Fieberthermometer, Kalt/Warm-Gelkompressen, Lupe, Zeckenzange, Lederfingerling. 

      Arzneimittel:

      Für nachfolgende Beschwerden sollten Sie mit den entsprechenden Medikamenten gerüstet sein:

      Bauchschmerzen, Insektenstiche, Ohren- und Augenentzündungen, Husten, Blähungen und Appetitlosigkeit, Durchfall, Schnupfen und Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Hautirritationen und Sportverletzungen.

      Bei der Bestückung Ihres Medizinschrankes auch mit homöopathischen Präparaten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

      Hausapotheke für Kinder

      Speziell wenn Kinder im Haushalt sind, sollte auf eine gut ausgestattete Hausapotheke Wert gelegt werden, um für Alltagsbeschwerden und Verletzungen gerüstet zu sein. 

      Grundsätzliches zur Handhabung der Hausapotheke:

      Bewahren Sie Medikamente immer unzugänglich für Kinder auf und entfernen Sie den Beipackzettel nicht. Finden Sie Medikamente, bei denen das Etikett oder der Beipackzettel fehlt, dann schmeißen Sie diese weg. Die Verwechslungsgefahr ist zu hoch.

      • Kontrollieren Sie Medikamente und Verbandsmaterial bezüglich des Ablaufdatums und geben Sie die abgelaufenen Arzneien in Ihrer Apotheke ab, dort werden sie fachgerecht entsorgt. Kaufen Sie wichtige, regelmäßig benötigte Medikamente nach.
      • Lagern Sie die Medikamente an einem kühlen und trockenen Ort. Küche oder Bad sind dafür wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nicht geeignet.
      • Bewahren Sie Putz- oder Reinigungsmittel (z. B. Salmiak, Fleckenwasser, Terpentinöl, Säuren etc.) nicht in oder neben der Hausapotheke auf. Nehmen Sie die Medikamente wie vom Arzt/Ärztin verordnet ein.
      • In der Regel sollten Sie keine Arzneimittelreste, die von früheren Verschreibungen Ihres(r) Arztes/Ärztin zurückgeblieben sind, aufgrund einer selbst erstellten Diagnose verwenden.Legen Sie eine Broschüre mit Erste-Hilfe-Maßnahmen in den Medizinschrank um im Ernstfall richtig zu handeln und notieren Sie sich Notfallnummern der Polizei (133), der Feuerwehr (122), der Rettung (144), des ärztlichen Notdienstes (141) und der Vergiftungszentrale (4064343-0).

      Was sollte der Medizinschrank beinhalten?

      Ihre Hausapotheke sollte auf jeden Fall Verbandsmaterial, allgemeine Krankenpflegemittel und eine Grundausstattung an Arzneimitteln enthalten:

      1. Verbandsmaterial:

      Mullbinden, Pflaster, Wundgaze, etc., die den Zusatz „hypoallergen“ und „atmungsaktiv“ haben sollten. Ideal sind Verbandstoffe, die nicht mit der Wunde verkleben können.

      2. Krankenpflegemittel:

      Plastikhandschuhe, Badethermometer, Wärmeflasche, Desinfektionsmittel, Augenklappe, Mundspatel, Splitterpinzette, Nagelschere, Nasensekretabsauger, Fieberthermometer, Kalt/Warm-Gelkompressen, Lupe, Zeckenzange, Lederfingerling. 

      3. Arzneimittel-Grundausstattung:

      • Multivitamintonikum oder -brause gegen Appetitlosigkeit
      • Augentropfen gegen Entzündung/Allergie
      • Magen-Darm-Tee und/oder krampflösende Präparate gegen Bauchschmerzen
      • Anis-, Fenchel- und Kümmel-Tee, sowie Windsalbe oder Tropfen gegen Blähungen 
      • Elektrolytlösung, Kapseln bzw. Granulat mit Bifidus- oder Acidophilusbakterien sowie getrocknete Heidelbeeren gegen Durchfall
      • Elektrolytlösung bzw. verordnete Medikamente gegen Erbrechen
      • Zäpfchen oder Sirup gegen Fieber
      • Lutschtabletten oder Spray gegen Halsschmerzen
      • Heil- und/oder Pflegecremen, Kühlgele oder Schüttelmixturen gegen Hautirritationen
      • Salzlösung zum Inhalieren, mentholfreie Einreibungen, schleimlösende sowie hustendämpfende Mittel gegen Husten
      • Individuelle Arzneimittel, welche ständig oder häufig eingenommen bzw. angewendet werden müssen (z. B. bei Allergien, Neurodermitis).
      • Mittel zur Insektenabwehr, ein kühlendes Gel oder Tropfen gegen Juckreiz, weiters Lavendelöl, Calciumtabletten und verordnete Antihistaminika gegen Schwellungen und Juckreiz nach Insektenstichen
      • 10%iges Rosmarin- oder Pfefferminzöl oder ein für Kinder geeignetes Schmerzmittel gegen Kopfschmerz
      • Homöopathische Ohrentropfen im Falle von Ohrenschmerzen
      • abschwellende und schleimlösende Präparate/Sprays, Majoran- oder Wundsalbe oder auch Kochsalzlösung zum Inhalieren gegen Schnupfen
      • Zur Behandlung von Schürf- und Schnittwunden Wunddesinfektionsmittel, einen blutstillenden Erste-Hilfe-Spray, sowie Calendula- Salbe oder Wundsalbe, gegen eventuelle Prellungen Arnika- oder Heparin-Salbe, für Verstauchungen ein kühlendes Gel oder eine schmerzstillende Salbe ,bei Schiefer hilft eine Zugsalbe
      • Kindergeeignete Sonnenschutzmittel, Salben/Gele gegen Verbrennungen, bzw. Sonnenbrand
      • Milchzucker gegen Verstopfung
      • Kamillen-, Kleie- oder Eichenrindenbad, sowie Zinkpaste, Kamillensalbe oder eine Wund- und Heilsalbe gegen Wundsein
      • Veilchen- oder Kalmuswurzel, Spezialgele bzw. ein für Kinder geeignetes Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen

      Bei der Bestückung Ihres Medizinschrankes, auch mit homöopathischen Präparaten, steht wir Ihnen gerne zur Verfügung.

      Tipps zur richtigen Anwendung von Arzneimitteln bei Kindern:

      • Bestrafen Sie Ihr Kind nicht, wenn es die Medizin nicht einnehmen will, sondern versuchen Sie es erneut, aber lassen Sie auch nicht mit sich handeln.
      • Um Verwechslungen vorzubeugen bezeichnen Sie Medizin nie als Süßigkeiten.
      • Das Kind sollte bei der Medikamenteneinnahme sitzen oder stehen.
      • Achten Sie auf die genaue Dosierung und benutzen Sie bei Säften die üblichen Dosierhilfen wie Spritzen oder Medizinlöffel aus Plastik.
      • Tragen Sie Salben und Puder nie gleichzeitig auf.
      • Fragen Sie Ihren Arzt/Ärztin oder Apotheker/in, ob Sie schlecht schmeckende Medikamente in Kombination mit Lebensmitteln, wie z.B Pudding, einnehmen können, um den Geschmack abzuschwächen.
      • Geben Sie flüssige Medikamente auf den hinteren seitlichen Teil der Zunge - so werden Sie schnell verschluckt - oder verwenden Sie einen Medikamentenschnuller.
      Herzgesundheit

      Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in den Industrieländern die Todesursache Nr. 1 dar. In Österreich sterben jährlich etwa 43.500 Menschen (= 52,5% aller Todesfälle) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei Männer deutlich häufiger in jüngeren Jahren versterben als Frauen.

      Die Erkrankungshäufigkeit nimmt bei den Frauen besonders nach den Wechseljahren stetig zu, da dann die "schützenden" Hormone nicht mehr in so großer Menge gebildet werden. Mit fortschreitendem Alter wird der Unterschied in der Anzahl der Erkrankungen zwischen Mann und Frau zunehmend geringer.

      Erhöhter Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel und "Stress" sind die wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverkalkung.

      Ein gesunder Lebensstil stellt folglich die wichtigste Mahnahme zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.

      So halten Sie Ihr Herz fit: 

      Rauchen Sie nicht!

      Raucher haben ein 2 - 4fach erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden als Nichtraucher. Durch erfolgreiche Raucherentwöhnung kann bereits nach 2 - 3 Jahren Tabakabstinenz das Risikoniveau eines Nichtrauchers erreicht werden. Professionelle Rauchertherapie sowie Nikotinersatzpodukte aus der Apotheke helfen bei der Tabakentwöhung.

      Ernähren Sie sich gesund!

      Gesunde Ernährung wirkt sich auch positiv auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, den Blutdruck und das Körpergewicht aus und trägt so dazu bei, das Risiko für Herzerkrankungen zu vermindern.
      Bei Ihrer Ernährung sollten Sie in erster Linie auf "Fett(qualität)" achten. Essen Sie wenig tierische Fette (Fleisch- und Wurstwaren sowie Milch und Milchprodukte) und verwenden Sie zur Zubereitung der Speisen hochwertige Pflanzenöle. Essen Sie täglich hochwertige Getreideprodukte sowie Obst und Gemüse. Fisch und Hülsenfrüchte sollten wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Genießen Sie Süßwaren und -speisen sowie diverse salzige Knabberartikel in Maßen. Trinken Sie wenig Alkohol (max.: Frauen 1/8 Wein oder 0,3lt Bier und Männer 2/8 Wein oder 0,5lt Bier täglich). 

      Bewegen Sie sich regelmäßig!

      Regelmäßige Bewegung hilft den Blutdruck, den Blutzucker- und Cholesterinspiegel sowie Übergewicht zu senken bzw. zu vermeiden. Versuchen Sie weniger mit dem Auto, dafür mehr zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein. Auch Treppensteigen anstelle des Liftes oder der Rolltreppe sind ein Anfang. Als weitere "günstige" Sportarten wären Wandern, Walking, Laufen, Schilanglauf, Schwimmen und Tanzen zu nennen - da ist wohl für jeden Mann und jede Frau etwas dabei!

      Der allgemein empfehlenswerte wöchentliche Trainingsumfang sollte zumindest 2 Stunden betragen, aufgeteilt auf 3 bis 4 Einheiten. Ihre optimale Belastungsherzfrequenz sollten Sie durch Ergospirometrie und Lactatanalyse bestimmen lassen (die allgemein gängige Faustregel 180 minus Lebensalter ist lediglich zu Ihrer Orientierung gedacht), danach dienen Herzfrequenzmessgeräte zur Kontrolle (erhältlich in Ihrer Apotheke).  

      Achten Sie auf Ihre Cholesterinwerte!

      Erhöhtes "schlechtes Cholesterin" (LDL-Cholesterin) fördert die Gefäßverkalkung. Es wird vor allem durch die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren (v. a. enthalten in tierischen Produkten wie Wurst, Fleisch, Käse, Eiern) und Transfettsäuren (Fertigprodukte, Produkte aus der Friteuse) gesteigert.
      Eine LDL-Senkung können Sie z. B. erreichen durch: die Aufnahme von pflanzlichen Ölen (z. B. Oliven-, Raps- Walnuss- oder Sojaöl), Phytosterinen (Nüsse, Getreidekörner, Hülsenfrüchte), Omega-3-Fettsäuren (Makrele, Lachs, Hering - möglichst frisch) und Ballaststoffen (Obst, Gemüse, Hafer) sowie durch die Einnahme von Medikamenten. 

      Kontrollieren Sie regelmäßig den Blutzuckerspiegel!

      Diabetiker (v.a. Typ II) haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da sie häufig am sogenannten Metabolischen Syndrom, d.h. an erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck, Übergewicht und Insulinresistenz leiden.
      Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten Sie Ihre verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen, vorhandenes Übergewicht reduzieren, ausreichend Bewegung machen, die Ballaststoffzufuhr (Obst, Gemüse, Getreide) erhöhen sowie mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Insulinpflichtige Diabetiker (z. B. Typ I) müssen die Kohlenhydrataufnahme dem Insulin anpassen.

       

      Schauen Sie auf Ihre psychische Gesundheit!

      Psychosozialer Stress, psychosoziale Vereinsamung sowie Depression korrelieren nachweislich mit einem höheren Infarktrisiko, während sich der sogenannte "Stress" erst durch die damit verbundenen Risikofaktoren (Rauchen, Bewegungsmangel, Fehlernährung) negativ auf die Herzgesundheit auswirkt.
      Nehmen Sie sich mehr Zeit für sich und Ihre Bedürfnisse. Gehen Sie aus. Treffen Sie sich regelmäßig mit Freunden. Unternehmen Sie eine (Gruppen)Reise. Erlernen Sie spezielle Entspannungstechniken und suchen Sie professionelle Hilfe auf, wenn der Stress zu einem unüberwindbaren Problem wird.

      Hypertonie

      Die arterielle Hypertonie, oft verkürzt auch Hypertonie oder im täglichen Sprachgebrauch Bluthochdruck genannt, ist ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist. 

      Mit jedem Pulsschlag zieht sich das Herz zusammen und befördert das Blut in die vielverzweigten Röhren des Kreislaufes. Diese Pulswelle wird als "systolischer" oder oberer Blutdruckwert bezeichnet. Wenn das Herz vor dem nächsten Pulsschlag erschlafft und die Spannung im Muskel kurz nachlässt, sinkt auch der Druck in den Gefäßen auf den unteren, den "diastolischen" Wert. Der italienische Internist Riva Rocci führte Ende des 19. Jahrhunderts ein Gerät zum Messen des Blutdrucks in der Medizin ein, welches seitdem zu einem der gebräuchlichsten Instrumente der Ärzte geworden ist.

      Bluthochdruck verursacht oft jahrelang keine Beschwerden und wird häufig erst dann erkannt, wenn Folgeerkrankungen, wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Arteriosklerose, Nierenversagen, Herzkranzgefäßerkrankung, Herzschwäche oder gestörte Durchblutung der Augennetzhaut auftreten. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig Ihren Blutdruck, damit dieser rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann.

      Ca. 80-90 % der Betroffenen leiden an der sogenannten primären oder essentiellen Hypertonie, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist. Neben Erbanlagen spielt vor allem der Lebensstil (Übergewicht, Rauchen, Stress, Bewegungsmangel) eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung. Die restlichen ca. 10 -20% der Patienten leiden unter einer sekundärer Hypertonie, welche durch Erkrankungen der Nieren, des Nervensystems, des Herz-Kreislaufsystems, Veränderungen im Hormonhaushalt (Schilddrüse, Nebenschilddrüsen) sowie durch die Einnahme bestimmter Medikamente hervorgerufen sein kann.

      Der Blutdruck ändert sich abhängig von Lebensumständen und Lebenssituation: So steigt er z. B. bei Stress und sinkt bei Entspannung. Deshalb ist es notwendig, den Blutdruck täglich zu messen. Sind 7 (Zahl der Wochentage) von 30 Messwerten (Tage eines Monats) zu hoch (>= 135/85), liegt eine behandlungsbedürftige Hypertonie vor. 

      Tipps zur Selbstmessung

      • Messen Sie am Oberarm, so messen Sie automatisch in Herzhöhe.
      • Achten Sie darauf, dass Sie immer ungefähr zur gleichen Zeit Ihren Blutdruck bestimmen.
      • Setzen Sie sich dazu entspannt hin und warten Sie ein paar Minuten, bevor Sie mit der Messung beginnen.
      • Legen Sie die Manschette laut Anleitung an und beginnen Sie die Messung.
      • Tragen Sie die Werte in eine Tabelle oder einen Blutdruckpass, den Sie von uns erhalten, so haben Sie einen Überblick über Ihren Blutdruck.
      • Warten Sie eine Minute bevor Sie erneut messen.
      • Sie können Ihren Blutdruck auch am Handgelenk messen. Achten Sie dabei darauf, dass das Handgelenk in Herzhöhe ist um die Messergebnisse nicht zu verfälschen.

      Maßnahmen gegen Bluthochdruck

      Stellen Sie Ihren Lebensstil um – vermeiden Sie Stress, achten Sie auf Ihre Ernährung, bewegen Sie sich mehr und verzichten Sie auf Genussmittel. Bei leichter Hypertonie können Sie so der Erkrankung entgegenwirken. Bei stark erhöhtem Blutdruck hingegen muss meist ein Leben lang medikamentös behandelt werden. 

      1. Ernährung

      • Ernähren Sie sich ausgewogen (u. a. täglich je 2 Portionen Gemüse und Obst (ca. 400g), 200g Getreideprodukte wie Vollkornbrot, -reis oder -nudeln, 1 Milchprodukt oder 1 Glas Milch + max. 2 Scheiben mageren Käse; 2x pro Woche alternierend fettarmes Fleisch und Wurstwaren sowie einmal pro Woche Hülsenfrüchte und Seefisch). Weiters sollten Sie pro Tag rund 2 - 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen u. a. in Form von Trink- oder Mineralwasser bzw. ungesüßten Tees.
      • Reduzieren Sie die Kochsalzzufuhr durch verminderten Konsum von konservierten Lebensmitteln, Fertigprodukten, Wurst, Mineralwasser (max. 20 mg Natrium/Liter) und Brotsorten. Pro Tag sollten höchstens 2,4 g Natrium (entspricht 5-6 g Kochsalz) konsumiert werden. Durch Verwendung von Gewürzen, frischen Zutaten und schonenden Zubereitungsarten (Brat- und Alufolien, Dämpfen, Dünsten, Garen im Römertopf) kann Salz eingespart werden.
      • Kalium,  Magnesium und Calcium können blutdrucksenkend bzw. -regulierend wirken. Deshalb sollten diese Mineralstoffe immer in ausreichender Menge zugeführt werden. Es gelten folgende Empfehlungen für Erwachsene: Kalium 2.000 mg/Tag; Magnesium: 300 - 400 mg/Tag; Calcium: 1.000 mg/Tag. Achtung! Bei Nierenerkrankungen fragen Sie dazu Ihre/n Arzt/Ärztin.
      • Die Fettzufuhr sollte z. B. bei einem Gesamtenergiebedarf von 2.200 kcal in etwa 70 g pro Tag betragen. Die Aufteilung ist dabei idealerweise folgendermaßen: 7-10% "gesättigte Fettsäuren" (v.a. enthalten in tierischen Produkten), 10-15% "einfach ungesättigte Fettsäuren" (z. B. Oliven- oder Rapsöl) und 7-10% "mehrfach ungesättigte Fettsäuren" (z. B. Distel-, Maiskeim-, Soja- oder Sonnenblumenöl und Fischöl z. B. vom Lachs oder Hering). Verwenden Sie fettarme Zubereitungsarten (Garen, Dämpfen, Dünsten, Brat- oder Alufolie). Vermeiden Sie fettreiche Snacks wie Chips, Erdnuss-Snips etc. (diese enthalten zusätzlich Natrium-Verbindungen), fette Fleisch- und Wurstsorten (Salami, Kantwurst) sowie fettreiche Milchprodukte (v.a. Käse, Schlagobers, Creme Fraîche). 
      • Kaffe- oder Teegenuss führt bei Menschen, die es gewohnt sind, Kaffee zu trinken, zu keinem nennenswerten Anstieg des Blutdrucks.
      • Bei Übergewicht sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden, denn jedes überflüssige Kilo bedeutet eine Mehrarbeit des Herzens. Personen mit hohem Bauchfettanteil sind besonders gefährdet, einen Bluthochdruck zu entwickeln. Die Fettzellen des Bauchfettes bilden verstärkt Botenstoffe, die eine Zusammenziehen der Blutgefäße bewirken.
      • Hören Sie gegebenenfalls mit dem Rauchen auf. Eine Nikotinabstinenz reduziert das gesamte Risiko für Herzerkrankungen massiv.
      • Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck bei Ihrem(r) Arzt/Ärztin messen

      2. Bewegung:

      • Der Grundsatz "nicht zu viel und auch nicht zu wenig" gilt auch hier. Gehen Sie ihr Training langsam an und steigern Sie die Trainingszeit und -intensität allmählich. Fangen Sie z.B. 3 mal die Woche 30 min lang mit schnellem Gehen an. Erhöhen Sie alle 2 – 3 Wochen die Dauer  der Einheit um 5 min bis Sie 50 – 60 min erreicht haben. Auch im Alltag können Sie trainieren – benutzen Sie die Treppe statt dem Lift, lassen Sie Ihr Auto öfters mal stehen, gehen Sie viel zu Fuß, am besten so schnell, dass Sie gerade nicht laufen müssen usw. Beachten Sie, dass Ausdauertraining den Blutdruck senkt, Kraft-/Kampftraining hingegen diesen erhöht.  
      • Halten Sie v. a. bei bestehendem Bluthochdruck Rücksprache mit dem(r) Arzt/Ärztin, welche Sportart für Sie geeignet ist und in welchem Pulsbereich Sie trainieren sollen. 
      • Kontrollieren Sie dabei Ihre Herzfrequenz mit einem Herzfrequenzmessgerät aus der Apotheke. Durch regelmäßige Bewegung können Sie eine Normalisierung des Blutdrucks, Verbesserung der arteriellen und venösen Durchblutung, Senkung des Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisikos, Gewichtsreduktion, Senkung des Cholesterinspiegels und des Blutzuckers, Erhöhung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens und Stressabbau erreichen.

      Geeignete Sportarten:

      • Gehen: Hat eine gute Wirkung auf die Ausdauer. Eine Überforderung ist kaum möglich. Gehen ist in der Ebene gelenkschonend und auch bei Übergewicht zu empfehlen. Achten Sie auf kleine Schritte sowie bequeme Kleidung und Schuhe. 
      • Bergwandern: Hat eine gute Wirkung auf die Kraftausdauer. Achten Sie darauf, ,keine zu großen Schritte zu machen! Vorsicht beim Bergabgehen, wenn die Muskulatur ermüdet ist, kommt es zu hohen Belastungen der Kniegelenke.
      • Laufen: Ist eine sehr gute Ausdauersportart, da viele Muskeln zugleich trainiert werden. Unbedingt richtige Laufbekleidung verwenden, sie soll gut sitzen und darf nicht einengen! Passende Laufschuhe für den jeweiligen Laufstil verwenden. Machen Sie keine zu großen Schritte und kontrollieren Sie die Intensität über die Herzfrequenz.
      • Heimtrainer: Ideales Trainingsgerät, da sehr gut steuerbar, witterungsunabhängig und gelenksschonend. Wichtig ist ein niedriger Widerstand und eine hohe Trittfrequenz (optimal 60 - 70 Umdrehungen/Minute). Achten Sie auf die korrekte Sitzposition und entsprechende Bekleidung. Hinweis: evtl. elektromagnetisch gebremstes Gerät verwenden - dieses ist leise und hält den Widerstand konstant.
      • Radfahren: Sehr gute Ausdauersportart, vor allem bei Übergewicht, Gelenksproblemen und in der Rehabilitation. Eine hohe Trittfrequenz ist wichtig (70 - 80 U/Min). Nehmen Sie genügend zum Trinken mit, z. B. mildes bzw. stilles Mineralwasser oder einen verdünnten Fruchtsaft (1 Teil Saft : 3 Teile Wasser). Die Herzfrequenz soll beim Rad fahren um 10 Schläge pro Minute niedriger sein als beim Laufen.
      • Schilanglauf: Hohe Ganzkörperbeanspruchung. Wegen geringer Gelenksbelastung auch für Übergewichtige empfehlenswert. Achten Sie auf die richtige Technik! Tragen Sie entsprechende Kleidung und verwenden Sie zu Beginn "No Wax Schi" (Schuppenschi).
      • Schwimmen: Sehr gute Ganzkörperbeanspruchung - optimal sind Kraulen bzw. Rückenschwimmen (Achtung: nicht zu intensiv betreiben; nur bei sehr guter Technik gelenkschonend). Beim Brustschwimmen sollten Sie auf Wirbelsäule und Kniegelenke achten. Die Herzfrequenz soll beim Schwimmen um 10 Schläge pro Minute niedriger sein als beim Laufen.

      3. Medikamente:

      Ein konsequentes Einhalten der therapeutischen Maßnahmen, insbesondere die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente, sind Voraussetzung für den Behandlungserfolg. Es gibt eine große Anzahl von hochwirksamen Arzneimitteln: 

      • Diuretika (Harntreibende Medikamente): Sie befreien den Körper von überschüssigen Salzen und Flüssigkeit, wodurch das Blutvolumen verringert wird und der Gefäßwiderstand fällt.
      • Beta-Blocker: Durch ihre Wirkung auf den Adrenalinhaushalt wird das Herz entlastet und schlägt etwas langsamer.
      • Alpha-Blocker: Diese Medikamente sind in der Lage die Gefäßwände zu entspannen, wodurch der Blutdruck fällt.
      • Calcium-Blocker: Sie können die Spannung in den Gefäßwänden vermindern, was zur Senkung des Blutdruckes führt. Außerdem wirken Sie leicht entspannend auf Herzmuskelzellen und senken so den Sauerstoffbedarf des Herzens (was ebenfalls eine Entlastung bedeutet).
      • ACE-Hemmer und Angiotensin II-Rezeptorantagonisten: Ein Hormon (Angiotensin), welches gefäßverengend wirkt, wird durch dieses Medikament gehemmt, wodurch es zu einer Blutdrucksenkung und Entlastung des Herzens kommt.

      Beachten Sie, dass Rauchen und Alkohol die Wirkung dieser Medikamente verringert.

      Immunsystem

      Das Immunsystem ist unser Abwehrsystem gegenüber gefährlichen Einflüssen aus der Umwelt aber auch aus dem Körperinneren. Zu diesen gefährlichen Einflüssen zählen vor allem Bakterien, Viren, Pilze und entartete Zellen. Das Immunsystem umfasst neben Organen (z.B. Leber) das Knochenmark, das Lymphsystem und das Blut.

      Die beiden wichtigsten Teilbereiche des Immunsystems sind:

      • Spezifische Abwehr: Bei dieser handelt es sich um erworbene Abwehrkräfte. Der Organismus muss also bereits einmal attackiert worden sein, damit diese Maßnahme richtig greifen kann.
      • Unspezifische Abwehr: Sie ist angeboren und mit den Genen vererbt worden. Diese Art der Abwehr richtet sich unspezifisch gegen alles was widerrechtlich in den Körper eindringt.

      Besonders in der kalten Jahreszeit spielt das Immunsystem bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten die zentrale Rolle. Ein intaktes Immunsystem kann gefährliche Viren und Bakterien aus eigener Kraft abwehren und man bleibt von der Erkältung verschont.  Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, können die Viren sich einnisten, sie breiten sich schnell aus und die typischen Symptome einer Erkältung treten auf: Schnupfen, Husten, Heiserkeit.

      "Hausmittel" zur Unterstützung der Abwehrkräfte

      Wir können folgendes tun um bei der Produktion der Abwehrkräfte unterstützend zur Seite zu stehen.

      Bewegung und Sport an der frischen Luft:

      Spaziergänge an der frischen Luft stärken unser Immunsystem. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, welches Wetter herrscht, sondern ob man passend angezogen ist. Wichtig bei Frost: die Füße müssen es immer warm haben. Sind die Füße doch kalt geworden, zu Hause ein warmes Fußbad nehmen.

      Wer mehrmals die Woche sportlich aktiv ist, trainiert auch das Immunsystem. Die Bewegung bringt die Abwehrzellen und wichtige Botenstoffe auf Trab und hilft, Infekten vorzubeugen. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen, Radfahren oder Skilanglauf sind besonders geeignet um das Immunsystem zu stärken.

      Wechselduschen:

      Beginnen Sie mit einer 2 bis 3 Minütigen warmen Dusche, denn der Körper sollte am Anfang der Wechselduschen nicht kalt sein. Stellen Sie dann für 10 Sekunden auf kalt und bewegen den Duschkopf in kreisenden Bewegungen immer von unten nach oben zum Herzen hin. Wiederholen Sie diesen Vorgang drei bis vier Mal und beenden Sie das Duschen mit einem kalten Durchgang.

      Viel trinken:

      Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, denn dadurch werden krankmachende Keime ausgespült. Außerdem sorgt ausreichendes Trinken für mehr Leistungsfähigkeit und Konzentration.

      Sauna, Kneippen und Wassertreten:

      Winterzeit ist Saunazeit. Saunieren Sie regelmäßig, denn das Schwitzen stimuliert den Körper und die Sinne. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden durch die extremen Temperaturreize stimuliert. Zugleich kommt der Geist mitten im hektischen Alltag bei einem Saunagang zur Ruhe. Kneippen, also Spazieren im kalten Wasser, das bis über die Waden reicht, stärkt die Abwehrkräfte. Dabei steht immer nur ein Bein im Wasser. Begrenzen Sie den Vorgang auf eine Minute und trocknen Sie sich danach gut ab, duschen sie warm und ziehen dann dicke Socken an.

      Gesunde und vitaminreiche Ernährung:

      Eine gesunde, durchdachte Ernährung ist gerade im Winter besonders wichtig. Neben Vitaminen sollten auch genügend Spurenelemente wie Eisen und Zink aufgenommen werden. Besonders ein Mangel an Zink erhöht die Infektanfälligkeit. Im Winter sind vor allem die klassischen Wintergemüse wie Lauch, Sellerie, Weißkraut, Karotten, Grünkohl und Spinat zu empfehlen. Besonders wichtig in der kalten Jahreszeit ist die Aufnahme von Vitamin A, C und E.

      Kur mit Arnika- oder Echinacea-Extrakten:

      Vorbeugen ist besser als behandeln. Eine vorbeugende Kur mit Arnika- oder Echinacea-Extrakten stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte – das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden stimuliert.

      Richtiger Umgang mit Stress:

      Dauerhafter Stress kann das Immunsystem regelrecht lahmlegen. Stress ganz zu vermeiden wird kaum möglich sein. Aber ob Stress auf unsere Gesundheit eine negative Auswirkung hat, hängt im großen Maße davon ab wie man mit Stress umgeht. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Freude am Leben und positives Denken Glück und Gesundheit erhalten können. 

      Unser Tipp:

      Erkennen Sie erste Krankheitsanzeichen und ergreifen Sie sofort Maßnahmen dagegen. Trinken Sie viel, um die Krankheitserreger aus Ihrem Körper zu spülen und wenden Sie eine Schwitzkur an, sobald ein leichtes Kratzen und Hüsteln auftritt. Gurgeln Sie mit Salzwasser um eine beginnende Entzündung gleich zu stoppen.

      Kopfschmerzen

      Unter gelegentlichem Kopfschmerz leidet nahezu jeder Mensch im Laufe seines Lebens. Tritt dieser selten auf, dauert nur kurz und ist von erträglicher Intensität, muss kein(e) Arzt/Ärztin konsultiert werden. Tritt der Kopfschmerz hingegen häufig oder plötzlich auf, ist sehr heftig und begleitet von Allgemeinsymptomen, wie z.B. Fieber, Bewusstseins- und Sehstörungen oder Nackensteifigkeit, dann ist auf jeden Fall eine ärztliche Untersuchung anzuraten.

      Welche Arten von Kopfschmerz gibt es?

      Nach der Ursache können Kopfschmerzen in 2 Untergruppen eingeteilt werden:

      1. Primärer Kopfschmerz:

      Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Diese Art von Kopfschmerz trifft jeden Menschen innerhalb seines Lebens öfter und kann durch Wetterumstellung, bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente, hormonelle Veränderungen, starke Kälteeinwirkung, Alkoholgenuss, Stress und Licht oder Lärm ausgelöst werden. Zu den primären Kopfschmerzen gehören:

      • Migräne: Hier tritt der Kopfschmerz nur auf einer Seite des Gehirns auf (meistens um ein Auge oder die Schläfen herum). Der Schmerz ist pulsierend, hämmernd oder pochend. Arbeit- und Freizeitaktivitäten sind oft aufgrund der starken Schmerzen kaum oder gar nicht möglich. Ein Migräneanfall ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit sowie Überempfindlichkeit gegenüber hellem Licht, Lärm, Gerüchen oder Berührung der Haut.
      • Spannungskopfschmerz: Dieser tritt fast immer beidseitig auf. Der Schmerz ist dumpf-drückend ("wie in einem Schraubstock") und zieht häufig herum, z.B. vom Hinterkopf hoch bis in den Stirnbereich und hinter die Augen. Der Schmerz entsteht oft im Zusammenhang mit Stresssituationen oder auch durch falsche Körperhaltung.
      • Clusterkopfschmerz: Er wird als bohrend-brennend bzw. stechend empfunden. Der Schmerz ist streng einseitig und tritt fast immer auf der gleichen Gesichtshälfte auf. Die Attacke beginnt ganz plötzlich, mit dem typisch stechenden Schmerz im Augen- und Schläfenbereich. Auge und Nase tränen heftig und das Auge ist zudem gerötet.

      2. Sekundärer Kopfschmerz:

      Sekundärer oder auch symptomatischer Kopfschmerz tritt als Folgeerscheinung einer Erkrankung (z.B. Grippe oder Kopfverletzung) auf. Wenn die Grunderkrankung geheilt wird, dann verschwindet auch der Kopfschmerz.

      Was kann ich gegen Kopfschmerzen tun?

      • Beachten Sie die richtige Körperhaltung am Arbeitsplatz und zu Hause. Stellen Sie Ihren Stuhl dabei so ein, dass im Sitzen Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden und die Unterarme beim Schreiben flach auf der Tischplatte liegen. Achten Sie darauf, dass die Sitzkante abgerundet ist.
      • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Über den Tag verteilt sollten Sie 2 – 2,5 Liter trinken. Dabei eignen sich besonders: stilles oder mildes Mineralwasser oder Leitungswasser, Suppen oder Kräuter- und Früchtetees ohne Zucker.
      • Bewegen Sie sich ausreichend, am besten an der frischen Luft, denn Bewegung verhilft Ihnen zu einem klaren Kopf.
      • Konsumieren Sie wenig Alkohol und verzichten auf das Rauchen.
      • Schlafen Sie ausreichend und ernähren Sie sich gesund und ausgewogen!
      • Baden Sie mit entspannenden Substanzen wie Melisse, Baldrian und Citronella oder wenden Sie Entspannungstechniken wie Tai-Chi, Qigong oder autogenes Training an.
      • Lassen Sie sich gegen Kopfschmerz akupunktieren, wenden Sie Akupressur an oder lassen Sie sich ein Biofeedback geben.
      • Die Schmerzen lassen sich auch durch Wärmebehandlungen wie Wärmflasche oder Bad und Rotlicht mindern. Je nach Typ kann auch eine Kälteanwendung mit Eiskompressen oder kühlenden Gels schmerzlindernd sein.
      • Reiben Sie Ihre Schläfen und die Stirn mit Öl ein (ätherische Öle wie Pfefferminzöl oder Majoranöl, jedoch in 10%iger Verdünnung) oder benutzen Sie Melissengeist oder Tigerbalsam.
      • Erstellen Sie bei Bedarf ein Kopfschmerztagebuch. Dadurch kann herausgefunden werden wann der Schmerz auftritt und durch welche Faktoren er eventuell hervorgerufen wird. Beispiel für auslösende Faktoren sind bestimmte Speisen, Getränke, Situationen,etc.
      • Lassen Sie sich Massagen verordnen, die die verspannten Muskelpartien lösen oder gehen Sie zu einer schmerzbezogenen Psychotherapie.
      • Trinken Sie Kräutertees, die von Innen beruhigen und entspannen, wie Basilikum, Majoran, Baldrian, Lavendel, Ingwer oder Melisse oder lassen Sie sich eine Kräuterteemischung aus Johanniskraut, Melisse und Pfefferminze herstellen.
      • Bei rechtzeitiger Einnahme können Schmerztabletten Linderung verschaffen. Von einer Dauereinnahme in hohen Dosen ist jedoch abzuraten.

      Wann muss ich einen Arzt/Ärztin aufsuchen?

      • Wenn der Schmerz nicht nachlässt, immer wiederkehrt, sehr stark ist bzw. immer stärker wird und von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird.
      • Wenn sonstige Beschwerden, wie Schwindel, Sehstörungen, Krämpfe oder Schwierigkeiten bei der Kontrolle von Armen und Beinen dazukommen
      • Wenn Sie einen Stoß oder Schlag auf dem Kopf bekommen haben
      • Wenn der Kopfschmerz erstmals nach einer Medikamenteneinnahme auftritt.
      • Wenn sich heftiger Kopfschmerz bemerkbar macht, den Sie bisher in der Intensität so nicht kannten.
      Krankheitsanzeichen bei Kindern

      Achten Sie auf Krankheitsanzeichen bei Ihrem Kind! Sie sollten sie möglichst früh erkennen und zwischen schweren und leichten Störungen unterscheiden können. Harmlose Beschwerden kann man selbst behandeln, bei ernsthaften Erkrankungen oder im Zweifelsfall sollten Sie sofort ärztlichen Rat holen.

      Unter anderem können folgende Befindlichkeitsstörungen bei Kindern auftreten:

      Zahnschmerzen:

      Entzündungen und Schwellungen im Zahnbereich, welche von heftigen Schmerzen begleitete sind, stellen Notsignale unserer Zähne dar. Auch wenn die Zähne kommen tut es weh, da es zunächst zu einem Spannungsgefühl in der Schleimhaut und beim Durchbruch der Zähne zu kleinen Zahnfleischverletzungen kommt.

      • Es hilft, wenn kleine Kinder auf Hartes beißen (z. B. Beißringe, Brotrinde, Karottenschnitzel oder Selleriestangen). Veilchenwurzel oder Kalmuswurzel aus der Apotheke enthalten natürliche, schmerzlindernde Stoffe, die beim Kauen zur Wirkung kommen.
      • Mundgele und homöopathische Mittel (z. B. Tropfen, Zäpfchen) helfen ebenfalls gegen Zahnschmerzen.
      • Legen Sie Ihrem Kind Kräuterkissen mit Thymian, Lavendel und Kamille auf die Wangen.
      • Achten Sie darauf, dass der Kopfpolster nicht mit Daunen gefüllt ist.
      • Wenn sich unter einem Zahn ein Abszess gebildet hat (Entzündung) helfen - bis zum Zahnarztbesuch - Eisbeutelauflagen und das Lutschen von Eiswürfel.
      • Nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder ApothekerIn können Sie im Bedarfsfall Schmerzmittel, die für Kinder geeignet sind, verabreichen.

      Appetitlosigkeit:

      Mangelnder Appetit kann vielfältige Ursachen haben: Ängste, Sorgen, Mangel an Magensäure, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, Infektionskrankheiten mit Fieber und Durchfall, etc.

      Wenn der Zustand länger als 3 Tage anhält und/oder Ihr Kind deutlich abgenommen hat, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren. Ängste, Sorgen, Mangel an Magensäure, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, Infektionskrankheiten mit Fieber und Durchfall könnten hierfür die Ursache sein.

      • Machen Sie sich keine Gedanken, wenn Ihr Kind einmal nicht so viel isst, aber sorgen Sie in dieser "Phase" für ausreichende Flüssigkeitszufuhr (z. B. 100%ige stark verdünnte Frucht- und Obstsäfte, Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Tees).
      • Bewegung an der frischen Luft macht hungrig.
      • Probieren Sie aus, die Speisen auf dem Teller lustig anzurichten.
      • Frische Kräuter (Basilikum, Thymian, Gelbwurz) steigern den Appetit.
      • Süßigkeiten, Limonaden und Fruchtnektare sollten als Zwischenmahlzeit möglichst vermieden werden, da diese einerseits den Appetit hemmen und andererseits kaum Nährstoffe liefern.
      • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind vor dem Essen nicht so viel trinkt, damit der Magen nicht voll ist.

      Bauchschmerzen:

      Versuchen Sie zunächst die Ursachen, Dauer, Symptome, Intensität sowie genaue Lokalität der Bauchschmerzen zu ergründen. Wenn starke Bauchschmerzen sehr plötzlich auftreten, über einige Stunden anhalten, der Bauch sich hart anfühlt, Schmerzen beim Tasten auftreten und gleichzeitig erbrochen wird, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. 

      Mit einem Belastungstest können Sie eine Blinddarmentzündung erkennen: Ihr Kind soll sich auf die Zehenspitzen stellen und dann mit voller Kraft wieder mit den Fersen auf dem Boden aufsetzen, hat es dabei in der Bauchgegend Schmerzen kann es sich um eine Blinddarmentzündung handeln.
      Haben Sie gefährliche Erkrankungen, wie Blinddarmentzündung (s.o.) oder Darmverschluss  ausgeschlossen, können Sie mit folgenden Tipps die Schmerzen lindern:

      • Mit einer Wärmeflasche können Sie den Bauch entspannen und beruhigen.
      • Bei Oberbauchbeschwerden (Krämpfe, Koliken) eignen sich pflanzliche Präparate mit krampflösenden oder bitterstoffhaltigen Pflanzen wie z. B. Anis, Kamille, Kümmel, Löwenzahn, Melisse, Pfefferminze, Salbei und Schafgarbe.
      • Ein Magen-Darm Tee aus Baldrianwurzel, Käsepappel, Kümmel, Pfefferminzblättern und Kamillenblüten kann die Bauchschmerzen lindern.
      • Geben Sie Ihrem Kind leicht verdauliche Kost (Brei, Gemüsesuppe).

      Blähungen:

      Im Darm entstehen durch den Verdauungsvorgang größere Mengen unterschiedlicher Gase. Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte (v.a. Bohnen), Zwiebel, Vollkornbrot, Müsli, rohes Obst, kalte, kohlensäurehaltige Getränke, Luftschlucken sowie Nervosität oder Verdauungsschwäche können Blähungen verursachen. 

      • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind beim Essen Ruhe hat und sorgfältig kaut.
      • Bereiten Sie, je nach Wunsch des Kindes, Speisen mit verdauungsfördernden Gewürzen (z. B. Kümmel, Fenchel, Anis, Majoran) oder verdauungsfördernden Früchten (Ananas, Papaya etc.) zu.
      • Ziehen Sie Ihrem Kind bequeme, nicht zu enge Kleidung an.
      • Eine Wärmeflasche auf den Bauch gelegt oder ein feuchter Wickel (warmes feuchtes Tuch, dann ein trockenes Tuch darüber legen und mit einer Wärmeflasche bedecken) kann Linderung verschaffen.
      • Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn bringt meist Besserung.
      • Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel wirken der Blähung entgegen - die Früchte sollten vor dem Übergießen zerstoßen oder mittels einer Mühle gemahlen werden. Bei Blähungen mit Krämpfen hilft zusätzlich ein Pfefferminztee.
      • Außerdem erhalten Sie in unserer Apotheke Arzneimittel mit entblähender Wirkung.

      Schlafstörungen:

      Körperliche oder seelische Beschwerden können Schlafstörungen verursachen. Im Wesentlichen kann man zwischen Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafstörungen und frühzeitigem Aufwachen unterscheiden.

      • Sorgen Sie dafür, dass sich das Kind ausreichend an frischer Luft bewegt.
      • Vermeiden Sie TV und PC vor dem Schlafengehen. Kino- bzw. Fernsehfilme sind generell dem Alter entsprechend auszuwählen.
      • Bereiten Sie dem Kind einen Baldrian-, Melissen- bzw. Hopfentee zu (nicht mehr zuckern, wenn die Zähne schon geputzt wurden.)
      • Legen Sie ein Einschlafritual fest, das Sie jeden Abend durchführen: Das Kind sollte sich z.B. zu einer bestimmten Zeit waschen und die Zähne putzen, dann könnten Sie Ihrem Kind eine Gute Nacht Geschichte vorlesen oder eine Kassette mit entspannender Musik einlegen.
      • Geben Sie Ihrem Kind keine schweren Mahlzeiten zum Abendessen.
      • Beruhigend und einschlaffördernd wirken Kräuterkissen mit einer Füllung aus Hopfenzapfen, Johanniskraut oder Lavendelblüten.

      Kopfschmerzen:

      Es gibt viele Auslöser für Kopfschmerzen: Hunger, Müdigkeit, Wetter, Chemikalien, Erkältung, Zahnschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Überanstrengung,etc.

      So können Sie Kopfschmerzen bei Ihrem Kind lindern:

      • Sorgen Sie für genügend Schlaf und Entspannung. Ein Spaziergang an der frischen Luft wirkt oft Wunder.
      • Schauen Sie darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt.
      • Das Rauchen vor dem Kind und in den gemeinsam benützten Räumlichkeiten muss eingestellt werden.
      • Reiben Sie Stirn, Schläfen und Nacken mit ein paar Tropfen 10%igem Rosmarin-, Pfefferminz- oder Nelkenöl bzw. mit Melissengeist ein.
      • Kalte Umschläge (z. B. mit Topfen) im Stirn- oder Nackenbereich sowie Akupressur bringen Erleichterung.
      • Testen Sie aus, ob Ihr Kind nachdem es bestimmte Lebensmittel gegessen hat (z. B. Käse, Schokolade) Kopfschmerzen bekommt.
      • Nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder ApothekerIn können Sie im Bedarfsfall Schmerzmittel, die für Kinder geeignet sind, verabreichen.
      Lausalarm

      Kopfläuse findet man auf der ganzen Welt - in gemäßigtem Klima häufiger als in den Tropen. Kopflausbefall hat nicht primär etwas mit fehlender Hygiene zu tun. Enge zwischenmenschliche Kontakte - insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche - begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen.

      Die ca. 2-3 Millimeter kleinen Parasiten ernähren sich vom Blut des Menschen – mittels ihres Saugrüssels stechen Sie mehrmals pro Tag an der befallenen Körperregion zu (z. B. Kopfhaut, Bartregion, Achselhöhle, Augenbrauen), was einen lästigen Juckreiz hervorruft.

      Die weißen Lauseier (Nissen) kleben am Haaransatz fest und brauchen etwa 7 Tage zum Schlüpfen. In den darauffolgenden 10 Tagen durchläuft die Laus drei Nymphenstadien, bis sie schließlich als erwachsene Laus noch 30 Tage weiterlebt. Die Kopflaus ist auf ihren natürlichen Lebensraum angewiesen: ohne Nahrung (Blut), feuchte, warme Umgebung (rund 25°C, 80-90% Luftfeuchtigkeit) sowie den geeigneten Untergrund zur Fortbewegung (Haare) ist die Laus hilflos, vertrocknet rasch und trägt nicht mehr zu behebende Schäden davon.

      Kopfläuse sind gute Kletterer – springen oder fliegen können Sie hingegen nicht! Die Übertragung erfolgt nur von Kopf zu Kopf durch direkten Kontakt, wobei nur die erwachsene Laus wandert. Eine Ansteckungsgefahr ist somit gegeben solange die Betroffenen mit geschlechtsreifen Läusen befallen sind.

      Wie erkenne ich einen Befall mit Kopfläusen?

      Erstes Anzeichen für einen Kopflausbefall ist in erster Linie ungewöhnlich starker Juckreiz oder Krustenbildung, meist am Hinterkopf. Eine Lupe sowie die systematische Untersuchung der Kopfbehaarung "Strähne für Strähne" erleichtert das Auffinden der Läuse. Leitmerkmale sind die Eier der Läuse, die in Form von kleinen, ovalen Nissen in schrägem Winkel an die Haarschäfte geklebt werden. Die erwachsenen Läuse setzen die Milben stets knapp über der Kopfhaut ab. Finden sich Nissen an den Haarschäften in einigen Zentimetern Entfernung von der Kopfhaut, so kann bereits auf eine mehrwöchige Befallsdauer geschlossen werden. 

      Was tun gegen Kopfläuse?

      Prinzipiell sollte nur dann behandelt werden, wenn ein Befall mit lebenden Läusen vorliegt. Alle Kontaktpersonen müssen auf Läuse untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden.
      Zur natürlichen Behandlung stehen mehrere Wirkstoffe wie beispielsweise Silikonölprodukte oder eine Kombination aus Kokosnuss- und Anisextrakten zur Verfügung. Zudem gibt es synthetische Insektizide (z. B. Pyrethroide, Carbamate), welche zumeist auf das Nervensystem der erwachsenen Laus wirken, jedoch nicht auf die Nissen, da diese noch kein entwickeltes Nervensystem haben.

      Die korrekte Anwendung und die Einhaltung der Behandlungsvorschriften (z. B. Einwirkdauer) sowie die Entfernung der Lauseier mittels eines Nissenkammes (Zinkenabstand 0,2 bis 0,25 mm) sind die Schlüssel zum optimalen Behandlungserfolg. Die Behandlung ist erst abgeschlossen, wenn keine Läuse und Nissen mehr aufzufinden sind (dazu sind regelmäßige Kontrollen notwendig!). Bei Anzeichen neuerlicher Verlausung ist die Prozedur zu wiederholen.

      Zusätzliche Tipps:

      • Vorbeugend kann das Haar mit Weidenrinden-Shampoo gewaschen werden.
      • Die Entfernung der Nissen mit dem Nissenkamm kann durch eine Haarpflege- oder Essigwasserspülung (3 EL Essig auf 1 Liter Wasser) erleichtert werden.
      • Eine vorbeugende Behandlung von Kontaktpersonen ist nicht notwendig.
      • Kämme und Haarbürsten sind gründlich zu säubern.
      • Die Wohnung muss nicht mit speziellen Mitteln gereinigt werden, da die Läuse nur auf dem Wirt leben können.
      • Menschenläuse können nicht auf Tieren leben, diese müssen daher nicht mitbehandelt werden.

      Kopflausbefall ist keine Schande! Er birgt aber ein großes Ansteckungspotential in sich, weshalb umgehend SchulleiterInnen, KindergärtnerInnen etc. zu informieren sind. Weiters muss so rasch wie möglich mit den oben angeführten Gegenmaßnahmen begonnen werden (damit auch keine Verbreitung innerhalb der Familie stattfindet). Erst nach erfolgreicher Lausbehandlung darf die Schule/der Kindergarten wieder besucht werden!

      Neurodermitis bei Kindern

      Die Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Sie ist begleitet von starkem Juckreiz, Ekzemen in Ellenbeugen und Kniekehlen, sehr trockener Haut, Hautrissen hinter den Ohrläppchen und an den Mundwinkeln und auffallend starker Handlinienzeichung.

      Neurodermitis manifestiert sich hauptsächlich vor dem 12. Lebensjahr, meist sogar bereits vor dem ersten Lebensjahr. Im späteren Leben kann sich die Krankheit bessern, eine erhöhte Allergiebereitschaft und ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Asthma bleiben jedoch bestehen.

      Symptome

      Der Juckreiz ist in jeder Altersklasse vorhanden, weitere Symptome sind altersabhängig: 

       

      Bei Säuglingen:

      An den Wangen und am behaarten Kopf beginnend breitet sich der Ausschlag (zunächst Rötungen mit Bläschen und Pappeln) meist über das ganze Gesicht aus und befällt dann den Rumpf, den Windelbereich und die Streckseiten auf Beinen und Armen. Durch das Kratzen kommt es zu entzündlich-nässenden oder -krustösen Hauterscheinungen, die etwas wie verbrannte Milch aussehen. Daher kommt auch die Bezeichnung Milchschorf. Der natürliche Hautschutz gegen Bakterien und andere Einflüsse von außen ist dann gestört und birgt ein hohes Risiko für bakterielle Sekundärinfektionen.

      Bei Kindern und Jugendlichen:

      Der Ausschlag ist in Kniekehlen und Ellenbeugen, dem Nackenbereich, den Händen und Füßen zu sehen. Er zeigt sich in Form von Rötungen, Pappeln und Hautverkrustungen, die die Folge des Kratzens sind. 

      Bei Erwachsenen:

      Erwachsene sind zusätzlich zu den Stellen der Jugendlichen auch noch im ganzen Gesicht und oberen Körperbereich mit dem Ausschlag befallen. Leider können bei Ihnen noch weitere unangenehme Symptome auftreten:

      • eingerissene Mundwinkel und trockene Lippen
      • eingerissene Ohrläppchenansätze
      • Augenbrauenausfall, vor allem seitlich
      • doppelte Unterlidfalte
      • verminderte Schweißbildung
      • vertiefte Hautfurchen, v.a. an den Händen
      • Hornhautverformung und Linsentrübung an Augen
      • Neigung zu Kopfschuppen
      • Schuppung im Gesicht und an den oberen Extremitäten

      Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind einige von den oben genannten Symptomen entdecken, sollten Sie schnellstens einen Arzt/Ärztin aufsuchen. Anhand von Untersuchungen, Ihrer Familiengeschichte und den Erkrankungssymptomen kann dieser labormedizinische Untersuchungen durchführen und dabei eventuell Hinweise auf eine Nahrungsmittelallergie finden. 

      Die drei-Säulen-Therapie:

      Die Therapie der Neurodermitis umfasst 3 Säulen:

      Erste Säule:

      Im Akutfall wird eine Kortison-Salbe dünn auf die erkrankten Hautflächen aufgetragen. Sie wirkt entzündungshemmend und sorgt für eine rasche Abheilung. 

      Zweite Säule:

      Durch Eincremen mit dem Wirkstoff Pimecrolimus beispielsweise kann anschließend der Einsatz von Kortison verringert werden. Tritt die Neurodermitis in leichteren Schüben auf, wird die Creme morgens und abends auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.

       

      Dritte Säule:

      Bei keinen sichtbaren Symptomen schützt die richtige Pflege die Haut vor dem Austrocknen. 

      Unterstützende Maßnahmen zur Linderung der Symptome

      So ähnlich die Symptome der Betroffenen aussehen mögen, so unterschiedlich sind doch die Behandlungsstrategien. Ein "Universalrezept" gibt es leider nicht, Sie müssen/sollten alle nachfolgenden Möglichkeiten, nach Rücksprache mit Ihrem(r) Arzt/Ärztin oder ApothekerIn v. a. im Bereich der Pflegeprodukte, selbst abwägen und durchprobieren.

      1. Hautpflege

      • Probieren Sie verschiedene Präparate an kleinen Hautstellen aus und beobachten Sie die Hautreaktionen.
      • Verzichten Sie auf heiße und/oder lange (mehr als 10 Minuten dauernde) Duschen/Bäder.
      • Schaumbäder sind tabu, da sie die Haut zu sehr austrocknen. Ölzusätze in Bädern, welche Sie erst nach ein paar Minuten hinzufügen sollten damit die Haut zunächst Feuchtigkeit aufnehmen kann, halten die Haut geschmeidig.
      • Verwenden Sie zur gezielten Hautreinigung einen weichen Waschlappen. Anstatt Seifen sollten milde, ph-neutrale Syndets (sind seifenfrei) sparsam angewandt werden.
      • Nach dem Duschen/Baden die Haut mit einem Handtuch trockentupfen und nicht abrubbeln. Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen, sollte sie unmittelbar nach der Reinigung eingecremt werden, wobei Cremen und Salben gegenüber Lotionen zu bevorzugen sind. Salben eignen sich besonders für sehr trockene und leichte Cremen eher für feuchte und gereizte Haut. Die Präparate sollten keine Duft- oder Farbstoffe und nur wenige Konservierungsstoffe enthalten. Salben, die pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten (Borretschamen-, Nachtkerzen- oder Schwarzkümmelöl), sind für die tägliche Hautpflege geeignet.
      • Die Salbe oder fettige Creme sollte nicht zu häufig und nicht zu dick aufgetragen werden. Dadurch wird nämlich die Haut abgedichtet, sie kann nicht mehr atmen und der Schweiß kann nicht mehr verdunsten - verstärkter Juckreiz ist die Folge.
      • Verwenden Sie "sanfte" Reinigungs- und Waschmittel - Hautrötungen infolge chemischer Reizstoffe können so vermieden werden.
      • Vom(n) Arzt/Ärztin verschriebene Kortisonpräparate sind bei akuten Hauterkrankungen das Mittel der Wahl. Sie sollten aber nur niedrig dosiert und so kurz wie möglich eingesetzt werden. Die vernünftige Anwendung ist insofern für die Haut gut, als dadurch Entzündungen vermindert werden können, welche die Haut ebenfalls schädigen.
      • Werfen Sie die Pflegemittel nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums weg.
      • Achten Sie stets auf Hygiene: Nie mit den Fingern in Salbentöpfe fassen, verwenden Sie stattdessen (Holz)spatel, Löffel oder Handschuhe. Tuben sind generell hygienischer. Verwenden Sie immer frische Handtücher, Waschlappen etc. Wechseln Sie Windeln am Anfang mindestens 6 - 8x/Tag.

      2. Juckreizstillende Maßnahmen

      • Bei starkem Juckreiz könne Sie am besten Abends altersgerechte, verordnete Antihistaminika verabreichen. 
      • Benutzen Sie Salben und Shampoos mit Steinkohlenteer, dieser lässt Entzündungen abklingen und kann einen juckreizlindernden Effekt haben.
      • Verwenden Sie Badezusätze mit juckreizlindernden Substanzen.
      • Pflegen Sie zu trockene Haut mit rückfettenden Salben.
      • Lindern Sie den Juckreiz durch Auftragen von Kühlsalben oder das Auflegen von Kühlbeutel/Eiswürfel.
      • Die Kleidung sollte keine Wolle, Angora oder Mohair enthalten und luftig sein.
      • Vermeiden Sie Hitzestau z. B. durch zu viel oder zu enge Kleidung - Schweißbildung auf der Haut führt zu vermehrtem Juckreiz.
      • Verwenden Sie Schüttelmixturen/Lotionen, die Thesit, Zink oder Stärke enthalten.
      • Wenn die Haut nässt, können entzündungshemmende Substanzen (enthalten z. B. in schwarzem Tee, Hamamelis, Eichenrinde, Blutwurzel und Kamille) in Form eines kalten Umschlages auf die Haut gebracht werden.
      • Beobachten Sie wann und zu welchen Ereignissen Ihr Kind Juckreiz bekommt.
      • Machen Sie das Kinderzimmer milbenfrei , indem Sie Poster, Decken, Kissen und Matratzenüberzüge bei 60°C waschen. Lüften Sie regelmäßig und halten Sie die Raumtemperatur zwischen 18 und 20 °C. Verzichten Sie auf Tierfelle und möglichst auch auf Haustiere

      3. Maßnahmen gegen Kratzen

      • Kürzen Sie ihrem Kind regelmäßig die Nägel.
      • Lenken Sie das Kind z. B. durch Spielen, Vorlesen ab.
      • Versuchen Sie Ihr Kind wegen des Kratzens nicht unnötig heftig zu kritisieren
      • Schlagen Sie ihm vor, die Haut besser zu kneifen oder zu drücken.
      • Viele Kinder empfinden es als äußerst angenehm, wenn die juckenden Hautstellen gestreichelt werden.
      • In der Nacht können Baumwollhandschuhe Kratzattacken mit den Fingernägeln verhindern.
      • Weitere Hilfsmaßnahmen sind Akupressurtechniken und Kratzhölzchen.

      4. Kleidung

      • Die Kleidung sollte nach dem Kauf und vor dem ersten Anziehen immer gewaschen werden.
      • Das Kind sollte möglichst luftige Kleidung tragen, um Hitzestau und damit verbundenes Schwitzen zu vermeiden.
      • Die Kleidung sollte aus Naturmaterialien wie z. B. weiche Baumwolle, Seide, Leinen oder Halbleinen bestehen. Auch Zellulose-Stoffe wie Viskose, Modal oder Rayon werden gut vertragen. Synthetische Fasern hingegen (z. B. Polyacryl, Polyamid) fördern einerseits das Bakterienwachstum und andererseits sind sie weniger atmungsaktiv. Speziell bei Säuglingen ist darauf zu achten, dass körpernahe Kleidung aus kochfester, ungefärbter, möglichst biologisch angebauter Baumwolle gefertigt ist. Um ein Scheuern der Kleidungsnähte auf der Haut zu vermeiden, können Sie dem Kind die körpernahen Kleidungsstücke auch linksherum anziehen.
      • Wechseln Sie unbedingt jeden Tag die Kleidung.
      • Waschen Sie die Kleidungsstücke eher auf der linken Seite und verwenden Sie Waschmittel ohne optische Aufheller und Bleichstoffe. Auf den Weichspüler sollten Sie unbedingt verzichten (TIPP: wenn die Wäsche weich sein soll, geben Sie1-2 EL Essig auf einen Liter Wasser ins letzte Spülwasser). Spülen Sie die Wäsche immer gut nach, damit möglichst alle Waschmittelreste entfernt werden.
      • Ziehen Sie Ihrem Kind bequeme Schuhe aus hautfreundlichen Materialien wie z. B. Leinen, Segeltuch oder Leder an. Stiefel und Schuhe aus Gummi und Plastik sowie enges Schuhwerk fördern die Schweißbildung und somit den Juckreiz.
      • Bei Jacken und Mänteln ist auf atmungsaktives Material zu achten.

      5. Bestrahlung mit UV-Licht

      • UVA-Licht lässt Ekzeme abheilen. Die sogenannte Phototherapie soll jedoch lediglich in schweren Fällen und nur von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden.
      • Der Patient darf während der Lichttherapie nicht der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.
      • Ein Sonnenbrand sollte unbedingt vermieden werden, da er einen Neurodermitisschub auslösen kann. Achten Sie deshalb auf qualitativ hochwertigen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (erhältlich in der Apotheke).

      6. Klimatherapie

      • Die feuchtwarme Witterung des subtropischen Klimas schützt die Haut vor Austrocknung.
      • Zu empfehlen ist auch die sogenannte Thallassotherapie am Toten Meer (in einigen ausgewählten Kliniken wurden dortige Bedingungen nachgebildet, sodass die Therapie auch anderorts möglich ist - fragen Sie bezüglich Kontaktadressen Ihre(n) Hautarzt/-ärztin).
      • Auch der Aufenthalt im "allergenarmen" Hochgebirge ist zu empfehlen.
      • Eine Klimatherapie sollte mindestens 6 Wochen dauern.

      Stressbewältigung für Eltern

      • Die Krankheit sollte möglichst nicht im Mittelpunkt des Familienlebens stehen.
      • Setzen Sie sich keine unrealistischen Ziele - das kann zur Frustration führen.
      • Stärken Sie das Selbstwertgefühl Ihres Kindes.
      • Spielend können Sie Ihr Kind vom "Problem" ablenken.
      • Suchen Sie, zwecks Erfahrungsaustausch im Umgang mit dieser Erkrankung, Selbsthilfegruppen oder Foren im Internet auf.
      • Entspannungsübungen helfen Ihnen Ruhe zu finden (Kinder ab 3 Jahren können auch mitmachen).
      • Nehmen Sie sich Zeit für sich. Geben Sie z. B. Ihr Kind gelegentlich in die Obhut von Großeltern oder guten Freunden, welche mit dem richtigen Umgang der Krankheit vertraut sind.
      • Organisieren Sie Ihren Tagesablauf so, dass Sie auch mal Luft holen können.
      • Scheuen Sie sich nicht im Bedarfsfall psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

      Ernährung

      Der Einfluss der Ernährung auf die Ausbildung und Ausprägung von Neurodermitis ist einerseits noch nicht eindeutig geklärt und andererseits individuell sehr verschieden.

      Bereits in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, vor allem wenn es in der Familie Neurodermitiker gibt, den Konsum von z. B. Nüssen, Hühnereiweiß und Kuhmilch einzuschränken (TIPP: alternative Calciumlieferanten sind z. B. Ziegen- oder Schafmilch, Brokkoli, Fenchel, Kohl und Sesam). Eine "Diät" sollte aber, um Mangelerscheinungen zu vermeiden, nur nach Absprache mit Ihrem(r) Arzt/Ärztin erfolgen.

      Gestillte Kinder (mind. 6 Monate) entwickeln nachweislich weniger allergische Erkrankungen. Ist Stillen nicht möglich, so sollte ausschließlich mit einer Spezialnahrung (z. B. "hypoallergene Säuglingsnahrung-H.A.-Nahrung)" gefüttert werden.

      Frühestens nach den ersten 6 Monaten kann die Beikost Schritt für Schritt eingeführt werden. Allergieauslösende Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Ei, Fisch, Nüsse, Schokolade, Weizen, Sellerie sollten im 1. Lebensjahr ganz vermieden werden.

      Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind eine Nahrungsmittelallergie haben könnte, dann sollten Sie:

      • ein Ernährungstagebuch führen, in welchem Sie genau aufschreiben was Sie kochen, wann gegessen wird und ob Sie Reaktionen an Ihrem Kind bemerkt haben. Streichen Sie anschließend jene Lebensmittel vom Speiseplan Ihres Kindes, die nicht vertragen werden.
      • möglichst wenig würzen und nicht zu viele Nahrungsmittel mischen.
      • zur genaueren Abklärung einen Allergietest machen lassen. WICHTIG! Wird keine Nahrungsmittelallergie diagnostiziert, dann akzeptieren Sie diese erfreuliche Diagnose!

      TIPPS zur Lebensmittelauswahl

      • Milch(produkte) von z. B. Ziege, Schaf, Stute (Soja birgt ebenfalls ein gewisses Allergierisiko!) werden in der Regel gut vertragen, genauso wie die Getreidesorten Amaranth, Buchweizen, Dinkel, Gerste, Grünkern, Hafer, Hirse, Mais, Roggen und Vollreis sowie daraus hergestellte Produkte (erhältlich z. B. im Reformhaus oder Naturkostladen).
      • Kaufen Sie vor allem unbehandeltes, heimisches Gemüse wie z. B. Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Fenchel, Gurke, Bohnen, gelber Paprika, Kartoffeln, Kohlrabi, Mangold, Lauch, rote Rüben, Kohl, Zucchini und Blattsalate und waschen Sie es vor dem Verzehr gründlich.
      • Obst sollte auch überwiegend aus heimischem Anbau stammen und vor dem Verzehr immer gut gewaschen werden. Vor allem süße Äpfel, Marillen, Birnen, Beeren, Pflaumen, Weintrauben aber auch Bananen, Feigen, Mangos und Wassermelonen werden gut vertragen.
      • Kinder sollten max. 2-3x/Woche (insgesamt ca. 300g) Fleisch essen, wobei Lamm, Huhn oder Pute besonders zu empfehlen sind.
      • Frischer Hochseefisch wie z. B. Schellfisch, Seelachs oder Kabeljau sollten mind. 1x/Woche auf dem Speiseplan stehen.
      • Unraffinierte kaltgepresste Öle (z. B. Distel-, Sesam-, Sonnenblumen- und Olivenöl) sowie Sauerrahmbutter ohne Farb- und Zusatzstoffe.
      • Verschiedene Kerne und Nüsse wie Kokosnüsse, Kürbiskerne, Leinsamen, ev. Mandeln, Sesam- und Sonnenblumenkerne.
      • Honig (v. a. Akazienhonig), Süßholz (z. B. Lakritze) und ungeschwefelte Trockenfrüchte stellen süße Alternativen dar.
      Osteoporose

      Osteoporose ist eine Skeletterkrankung, die durch eine verminderte Knochenfestigkeit und somit ein erhöhtes Knochenbruchrisiko gekennzeichnet ist.

      Durch gesunde, "knochengerechte" Ernährung, regelmäßige Bewegung, Einschränkung von Genussmitteln, Sturzprävention, frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Therapie können die gravierenden Folgeschäden der Osteoporose (v.a. Wirbel- und Schenkelhalsbrüche) verhindert werden.

      Die Frakturhäufigkeit steigt bei Männern nach dem 75. Lebensjahr erheblich an, während bei Frauen bereits ab etwa dem 45. Lebensjahr ein Anstieg zu beobachten ist. Ab dem 65. Lebensjahr nehmen bei beiden Geschlechtern die Schenkelhalsbrüche zu. 

      Risikofaktoren für die Osteoporose-Entstehung

      Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung einer Osteoporose:

      • Übermäßiger Alkoholkonsum und starkes Rauchen
      • Graziler Körperbau
      • Einnahme bestimmter Medikamente über einen langen Zeitraum hinweg, z. B. Kortisontherapie nach einer Organtransplantation
      • Bewegungsarmut (z.B. längere Bettruhe)
      • Übermäßige Bewegung (z.B. Leistungssport)
      • Späte Menarche (1. Regelblutung)
      • Familiäre Belastung,v.a. bei Veranlagung zu einer frühen Menopause (Wechseljahre)
      • Hormonstörungen (Östrogen, Testosteron, Calcitonin, Parathormon oder Schilddrüse)

      Einteilung der Osteoporose

      Es gibt zwei Arten der Osteoporose, die primäre und die sekundäre: 

      Primäre Osteoporose:

      Die primäre Osteoporose entsteht durch:

      • den Östrogenmangel, der bei Frauen nach der Menopause auftritt
      • den altersbedingten Knochenabbau bei älteren Männern und Frauen ab 70

      Sekundäre Osteoporose:

      Die sekundäre Osteoporose tritt als Begleiterscheinung anderer Krankheiten auf, z.B. bei

      • starker Alkohol- und Nikotinabhängigkeit
      • chronischen Nieren- und Lebererkrankungen
      • Störungen im Hormonhaushalt wie Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes Typ 1 und Wachstumshormonmangel
      • Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente, wie Heparin, Zytostatika, Kortikoide oder Antikonvulsiva.

      Diagnoseerstellung

      Ziele der Untersuchungen sind:

      • Erkennen von RisikopatientInnen
      • Bestimmung von Ausprägungs- und Aktivierungsgrad der Osteoporose
      • Ausschluss sekundärer Osteoporoseursachen
      • Ausschluss nicht-osteoporotischer Knochenerkrankungen
      • Abschätzung des Sturz- und Frakturenrisikos.

      Die Osteoporose-Diagnose umfasst 5 Stufen:

      1. Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese):

      Dabei wird erfragt, ob Risikofaktoren vorliegen, und ob bereits Osteoporose in der Familie aufgetreten ist. Spontanfrakturen von Wirbelkörpern sowie ein gehäuftes Auftreten von extravertebralen Frakturen (zumeist Knie-, Ellbogen- oder Sprunggelenk) müssen ebenfalls abgeklärt werden. 

      2. Klinische Untersuchung:

      Diese umfasst das Messen von Körpergröße und Gewicht, eine Inspektion des Rückens und die Beurteilung der Standfestigkeit und Gangsicherheit.

      Hinweise auf Osteoporose sind u.a. das Vorliegen von Rückenschmerzen, typische Hautfalten am Rücken, ein Rundrücken und ein Größenverlust von mehr als 4 cm.

      3. Knochendichtemessung mittels DXA-Verfahren:

      Das DXA-Verfahren, eine Zwei-Spektren-Röntgenabsorptionsmetrie, ist die „Gold-Standard“-Methode zur Quantifizierung der Knochenmineraldichte (BMD) sowie des Frakturenrisikos. Die mittels DXA erfasste Knochenmineraldichte ist keine echte physikalische Dichte, sondern eine Flächendichte. Das Messergebnis wird in g/cm2 angegeben. Zur besseren Vergleichbarkeit sollte im Befund jedoch keine absolute Flächendichte angegeben werden, sondern die Abweichungen vom (alters- und geschlechtsspezifischen) Normalen in Vielfachen einer Standardabweichung (sogenannter T-Score). Das Messergebnis wird einerseits durch den Knochenmineralgehalt und andererseits durch den Knochendurchmesser beeinflusst. Prinzipiell werden sowohl die Lendenwirbelsäule (LWS) als auch die Hüfte gemessen. Die BMD des Unterarmes kann alternativ herangezogen werden, wenn die Hüfte und/oder die LWS nicht messbar oder auswertbar sind (z. B. bei sehr übergewichtigen PatientInnen).

      Gemäß den Empfehlungen der WHO liegt eine Osteoporose vor, wenn der Messwert der Knochendichtemessung mindestes 2,5 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt der geschlechtsgleichen 30-jährigen Gesunden liegt, d.h. ein T-Wert kleiner/gleich -2,5 vorliegt. Zwischen -1 und -2,5 Standardabweichungen wird von einer Osteopenie gesprochen:

      Normalbefund: T-score grösser/gleich -1,0
      Osteopenie: T-Score zwischen -1,0 und -2,5
      Präklinische Osteoporose: T-Score ab -2,5
      Manifeste Osteoporose: T-score ab -2,5 und eine oder mehrere Frakturen

      Wann sollte gemessen werden? Da erwiesenermaßen die Frakturhäufigkeit mit dem 65. Lebensjahr steigt, wird eine Basis-Knochendichtemessung ab dem 60. Lebensjahr empfohlen, vor allem dann, wenn Risikofaktoren bestehen. Trat bereits vor dem 60 Lj. eine Fraktur auf oder besteht eine positive Familienanamnese, kann die Knochendichtemessung bereits ab dem 50. Lj. erfolgen.

      Grundsätzlich sollen Wiederholungsmessungen am gleichen Gerät und beim gleichen Arzt gemacht werden, um Messfehler im Rahmen der Verlaufskontrolle zu vermeiden. 

      4. Röntgen:

      Das konventionelle Röntgen bietet eine eingeschränkte Beurteilbarkeit des Knochenmineralgehaltes. Es dient daher der Interpretation des DXA-Befundes, der Erhebung des Frakturstatus und zur Abklärung anderer Schmerzverursacher.

      5. Labordiagnostik:

      Es werden Basisuntersuchungen (Serum-Calcium/Phosphat, Alkalische Phosphatase, Blutbild, Blutsenkung, TSH, Kreatinin etc.) und in weiterer Folge spezielle Blutbestimmungen (Vitamin D3, Parathormon, Folikelstimmulierendes Hormon (FSH), Östradiol, Umbau-Marker) durchgeführt. 

      Therapie:

      Alter, Geschlecht, Menopause-Status, das Stadium der Osteoporose, die Dynamik des Knochenmineralverlustes, Begleiterkrankungen und Begleittherapien sind Entscheidungskriterien für die durch den Arzt/die Ärztin festzulegende Osteoporosetherapie.

      Als medikamentöse Therapiemaßnahmen stehen zur Verfügung:

      • Calcium (1.000-1.500mg/Tag) und Vitamin D (400-800 i. E./Tag) als Basistherapie
      • Bisphosphonate und Selektive Estrogenrezeptormodulatoren (SERM, Antiestrogene): Sie hemmen den Knochenabbau
      • Strontiumranelat: Es fördert den Knochenaufbau und hemmt zugleich den Knochenabbau
      • Parathormon: Dieses fördert die Knochenneubildung

      Präventionsmaßnahmen

      Der Knochen unterliegt einem ständigen Auf- und Abbauprozess: In der Wachstumsphase überwiegt der Knochenaufbau (die höchste Knochendichte wird mit ca. 30 Jahren erreicht), bis zum 35. Lebensjahr herrscht ein Gleichgewicht und ab dem 40. Lebensjahr wird mehr abgebaut (1% pro Jahr ist normal).

      Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Lebensfreude, Nichtrauchen und Unfallverhütung sind die Säulen der Gesundheitsförderung und jede dieser Maßnahmen ist im Prinzip eine primäre Osteoporoseprävention.

      In der Kindheit (Wachstumsphase) haben Calcium- und Vitamin-D-reiche Ernährung sowie körperliche Aktivität einen großen Einfluss auf die Entwicklung der sogenannten „peak bone mass“ (maximal aufgebaute Knochenmasse). Spiele und Sportarten, die den Knochen belasten, können den Knochendichtezuwachs vervielfachen. Ein übermäßiges Trainieren bei jungen Frauen nach der Pubertät kann hingegen zu Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation) und damit zu Knochendichteverlust führen.

      Ernährungs-Tipps

      • Über den Tag verteilt sollte ausreichend Calcium (1200 - 1500 mg/Tag) aufgenommen werden. Vor allem eine abendliche Calciumzufuhr wirkt sich günstig auf den Knochenstoffwechsel aus. Die Möglichkeit der Calciumaufnahme aus dem Darm sinkt mit zunehmendem Lebensalter. Als Nahrungsquellen sind magere Milch und Milchprodukte, aber auch Brokkoli, Fenchel, Grünkohl, Lauch, Sojabohnen, Brombeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Sesam, Wal- und Haselnüsse sowie calciumreiches Mineralwasser (mehr als 150 mg/l) zu nennen. Durch z. B. die Aufnahme von 1/4 l Milch, 2 Scheiben Käse, 1 Becher Joghurt, 250 g Brokkoli und ½ Liter calciumreiches Mineralwasser können ca. 1330 mg Calcium zugeführt werden. Hohe Aufnahmen an Eiweiß, Kochsalz (ab 6g/Tag) sowie Kaffee (mehr als 4 Tassen/Tag) können zu einer vermehrten Calciumausscheidung über die Niere führen. Oxalsäurereiche Lebensmittel wie z. B. Rhabarber, Spinat, Kakaopulver, schwarzer Tee, Schokolade, rote Rüben können die Calciumaufnahme vermindern.
      • Vitamin D ist für die Aufnahme des Calciums aus dem Darm und dessen Einlagerung in den Knochen von enormer Bedeutung. Eine gewisse Menge an Vitamin D kann im Körper durch Einwirkung des Sonnenlichtes selbst gebildet werden. Als Nahrungsquellen bieten sich an: fettreiche Seefische wie z. B. Hering, Lachs, Makrele, Heilbutt, Sardine und Thunfisch sowie Hühnerei, Milch & Milchprodukte und Margarine.
      • Vitamin C fördert die Aufnahme von Calcium. Kombinieren Sie beispielsweise Früchte mit Joghurt oder Käsebrot mit Paprika.
      • Vor allem ältere Menschen sollten auf eine ausreichende Eiweißzufuhr (0,8-1,0g/kg Körpergewicht) achten.
      • Zu vermeiden sind sowohl Unter- als auch Übergewicht.
      • Auf Nikotin und Alkohol sollte weitestgehend verzichtet werden

      Bewegung und Sturzprävention

      Die zunehmende Frakturrate bei älteren Personen steht in direktem Zusammenhang mit dem erhöhten Sturzrisiko. Etwa 30% der noch im eigenen Haushalt lebenden über 65-Jährigen stürzen jährlich. Bei Heimbewohnern ist der Anteil höher.

      Regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining (mind. 3x/Woche 30 min.) kräftigt die Muskulatur, hilft das Körpergewicht zu regulieren und fördert das individuelle Wohlbefinden. Eine kräftige Muskulatur stützt die Knochen und fördert die Koordination und Flexibilität beim Gehen.
      Damit es zu keinen Überlastungsschäden und Verletzungen kommt sollte vor Trainingsbeginn die individuelle Leistungsfähigkeit und der Gesundheitszustand von einem/r Arzt/Ärztin oder SportmedizinerIn bestimmt werden.

      Reisetipps

      Sie wollen einen tollen und entspannten Urlaub verbringen und den Ortswechsel richtig genießen können? Dann lesen Sie sich unsere wichtigen Reisetipps durch und Ihre Ferien werden genau so, wie Sie es sich vorgestellt haben.

      Reisevorbereitung

      Informieren Sie sich vor der Reise über das Urlaubsland und die dort vorherrschenden Lebensbedingungen. Checklisten im Internet, Ihr Apotheker/In und das Reisebüro unterstützen Sie dabei. Denn kennen Sie die Klimaverhältnisse, haben Sie eine gut ausgestattete Reiseapotheke, Impfungen, Reisepass, ggf. Visum und sind über die Aufenthaltsmöglichkeiten von Kindern informiert, dann steht dem Kennenlernen neuer Kulturkreise nichts mehr im Weg.

      Rechnen Sie Verspätungen von Bus und Bahn mit ein und seien Sie für eventuelle Staus bei An- und Abreise mit dem Auto vorbereitet. Daher ist die richtige und ausreichende Verpflegung für unterwegs besonders wichtig! Pro Person sollten, abhängig von Außentemperatur und Fahrtzeit, durchschnittlich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von kohlensäurearmem Mineralwasser, verdünnten Fruchtsäften sowie Tees zur Verfügung stehen. Kleine Snacks und nicht zu fettreiches Essen können gut gekühlt in einer Box mitgenommen und möglichst als mehrere kleine Zwischenmahlzeiten eingenommen werden. 

      Thrombosegefahr

      Eine gewisse Thrombosegefahr besteht für jeden Flug-, Bahn-, Bus- oder Autoreisenden, bedingt durch den langandauernden Bewegungsmangel, die sitzende Position mit abgewinkelten Knien sowie Flüssigkeits- und Sauerstoffmangel. Das Thromboserisiko steigt z. B. bei: Über 40jährigen, RaucherInnen, Krampfadern (vor allem, wenn tiefgelegene Venen betroffen sind), chronischer venöser Insuffizienz, Übergewicht, Herzschwäche, Einnahme oraler Kontrazeptiva bzw. Hormonersatztherapie, Gipsverbänden, Krebsleiden und Blutgerinnungsstörungen. Ein einzelner Faktor allein scheint jedoch nicht die Ursache für eine Thrombose zu sein, sondern vielmehr die Kombination mehrerer begünstigender Umstände. Um eine Thrombose zu verhindern, beachten Sie folgendes:

      • Sprechen Sie vor Reiseantritt mit Ihrem(r) Arzt/Ärztin und verwenden Sie verordnete Medikamente (z. B. niedermolekulares Heparin zur Selbstinjektion) vorschriftsmäßig.
      • Sorgen Sie während des Fluges für reichliche Flüssigkeitszufuhr - keinen Alkohol oder Kaffee!
      • Bewegen Sie sich während der Reise ausreichend (regelmäßiges Herumgehen sowie Bewegungs- und Lockerungsübungen mit den Füßen wie z. B. Fußwippen). Ziehen Sie die Schuhe aus und tragen Sie leichte Kleidung.
      • Schlagen Sie beim Sitzen die Beine nicht übereinander und massieren Sie zwischendurch die Unterschenkel.
      • Rauchen Sie nicht und nehmen Sie keine Beruhigungsmittel ein.
      • Tragen Sie, wenn Sie zu mäßiger Krampfadernbildung (Varizen) neigen, eine Stützstrumpfhose bzw. -strümpfe.

      Reiseübelkeit

      Eine Reiseübelkeit (= Augen- und Gleichgewichtssinn leiten widersprüchliche Informationen an das Gehirn weiter) können Sie vermeiden, indem Sie:

      • den Blick in Fahrtrichtung halten - fixieren Sie sich einen Punkt
      • während der Fahrt nicht lesen
      • vor und während der Reise nur fettarme und leichte Kost essen
      • einen (Reise-)Kaugummi kauen
      • ein (bei uns erhältliches) Sea-Band tragen oder
      • Medikamente gegen Reiseübelkeit aus Ihrer Apotheke oder nach ärztlicher Verordnung einnehmen.

      Sonnenschutz

      Leichte Kleidung aus Baumwolle, Seide oder Leinen, Kopfbedeckung, Sonnenbrille mit UV-Filtern und Sonnencreme (dem Hauttyp entsprechend) sollten selbstverständlich sein.

      Tragen Sie die Sonnencreme (mit UVA- und UVB-Filter!) schon etwa ½ Stunde vor dem Sonnenbaden auf, damit sich der Lichtschutz entfalten kann. Bleiben Sie nicht länger als es Ihr Hauttyp erlaubt in der prallen Sonne liegen (hellhäutig oder rotblond: 10 Minuten; dunkel: max. 30 Minuten) - gehen Sie dann in den Schatten oder Halbschatten. Die Schutzwirkung des Sonnenschutzes verlängert sich bei mehrmaligem Auftragen nicht!

      Meiden Sie vor allem Mittagssonne und sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2 - 4 Liter/Tag). Beachten Sie, dass sich mit der Häufigkeit der Sonnenbrände auch das Hautkrebsrisiko erhöht!

      Bei einem Sonnenstich (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen) unbedingt in den Schatten oder ins Haus gehen, Kleidung öffnen, Oberkörper hochlagern, mit kalten Umschlägen kühlen und viel trinken.

      Fuss- und Nagelpilz

      Indem Sie (Bade-)Schuhe tragen können sie sich vor Fuß- und Nagelpilz (z. B. in Sauna, Dusche, Schwimmbad) bzw. Hakenwürmern und Sandflöhen (v.a. in tropischen und subtropischen Gebieten) schützen. 

      Insektenschutz

      Mit diversen insektenabwehrenden Mitteln aus der Apotheke kann man sich gegen verschiedenste Plagegeister zur Wehr setzen. Langärmelige Kleidung und Bedeckung der Beine und Füße am Abend sind zu empfehlen. In stark belasteten Gebieten bieten Moskitonetze in der Nacht Schutz. Mücken können z. B. mittels Insektiziden als Aerosol, Verdampfer oder Kerzen abgetötet bzw. vertrieben werden (achten Sie auf Anwendungs- und Warnhinweise des Herstellers).

      Da besonders in tropischen und subtropischen Regionen stehende oder träge fließende Gewässer oft mit Parasiten befallen sind, sollten Sie das Baden darin meiden.

      Klimawechsel

      Ein Klimawechsel stellt eine Belastung für den Organismus dar. Bei ungewohnter Wärme erweitern sich die Blutgefäße und man fühlt sich in der Regel 2-3 Tage müde und abgeschlagen - gönnen Sie Ihrem Körper in dieser Zeit Ruhe und vermeiden Sie den Genuss von Alkohol.

      Wandern und Klettern

      Beim Wandern und Klettern kann es aufgrund vermehrter Atemtätigkeit und erhöhter Schweißabsonderung zu einem gesteigerten Flüssigkeitsverlust kommen. Führen Sie deshalb immer ausreichend Flüssigkeit (ev. mit Zusatz von Elektrolyten) mit sich. Auch eine ausgewogene Jause (z. B. Vollkornbrot oder -weckerl mit Putenkrakauer bzw. fettarmem Käse und Gurkerl; portioniertes Obst und Gemüse) sowie z. B. ein Müsliriegel zur Vermeidung des Blutzuckerabfalls gehören zur Grundausstattung. Achten Sie auf atmungsaktive, schweißaufsaugende Kleidung und sicheres Schuhwerk. Regenschutz, Erste-Hilfe-Tasche, Sonnenschutz und Wanderkarte nicht vergessen!

      Bei Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindel, Kreislaufschwäche) ist ein sofortiger Abtransport in tiefere Höhenlagen unbedingt erforderlich.

      Bei (Fern)Reisen unverzichtbare Impfungen

      Experten empfehlen, dass der Zeitpunkt der Impfung(en) in jedem Fall vier Wochen vor Reiseantritt sein soll.

      Vor allem bei Reisen in exotische Länder sollten Basis-Impfungen wie solche gegen Kinderlähmung, Diphterie und Tetanus im Bedarfsfall aufgefrischt werden. Gegen die häufigsten Infektionskrankheiten (Hepatitis A, B und Thyphus) sollte in jedem Fall geimpft werden.

      Ein Zusatzprogramm ist immer dann notwendig, wenn im Reiseland bestimmte Krankheiten vorherrschen. Um festzustellen welche Impfungen/Medikamente (z. B. Malaria) notwendig sind, sollte daher die Reiseroute ziemlich genau bekannt sein.

      Last Minute Reisende und Geschäftsreisende sollten immer die Basisimpfungen haben, sodass bei kurzfristigen Fernreisen nur mehr das Zusatzprogramm ergänzt werden muss.

      Die Reiseapotheke

      Gerne helfen wir Ihnen in unserer Apotheke, die richtige Zusammenstellung für Ihre Reiseapotheke zu finden. Ein paar allgemeine Tipps können wir Ihnen jedoch hier schon geben:

      Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab und vergessen Sie nicht einen Auslandskrankenschein mitzunehmen.

      Verpacken Sie Medikamente am besten luft- und wasserdicht. Wickeln Sie diese in Alufolie ein, so bleiben sie sogar bei starker Sonneneinstrahlung kalt und überhitzen nicht. Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen müssen sollten Sie im Handgepäck verstauen. Bei Vorliegen einer chronischen Erkrankung bitten Sie Ihren Arzt um Ausstellung einer schriftlichen Diagnose - damit kann Ihnen im Urlaubsland schneller ärztliche Hilfe zu Teil werden.

      Ihre Reiseapotheke sollten auf jeden Fall Arzneimittel gegen:

      • Augen-, Ohren- und Rachenentzündung
      • Reisekrankheit
      • Sonnenbrand
      • Durchfall und Verstopfung
      • Juckreiz und Insektenstiche
      • Verstauchungen und Zerrungen
      • Schmerzen und Fieber
      • Schlafstörungen
      • Übelkeit und Erbrechen
      • Allergien

       enthalten. Ausserdem benötigen Sie unbedingt:

      • Verbandsmaterial mit Desinfektionsmittel und Wundsalbe
      • Fieberthermometer, Schere und Pinzette

       

      Wir wünschen Ihnen schon jetzt eine Gute Reise und hoffen Sie kommen gesund wieder!

      Rheuma

      Der Begriff "Rheuma" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "fließen". Der Rheumaschmerz hat einen "fließenden Charakter" und strahlt von einem Gelenk zum anderen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Rheuma als Überbegriff für Erkrankungen, die an den Bewegungsorganen auftreten und fast immer mit Schmerz und häufig mit Bewegungseinschränkung verbunden sind.

      Rheumatische Erkrankungen bedingen eine Beeinträchtigung der Lebensumstände bis hin zu schwerster körperlicher Behinderung. Nicht selten führen sie zu gesellschaftlicher Isolation. Meist verläuft der Prozess der Anpassung an die Erkrankung über einen sehr langen Zeitraum und es sind immer wieder neue Wege zu finden, mit der Erkrankung zurechtzukommen.

      Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises:

      Die vielen verschiedenen Krankheitsformen des rheumatischen Formenkreises können in 4 Hauptgruppen unterteilt werden:

      1. Entzündungsrheuma (Arithiden):

      Beim Entzündungsrheuma ist die Entzündung nicht nur auf ein oder mehrere Gelenke begrenzt, sondern hat als Systemerkrankung den ganzen Körper befallen.

      Die chronische Polyathritis ist das wichtigste und bekannteste Erscheinungsbild.

      Außerdem gehören zum Entzündungsrheuma die seronegativen Spondarthiden. Bei Ihr treten die Veränderungen vorwiegend im Wirbelbereich auf und Ihre wichtigsten Vertreter sind Morbus Bechterew und Psoriasisathritis.

      Weitere Formen sind die Bindegewebserkrankungen oder Kollagenosen und die Gefäßentzündungen oder Vaskulitiden. Bei den Gefäßentzündungen sind vor allem das Nervensystem, sowie die Nieren, die Haut, die Gefäße und blutbildende Organe von der Entzündung betroffen.

      2. Verschleißrheuma:

      Das Verschleißrheuma ist eine weit verbreitete degenerative Gelenkserkrankung, besser bekannt als Arthrose. Durch altersbedingte Veränderungen oder Vorschäden wie Knochenbrüche, Fehlstellungen, übermäßige Belastung der Gelenke oder eine zu flach ausgebildete Hüftpfanne wird die Arthrose hervorgerufen. Dabei handelt es sich um Gelenkknorpelschäden beispielsweise im Knie- oder Hüftgelenk. Die Erkrankung kann auch im Wirbelbereich auftreten und verursacht Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Entgegenwirken kann man hier durch viel Bewegung, die die Durchblutung der Gelenke ankurbelt. Die Knorpel werden dann mit Nährstoffen versorgt und eine Reduktion der Knorpelbildung kann erreicht werden.

      3. Weichteilrheuma:

      Weichteilrheumatische Beschwerden treten durch Überlastung von Muskeln und Reizung von Sehnen und anderen Weichteilgeweben auf. Dabei ist meistens nur eine bestimmte Körperregion betroffen. Beispiele: Tennisellenbogen, steifer Nacken, Verspannungen im Rücken oder Hüftbereich, Rückenschmerzen durch Fehlhaltung sowie Carpaltunnel-Syndrom, welches mit Kribbeln bzw. Einschlafen der Finger verbunden ist.

      4. Erkrankungen des Stoffwechsels mit rheumatischen Beschwerden:

      Bei diesen sogenannten pararheumatischen Erkrankungen ist die bekannteste Form die sekundäre Osteoporose. Schreitet diese fort, so kann sie zu starken Rückenschmerzen und dem Einbruch von Wirbelkörpern führen. Eine weitere bekannte Erkrankung ist die Gicht. Dabei lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab und führen zu Gelenksentzündungen.

      Warnsignale für rheumatische Erkrankungen

      Unser Organismus teilt uns glücklicherweise schon im Anfangsstadium einer rheumatischen Erkrankung mit den folgenden Warnsignalen mit, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir uns ärztlichen Rat suchen sollten.

      1. Entzündungsrheuma:

      Sind ein oder mehrere Gelenke ohne ersichtlichen Grund angeschwollen, so deutet das auf ein Entzündungsrheuma hin. Finger, Hände, Füße, Knie oder Hüften fühlen sich steif an oder schmerzen. Die Beschwerden sind morgens nach dem Aufstehen am größten, dauern etwa eine halbe Stunde an und bessern sich im Tagesverlauf.

      2. Verschleißrheuma:

      Beim Verschleißrheuma treten die Beschwerden mit dem Einsetzen der Bewegung auf. Die betroffenen Gelenke schmerzen oder fühlen sich steif an, nach kurzer Zeit verschwinden die Beschwerden wieder.

      3. Weichteilrheuma:

      Das Weichteilrheuma kann langsam oder auch schlagartig auftreten. Typisch für das Weichteilrheuma ist ein diffuser bis bohrender Schmerz in Muskeln und Bindegewebe. Die Schmerzattacken können wechseln, d.h. mal die eine, mal die andere Körperregion betreffen.

      4. Gichtanfall:

      Ein Gichtanfall ist im Prinzip nichts anderes als die Entzündung eines Gelenks. Schmerz, Druckempfindlichkeit und Schwellung können praktisch über Nacht entstehen und mehre Tage anhalten.

      Therapiemöglichkeiten

      Je nach Krankheitsbild, das in jedem Falle von einem Arzt/Ärztin nach einer gründlichen Voruntersuchung bestimmt wird, gibt es verschiedene therapeutische Maßnahmen:

      1. Medikamentöse Therapie:

      • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wirken schmerzstillend und entzündungshemmend zugleich. Zudem finden Zytostatika, Biologicals (TNF- alpha- oder Interleukin-1-Hemmer) und Schmerzmittel (Opioide, Pracetamol) Anwendung. Zur Behandlung akuter Entzündungsschübe wird Kortison eingesetzt.
      • Rheumasalben, -cremen oder -pflaster verschaffen Linderung. Dabei müssen 3 – 5 Mal täglich kleine Mengen an Salbe / Creme auf die schmerzenden oder steifen Stellen aufgetragen werden.
      • Präparate, die der Erhaltung, Verbesserung sowie Erhöhung der Regeneration des Bindegewebes im Körper, einschließlich des Gelenkknorpels dienen (z. B. Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure), Enzym- und Vitamin-B-Präparate sowie homöopathische Arzneimittel.

      2. Die richtige Ernährung:

      Durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten kann eine Linderung der Schmerzen erreicht werden. Beachten Sie hier folgendes:

      • Reduzieren Sie den Fleischkonsum, denn bei entzündlichen Prozessen spielen Fettsäuren eine wichtige Rolle. Die sogenannte Arachidonsäure ist Ausgangssubstanz aggressiver Entzündungsstoffe, welche u. a. für die Schmerzen im rheumatischen Gelenk verantwortlich sind. Der Arachidonsäurebedarf des Menschen liegt bei etwa 0,1 mg/Tag. Mit der üblichen Fleischkost werden aber rund 150 - 300 mg pro Tag aufgenommen - also etwa die 2.000 - 4.000fache Menge! Sie sollten daher Fleisch höchstens 1 - 2x/Woche konsumieren! Die empfohlene Zufuhr an Arachidonsäure bei rheumatischen Erkrankungen ist individuell verschieden und kann z. B. durch Austesten der Lebensmittel, in Zusammenarbeit mit dem Arzt/der Ärztin geschätzt werden. Wenn die Zufuhr von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Arachidonsäure eingeschränkt wird, können entzündliche Prozesse "entschärft" werden. Allerdings dauert es ca vier Wochen bis der Bestand an Arachidonsäure im Körper verändert wird und die Schmerzen und Gelenksteifigkeit zurückgehen.
      • Köstliches aus dem Meer - planen Sie 2-3x pro Woche eine Fischmahlzeit ein! Denn die u. a. in Fischölen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren können Entzündungsreaktionen entgegenwirken. Lebensmittel, die gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind, dürfen deshalb am Speisezettel von Rheumapatienten nicht fehlen. Die empfohlene Zufuhrmenge ist wiederum von Erkrankungsform/-stadium abhängig und beträgt ca. 25 - 30 mg/kg Körpergewicht.
      • Hochwertige pflanzliche Öle (z. B. Leinsamen-, Walnuss-, Raps-, Weizenkeim- oder Sojaöl) liefern entzündungshemmende Fettsäuren und Vitamin E.
      • Auch Vitamin C (z. B. Brokkoli, Paprika, Sanddorn, Hagebutte, Zitrusfrüchte), Selen (z. B. Vollkorn, Thunfisch, Nüsse, Bohnen), Zink (Muskelfleisch, Brokkoli, Nüsse, Vollkorn) und ß-Karotin (z. B. gelbes, grünes und rotes Obst bzw. Gemüse) wirken entzündungshemmend.
      • Weiters wichtig sind: eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von 2-2,5 Litern über den Tag verteilt, die reichliche Aufnahme ballaststoffreicher Lebensmittel (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte), eine bedarfsgerechte Calciumzufuhr (täglich z. B. ½ l fettarme Milch oder 1 Becher fettarmes Joghurt und 2 Scheiben fettarmer Käse), 2x wöchentlich Sojaprodukte, wenig Alkoholkonsum sowie schonende Zubereitungsarten.
      Rückenschmerzen

      Der Begriff „Rückenschmerz“ bezeichnet kein einheitliches Erkrankungsbild, sondern steht für eine Reihe von Beschwerden wie Schmerz, Muskelverspannung und Steifheit, die meist im Halswirbelbereich (Nackenschmerzen) oder im unteren Teil des Rückens auftreten. „Ischias" zum Beispiel nimmt im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule seinen Ausgang, dort wo die Wurzeln des Nervus ischiadicus entspringen.

      Was ist der Unterschied zwischem akutem und chronischem Schmerz?

      Akute Schmerzen treten als schützende Funktion unseres Körpers auf. Sie weisen uns auf eine Fehlfunktion hin und verschwinden nach Behebung der Ursache wieder. Chronische Schmerzen hingegen dauern länger als 6 Wochen an und sind schwer zu beheben, meist nur zu lindern.

      Welche sind die Ursachen für Rückenschmerzen?

      • Eingeklemmte Nerven, Nervenwurzelentzündung, verschobene Bandscheiben, verspannte oder entzündete Muskeln bzw. Gelenke.
      • Psychische Belastungen.
      • Durch Schmerzausstrahlung Entzündungen verschiedener Organe (z. B. Niere, Harnblase, Eierstöcke).
      • Degenerative Knochenveränderungen (z. B. Osteochondrose, Facettengelenksarthrose).
      • Eine Fehlhaltung und Fehlbelastung der Wirbelsäule beispielsweise führt zu einem unbewussten Ausgleich der schmerzenden Haltung durch Muskelkontraktion, was wiederum Verspannungen und neue Schmerzen hervorruft.
      • Osteoporose (schmerzhafte Wirbelbrüche).
      • Tumore im Bereich der Wirbelsäule sowie Metastasen (Streuabsiedelung von Tumoren).
      • Erworbene (z. B. Skoliose, Rundrücken, verletzungsbedingt, berufsbedingt) oder angeborene Ursachen (z. B. Morbus Bechterew)

      Alle Ursachen sind unbedingt mit dem/r Hausarzt/Hausärztin abzuklären. Dieser fragt Sie danach wann der Schmerz erstmals aufgetaucht ist und ob er chronisch oder akut ist. Bei ihm erhalten Sie auch ein sogenanntes Schmerztagebuch, in das Ihre Erfahrungen mit dem Schmerz eingetragen und später ausgewertet werden können.

      Was untersucht der Arzt/Ärztin?

      Bei einem Arztbesuch werden Bänder, Muskulatur und Wirbelsäule untersucht und je nach Ergebnis Röntgenaufnahmen angefertigt, ein MRT gemacht, neurologische Untersuchungen gemacht oder Laboruntersuchungen mit Blutbefunden ausgewertet.

      Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

      Rückenschmerzen können durch Schmerzmittel gelindert werden. Sie helfen dabei, schnell wieder in Schwung zu kommen und unkomplizierte, akute Schmerzzustände zu überbrücken. Sie sind jedoch keine Dauerlösung!

      Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellen Wärme- oder Kälteanwendungen dar, wobei bei chronischem Kreuzschmerz keine Wärmetherapie verordnet werden sollte.

      Sonstige Maßnahmen wie Massage, Krankengymnastik, Akupunktur, Entspannungstechniken etc. können ebenfalls zu einer Besserung der Beschwerden führen. Durch regelmäßige Bewegung bzw. Wirbelsäulengymnastik kann Schmerzattacken vorgebeugt werden. Manchmal ist auch eine Operation nötig und die Therapie der Wahl.

      Warum ist eine Schmerztherapie sinnvoll?

      Chronischer Schmerz hat stets negative Folgen für den Organismus und muss deshalb auch immer behandelt werden. Neben der subjektiven Beeinträchtigung (Antriebslosigkeit, Depression, Isolation etc.) kommt es auch zu objektivierbaren Auswirkungen auf den Gesamtorganismus (Beeinträchtigung der Blutzirkulation, vermehrte Bildung entzündungsfördernder Stoffe, Störungen im Nerven- und Immunsystem sowie Hormonhaushalt). Schließlich verursacht beinahe jede Bewegung oder Anstrengung Schmerzen.

      Durch moderne Schmerztherapie kann nahezu jeder Schmerzzustand positiv beeinflusst werden. Ziel der Schmerztherapie ist eine baldige Beseitigung des akuten Schmerzes und die Linderung der chronischen Schmerzen.

      Was kann ich im Alltag gegen die Schmerzen tun?

      Bewegen Sie sich ausreichend und verzichten Sie bei kürzeren Strecken auf das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel. Steigen Sie Treppen statt Aufzug zu fahren. Gehen Sie schwimmen und verzichten Sie auf Brustschwimmen, das dem Nacken schadet. Schwimmen Sie auf dem Rücken oder Kraulen Sie. Achten Sie beim Fahrradfahren auf einen geraden Rücken.

      Kaufen Sie keine billigen Laufschuhe für Jogging oder Walking , denn diese schaden den Gelenken und üben harte Schläge auf den Rücken aus. Verharren Sie nicht länger als 30 Minuten in derselben Position.

      Verteilen Sie die Tragelast gleichmäßig auf die rechte und linke Seite.

      Gehen Sie beim Heben in die Knie.

      Achten Sie beim Staubsaugen und Putzen auf ausreichend lange Arbeitsgeräte. Dadurch kann eine aufrechte Körperhaltung eingenommen werden, die den Rücken entlastet.

      Sorgen Sie für eine „rückenschonende“ Matratze.

      Vermindern bzw. verhindern Sie Übergewicht.

      Regelmäßiges Zurücklehnen im Sitzen entspannt die Muskulatur im Rücken. Wiederholen Sie dies mehrmals, vor allem wenn sie viel sitzen.

      Sonne ohne Reue

      Ohne Sonnenlicht gäbe es kein Leben auf der Erde. Die Pflanzen brauchen das Licht (ultraviolette Strahlung) um zu wachsen und der Mensch benötigt es für lebensnotwendige Vorgänge und Funktionen in seinem Körper. Sie steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und den Hormonhaushalt unseres Körpers, ist zuständig für die Bildung von Vitamin D und beeinflusst unser psychisches Wohlbefinden.

      Die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren und dadurch Bräune zu erlangen, beflügelt unsere Seele, doch wenn wir der UV-Strahlung zu intensiv ausgesetzt sind, kann es beispielsweise zu Sonnenbrand, Sonnenstich und Hautkrebs kommen. Damit diesen Schattenseiten der Sonne entgegentreten können, haben wir nachfolgende Informationen und Tipps für Sie zusammengestellt: 

      UV-Strahlung

      Das Sonnenlicht besteht neben dem sichtbaren Licht und dem Infrarotanteil (Wärme), vor allem aus Ultraviolettstrahlen der Kategorie A und B, besser bekannt als UV-A und UV-B.

      UV-A-Strahlen:

      UV-A-Strahlen sind langwellig (320-400 nm), energieärmer und verantwortlich für die Sofortpigmentierung der Haut, welche aber nicht lange anhält. Das körpereigene Pigment Melanin und die dicke der Haut sind ausschlaggebend wie schnell und langanhaltend die Bräunung ist. Schäden dieser Strahlen  sind Sonnenunverträglichkeit oder Schädigung der Netzhaut, sowie vorzeitige Hautalterung (Altersflecken, Fältchenbildung und Elastizitätsverlust). 

      UV-B-Strahlen:

      UV-B Strahlen sind kurzwellig (280-320 nm), sie haben viel Energie und sind für die langanhaltende Bräunung der Haut zuständig, weil sie die Pigmentbildung der Zellen anregen. Der Farbstoff wird allerdings erst nach 2-4 Tagen sichtbar. Sie sind für den unangenehmen Sonnenbrand verantwortlich, als Spätfolgen können Hautkrebs oder Bindegewebeschäden auftreten.

      Hautbräunung

      Nahezu jeder Mensch reagiert auf Sonnenbestrahlung unterschiedlich - manche werden sehr schnell braun und andere wiederum rot - dieser Umstand ist genetisch festgelegt.

      Die Bräunung der Haut kann folgendermaßen erklärt werden:
      UV-B-Strahlen regen die Pigment bildenden Zellen an, mehr körpereigenes Farbpigment (Melanin) zu bilden - dieser Prozess verläuft sehr langsam und der Farbstoff wird erst nach 2-4 Tagen sichtbar. UV-A-Strahlen hingegen färben bereits in der Haut befindliches Melanin an und sorgen für eine schnelle Bräune.

      Der Hauttyp wird im wesentlichen von 2 Faktoren bestimmt: der Hautdicke und der Hautpigmentierung (Melanin, Keratin). Je dicker und dünkler die Haut und je höher der Melanin- und Keratingehalt der Haut ist, desto weniger wahrscheinlich ist ein Sonnenbrand. 

      Die vier Hauttypen

      In unseren Breiten kann grob zwischen 4 Hauttypen unterschieden werden. Für eine persönliche Hauttypbestimmung wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ärztin oder Ihren ApothekerIn.

      Hauttyp 1:

      Personen mit Hauttyp 1 sind extrem sonnenempfindlich. Sie haben eine helle Haut mit Sommersprossen, rote Haare und helle Augen. Dieser Hauttyp bräunt nie und wird bei direkter Sonneneinstrahlung immer rot. Die Eigenschutzzeit beträgt 5-10 Minuten. 

      Hauttyp 2:

      Dieser Hauttyp ist gekennzeichnet durch helle Haut, blonde Haare und blaue Augen, er bräunt sehr gering und langsam und wird bei direkter Sonneneinstrahlung immer rot. Die Eigenschutzzeit beträgt 10-20 Minuten.

      Hauttyp 3:

      Es handelt sich um Personen mit heller bis hellbrauner Haut, brünettem Haar und dunkelgrauen bis braunen Augen. Er bräunt sehr schnell und wird bei starker Sonneneinstrahlung manchmal rot. Die Eigenschutzzeit beträgt 20-30 Minuten. 

      Hauttyp 4:

      Personen dieses Hauttyps sind sehr sonnenunempfindlich. Sie haben olive bis dunkelbraune Haut, sind dunkelhaarig und besitzen braune Augen. Er bräunt sehr schnell und tief und wird auch bei starker Sonneneinstrahlung niemals rot. Eigenschutzzeit: 30-40 Minuten.

      Der empfohlene Lichtschutzfaktor

      Der Lichtschutzfaktor gibt den Schutz vor dem Sonnenbrand an.

      Produkte mit einem LSF von 6 und 10 haben ein niedriges, von 15, 20 und 25 ein mittleres, von 30 und 50 ein hohes und jene mit 50+ ein sehr hohes Schutzniveau.Das genormte UVA-Logo auf der Verpackung gibt einen quantifizierten Mindest-UVA-Schutz an, der parallel zum UVB-Sonnenschutzfaktor ansteigen muss. Je höher der LSF, desto höher muss auch der UVA-Schutz sein.

      Für Hauttyp 1 und 2 ist zu Beginn des Sonnenbadens einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mind. 30, und für Hauttyp 3 und 4 ein LSF von mindestens 15 zu empfehlen. Der Lichtschutzfaktor kann im Laufe der Sonnengewöhnung reduziert werden.

      Das Eincremen sollte während dem Sonnen, vor allem nach einem Bad, mehrmals wiederholt werden.

      Kinder sollten mit wasserfester Sonnencreme mit einem LSF von 30+ oder besser 50+ eingecremt werden.

      Mittlere und hohe Schutzleistungen werden durch den kombinierten Einsatz von organischen, öl- oder wasserlöslichen (chemischen) und anorganischen unlöslichen (physikalisch) Filtersubstanzen erreicht.

      Liposomale Lotionen sind extrem wasserfest und thermo- sowie photostabil. Liposomaler Sonnenschutz mit DNA-Reparaturenzymen hilft durch Sonnenstrahlen verursachte Hautschäden zu reparieren.

      Ein entsprechendes Schutzniveau ist jedoch nur gewährleistet, wenn ausreichend Sonnenschutzmittel aufgetragen wird (mind. 2mg/cm2). Diese Menge entspricht gut 3 Esslöffeln für eine einmalige Anwendung bei einem Erwachsenen. Der Tagesbedarf einer vierköpfigen Familie würde somit bei nur zweimaliger Anwendung 200 – 250 ml betragen. 

      Zusätzliche Tipps zum Sonnenschutz

      Achten Sie auf die richtige Kleidung, denn Textilien bieten einen guten, wenn auch nicht kompletten Schutz gegen die Sonne (Beachten Sie die 4-H-Regel: Hut, Hose, Hemd, hoher Lichtschutzfaktor). Tragen Sie genügend Sonnenschutz ca. 30 Minuten vor dem Sonnenbaden, auf  und vergessen Sie nicht auch Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern einzucremen. Hinweis: Der Aufenthalt im Schatten schützt empfindliche Haut nicht zwangsweise vor Sonnenbrand, also gilt auch hier: eincremen! Entfernen Sie Kosmetika oder Parfum bevor Sie sich in die Sonne legen. Da wasserfester Sonnenschutz nicht beliebig lange hält und nach dem Abtrocknen Creme verloren geht, empfiehlt sich erneutes Auftragen von Sonnenschutz. Meiden Sie die Mittagssonne (11:00 - 14:00 Uhr) und halten Sie sich bevorzugt im Schatten auf. Cremen Sie sich nach dem Sonnenbad mit einem Aprés-Produkt ein. Sorgen Sie - je nach Schweißverlust - für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von ca. 2- 4 Liter (kein Alkohol).  Säuglinge bis zu einem Jahr dürfen nie der prallen Sonne ausgesetzt werden. 

      Bei Kindern ist zusätzlich darauf zu achten, dass der wasserfeste Sonnenschutz auch speziell für Kinder entwickelt ist und ein Sonnenhut, eine Sonnenbrille vom Fachhandel sowie Schuhe getragen werden (bei Sandalen die Füße immer gut eincremen, da Sonnenbrandgefahr an den freien Stellen besteht). Stark trocknende Sonnencremen mit hohem Alkoholgehalt (Gele) sind für Kinder ungeeignet. Tragen Sie kein Babyöl auf, bevor Sie mit dem Kleinkind ins Freie gehen. Dies macht die zarte Babyhaut noch lichtempfindlicher.

      Einige Medikamente können die Haut noch empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung machen. Dies betrifft in der Selbstmedikation vor allem Johanniskraut-, Arnika- sowie Baldrianpräparate. Fragen Sie dazu Ihre/n Arzt/Ärztin oder ApothekerIn.

      Sorgen Sie für einen Sonnen-/Hautschutz von innen, indem Sie sich ausgewogen ernähren. Vor allem die sogenannten Antioxidantien (Vitamin A bzw. ß-Carotin, E, C sowie die Spurenelemente Selen und Zink) sind für die Reparaturmechanismen der Haut von Bedeutung.

      Die wichtigsten unerwünschten Hautreaktionen

      Zu einem Sonnenstich kann es kommen, wenn man sich zu lange der Sonne aussetzt.

      Symptome: starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, plötzliche Müdigkeit, Ohrensausen sowie Sehstörungen.
      Suchen Sie sofort den Schatten auf, halten Sie den Kopf erhöht und umwickeln sie den Kopf mit feuchten kühlen Tüchern. Trinken Sie genug (z. B. 1 TL Salz auf 1 Liter Wasser oder ein entsprechendes Präparat aus der Apotheke bei Erbrechen zum Ausgleich des Elektrolythaushaltes).
       
      Beim Hitzschlag handelt es sich um einen Wärmestau im Körper - dieser muss nicht direkt der Sonne ausgesetzt gewesen sein.

      Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen sowie trockene, rote und erhitze Haut.

      Die Körpertemperatur kann bis auf 40 °C ansteigen und es kann zu Bewußtlosigkeit, Schock und Kreislaufversagen kommen. Sofortmaßnahmen siehe Sonnenstich. Verständigen Sie eine(n) Arzt/Ärztin.
       

      Sonnenbrand tritt auf, wenn der natürliche Sonnenschutz der Haut noch nicht vollständig aufgebaut ist, nicht genügend Sonnenschutzmittel aufgetragen oder die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wurde.

      Vorbräunen im herkömmlichen Solarium beugt einem Sonnenbrand nicht vor, da dabei zumeist UV-A-Strahlen eingesetzt werden. Kühlen sie die Haut mit Eiswürfeln, Aprés-Creme, Essigsaurer Tonerde oder Topfen- bzw. Joghurtkompressen und meiden Sie bis zur Heilung direkte Sonnenbestrahlung. Jeder Sonnenbrand bedeutet einen massiven Eingriff in die Hautstruktur und kann die Entstehung von Hautkrebs fördern.
       
      Das Melanom (bösartigster Hautkrebs) entwickelt sich meist im Bereich eines bereits bestehenden Muttermales, häufig bedingt durch übermäßig starke Sonnenbelastung bei ungenügendem Sonnenschutz.
      Da Hautkrebs im Frühstadium erkannt, sehr gute Heilungschancen hat, sollten Sie Muttermale auf folgende Warnzeichen hin regelmäßig kontrollieren:
      A (Asymmetrie) = asymetrisches Wachstum,
      B (Begrenzung) = zackige und unregelmäßige Begrenzung,
      C (Colorit) = verschiedene braune und schwarze bzw. rötliche und auch graue Farbtöne,
      D (Durchmesser) = zunehmende Größe. Weiters zu beachten: Juckreiz, Entzündung, Blutung!
       
      Polymorphe Lichtdermatose ("richtige Sonnenallergie") wird durch UV-A-Strahlung hervorgerufen und betrifft vor allem Hautareale, die selten der Sonne ausgesetzt sind wie Dekollete, Nacken und Hals. Es bilden sich kleine juckende Bläschen oder Knötchen bzw. erhabene rote Flecken, welche sich erst nach Stunden/Tagen zurückbilden. Lassen Sie sich bei Ihrem(r) Hautarzt/-ärztin auf Sonnenallergie testen und verwenden Sie Hautschutzmittel für Allergiker (z. B. Gele) aus Ihrer Apotheke.

      Mallorca-Akne entsteht durch Reizung der Haarfolikel, hervorgerufen durch Emulgatoren in Sonnenschutzmitteln.

      Die Photoallergische Reaktion wird durch UV-Bestrahlung eines Allergens (Medikamente, Parfum, chemische Filter, ätherische Öle etc.) ausgelöst und ist charakterisiert durch Hautausschlag oder Nesselsucht.

      Stress

      „Stress“ wird häufig als Synonym verwendet, um auszudrücken, dass man unter Druck steht, sich bedroht oder überfordert fühlt. Stress muss sich nicht immer negativ auf unseren Körper auswirken, kurzzeitiger Stress ist eine ganz normale körperliche Reaktion auf eine Herausforderung und geht mit der Ausschüttung von Stresshormonen einher.

      Diese Hormone beschleunigen den Blutkreislauf, fördern die Hirndurchblutung und reaktivieren körperliche und geistige Kräfte mit dem Ziel, eine Herausforderung oder Bedrohung zu meistern und zu bewältigen.

      Wenn ein Mensch in ständiger Alarmbereitschaft steht und eine Entspannung oder Regeneration seiner psychischen Kräfte nicht möglich ist, wird der Stress zum Distress und hat damit negative, krankheitsauslösende Wirkungen. Diese negative Form des Stress zieht sich durch alle Berufs- und Altersgruppen: Schulstress, Prüfungsstress, Stress durch Doppelbelastung und Arbeits- oder Arbeitsplatzverluststress.

      Negativer Stress kann sich aber auch durch Langeweile, Unterforderung, Arbeitslosigkeit, Zeit- und Termindruck, Lärm, Hektik und vieles mehr ergeben. Solche Stressauslöser nennt man „Stressoren“.Es gibt aber auch Stressoren, die den Organismus positiv beeinflussen.

      Positiver Stress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit des Körpers, ohne ihm zu schaden. Dieser sogenannte Eustress tritt beispielsweise auf, wenn Menschen zu bestimmten Leistungen motiviert sind oder Glücksmomente empfinden. Kurzfristige Auswirkungen von Stressreaktionen sind völlig normal, langfristig kann Stress allerdings zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.Entwickelt sich die Stressreaktion zum Dauerzustand, gerät der Mensch in eine lang andauernde Erschöpfungsphase, hat Probleme beim Meistern des Alltags und fühlt sich permanent überfordert. 

      Klassische Folgeerscheinungen von chronischem Stress sind:

      • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
      • Erschöpfung, Lust- und Antriebslosigkeit
      • Innere Unruhe, Nervosität, Angst
      • Nachlassende Konzentration und Gehirnleistung

      Verhaltenstipps gegen die Folgeerscheinungen von Stress:

      Hören Sie auf Ihren Körper und achten Sie auf eventuelle Anzeichen von aufkommendem Stress. So können Sie dem negativen Stress schon entgegenwirken bevor es gesundheitsschädlich wird.

      1. Tipps gegen Einschlaf- und Durchschlafstörungen

      • Lassen Sie den Tag ausklingen! Als Vorbereitung auf den Schlaf sollte man sich eines regelrechten Schlafrituals bedienen (z.B. Abendessen, Nachrichten im TV, Spazierengehen, Duschen, Zähneputzen, Musik hören, Zubettgehen, einige Minuten lesen und einschlafen). Jeder sollte sich individuell sein eigenes Schlafritual aufbauen und es pflegen.
      • Ins Schlaffenster „hineinhüpfen“. Schlaffenster werden in der Schlafforschung Phasen genannt, in denen man besonders leicht einschlafen kann. Sie sind Teil unseres ganz normalen Biorhythmus. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei vielen Menschen die Schlaffenster v.a. in der zweiten Tageshälfte zum Beispiel von 17-18, 21-22 und 1-2 Uhr liegen. Jeder Mensch kann durch Selbstbeobachtung den Zeitpunkt seines individuellen Schlaffensters finden und dieses dann nutzen.
      • Ausgedehnte Spaziergänge vor dem Schlafengehen sind entspannend und besser als sitzend einen Krimi im Fernsehen zu verfolgen. Wichtig ist das Tempo des Spazierganges. Für jeden Menschen ist ein anderes Tempo beruhigend. 
      • Im Bett nur schlafen. Das Bett sollte nicht für schlaffremde Tätigkeiten genutzt werden (z.B. Fernsehen, Frühstücken, langes Lesen, Telefonieren), da das Bett dadurch die Signalwirkung als Ruhe- und Schlafstätte verliert und zum Stimulator für schlechte Schlafqualität wird.
      • Auf die richtige Atmung kommt es an. Atemübungen haben häufig psychische und physische Entspannung zur Folge. Für einen guten Schlaf ist genügend Sauerstoffzufuhr eine wichtige Voraussetzung. Atemübungen können auch nach dem „Zubettgehen“ angewendet werden. Optimal ist eine Dreitaktatmung: Einatmen, ausatmen, kurze Pause. Am besten bei geschlossenen Augen und auf die Atmung konzentriert, sodass man das Gefühl hat wie auf einer Gartenschaukel zu schwingen. 
      • Nicht zu spät essen. Drei Stunden vor dem Zubettgehen sollten keine größeren Mahlzeiten mehr zu sich genommen werden. Ein voller Bauch ist für einen guten Schlaf nicht förderlich. Das kleine „Betthupferl“ hat allerdings seine Begründung darin, dass Nahrungsmittel wie Milch, Bananen und Schokolade das sog. „L-Tryptophan“ enthalten, ein Stoff, der im Gehirn eine Rolle bei der Schlafregulation spielt. Um allerdings dorthin zu gelangen braucht L-Tryptophan ein Zuckermolekül als „Taxi“ daher z.B. der Honig als Zugabe zur Milch. Wacht man nachts auf, sollte man nichts essen: Regelmäßiges Essen in der Nacht führt innerhalb kurzer Zeit dazu, dass der Körper von selbst nachts wach wird, weil er erwartet „gefüttert“ zu werden.
      • Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig für ein gut funktionierendes Gehirn und somit auch für einen erholsamen Schlaf. Es ist besser nachts den Gang zur Toilette in Kauf zu nehmen als den Körper längere Zeit in flüssigkeitsarmen Zustand zu lassen. Ausgeschlossen sind alkoholische Getränke und ein Übermaß an Reizgetränken (z.B. Tee, Cola, Kaffee), da Koffein eine Wirkungsdauer von bis zu 6 Stunden hat.
      • Sport und Schlaf. Körperliche Bewegung macht müde, wenn man sie regelmäßig betreibt. Optimalerweise sollte Sport etwa 5-6 Stunden vor dem Schlafengehen betrieben werden.
      • Ausgleich von psychischer und körperlicher Müdigkeit. Viele Menschen sind geistig überlastet aber körperlich unterfordert d.h. sie sind geistig übermüdet und körperlich nicht müde genug. Wer abends psychisch erschöpft nach Hause kommt, sollte sich nicht hinlegen oder in einem bequemen Sessel Platz nehmen, sondern durch Bewegung (z.B. Spazierengehen, Laufen, Walken, Radfahren) das Gleichgewicht zwischen geistiger und körperlicher Müdigkeit wiederherstellen.

      Auch Umgebungsfaktoren sind für einen erholsamen Schlaf wichtig:

      • Die Temperatur im Schlafzimmer sollte niedriger liegen als in den anderen Wohnräumen. Die optimale Schlafzimmertemperatur liegt etwa bei 16-18 Grad, kann aber je nach individuellem Empfinden erhöht oder gesenkt werden, da sowohl Frieren als auch Schwitzen den Schlaf beeinträchtigen.
      • Belüftung: Sauerstoff ist wichtig für einen erholsamen Schlaf. Das Schlafzimmer sollte daher gut durchlüftet werden. Mindestens ein Fenster sollten nachts gekippt werden, außer wenn dadurch Zugluft, Abgase oder Lärm ins Schlafzimmer eindringen.
      • Ruhe und Abgeschiedenheit: Das Schlafzimmer sollte der ruhigste Raum in der Wohnung sein.
      • Dunkelheit: Schlafzimmer sollten abgedunkelt sein, da Helligkeit auch wenn die Augen geschlossen sind, als Wachmacher wirkt und auch in der Lage ist, unsere „innere Uhr“ umzustellen. Wenn man in der Nacht aufwacht, sollten man sich aus dem gleichen Grund keinem hellen Licht aussetzen.
      • Liegen: Die Matratze sollte nicht zu weich oder zu hart sein.

      2. Tipps gegen Erschöpfung, Lust- und Antriebslosigkeit

      Akzeptiern Sie Ihre momentane Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Nehmen Sie sich eine Auszeit und versuchen Sie Ihre "Batterien" wieder aufzuladen! Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:

      • Die Arbeit organisieren: Wer sich von einer Fülle von Aufgaben überfordert fühlt, muss Selbstmanagement lernen. Der wichtigste Grundsatz ist die 80%-Regel der Manager: Wenn ich 80% schaffe, ist das genug! Die Aufgaben werden nach ihrer Wichtigkeit erledigt. Wer die Prioritäten nicht im Kopf ordnen kann, schreibt sie sich besser auf. Manchmal schafft man von zehn Punkten nur sechs, aber dann ist das Wichtigste getan. Aufgaben sollten der persönlichen Leistungsfähigkeit angepasst werden. Stellen Sie sich folgende Frage: Wie ist Ihr persönlicher Rhythmus, und wie können Sie Ihren Arbeitstag danach planen? Wenn Sie fit sind, gehen Sie eine schwierige Aufgabe an. Wenn Sie müde sind, erledigen Sie Routinearbeiten. Sortieren Sie falsche Ziele aus. Die Idee von Perfektion funktioniert nicht.
      • Den eigenen Stress-Typ erkennen: Stress empfindet jeder anders. Der Druck, den der eine gut aushält, macht dem anderen zu schaffen. Gefährlich wird es, wenn Stress zum Dauerzustand wird. Das geschieht, wenn eine Aufgabe nicht als positive Herausforderung begriffen wird, sondern als permanente Überforderung. Ist das der Fall, sollte folgendes überprüft werden: Was ist wirklich Ihre Aufgabe? Welche Handlungsalternativen haben Sie , wenn Sie sich unter Druck fühlen? Womöglich müssen Sie nicht immer auf dieselbe frustrierende Weise auf einen Stressfaktor reagieren. Welchen Anspruch stellen Sie selbst an Ihre Arbeit? Hier helfen Grundregeln weiter: Sie können es nicht jedem recht machen und auch nicht immer 100% Leistung erbringen. Hören Sie in Zukunft mehr auf Ihre eigenen Bedürfnisse. 
      • Die Kontrolle behalten: Burnout beginnt immer mit Kontrollverlust. Die Abläufe entgleiten einem. Man hat das Gefühl, keinen Einfluss auf andere und den eigenen Tagesablauf mehr zu haben. Man fühlt sich nur noch als Spielball verschiedener Interessen und Wünsche anderer. Wichtig ist in dieser Situation, die Arbeit und den Alltag genau zu studieren: Was sind Pflichten, die zu erfüllen sind? Wo ist aber auch Spielraum, der selbst gestaltet werden kann?
      • Die eigenen Grenzen erkennen: Niemand kann jeden Tag 16 Stunden lang arbeiten! Vermeiden Sie Vorgaben, die Sie körperlich nicht erfüllen können. Selbst zwölf Stunden Hochleistung am Stück sind unmöglich. Ein häufiger Irrtum ist, aus einer Power-Woche zu schließen, dass das immer so gehen kann. Finden Sie ein gesundes Maß.
      • Freizeit ist Freizeit: Freizeit hat man nicht, die muss man sich nehmen! Auch Pausen muss man sich organisieren. Wenn Sie darauf warten, dass es irgendwann weniger stressig wird, brauchen Sie wahrscheinlich nicht lange warten, bis Sie in den Burnout Prozess hineinschlittern. Schaffen Sie sich Bedingungen, die Entspannung und Ausgleich möglich machen: Finden Sie eine Laufstrecke in der Nähe der Wohnung oder Ihrer Arbeitsstätte! Fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen! Seien Sie kreativ, um sich geistige und seelische Nahrung zu verschaffen!
      • Work –Life- Balance: Hochgradig gefährdet sind grundsätzlich alle, die Anerkennung und Selbstbewusstsein nur noch aus dem Job schöpfen. Alles andere erreicht sie kaum. Wenn diese Menschen sich zugleich als Opfer der Umstände fühlen, dann stimmt etwas nicht. Kommen Hobbys und Familie auf Dauer zu kurz, sollten die Alarmglocken schrillen. Wichtig ist dann eine schonungslose Bestandsaufnahme: Welche Wünsche und Bedürfnisse haben Sie außerhalb der Arbeit? Welche Lebensbereiche kommen zu kurz? Wie schaffen Sie es, Arbeit, Familie, Freunde und Hobbys in eine gesunde Balance zu bringen? Was müssen Sie selber tun?

      3. Tipps gegen Unruhe, Nervosität und Angst

      Akzeptieren Sie die Unruhe für den Augenblick. Nehmen Sie eine kurze Auszeit und verlangen Sie nicht von sich selbst, "cool" und allzeit belastbar sein zu müssen. Verurteilen Sie sich nicht für Ihre Unausgeglichenheit und momentane Unpässlichkeit. Haben Sie Nachsicht mit sich und Ihrem Körper.

      Sie können im Augenblick nicht die Ruhe bewahren. Ihr Körper hat Gründe, weshalb er aus dem Gleichgewicht geraten ist. Vielleicht gab es von außen viele Reize, die ihn in seiner Ruhe gestört haben (berufliche, familiäre Anforderungen, ein schmerzliches Erlebnis). Vielleicht haben Sie ihn auch selbst alarmiert, indem Sie von anderen zu viel erwartet haben und enttäuscht wurden. Vielleicht haben Sie sich aber auch selbst überfordert oder glauben, einer Sache nicht gewachsen zu sein.

       

      • Gehen Sie, sofern es Ihnen möglich ist, aus der Situation, die für Sie stressig ist, und sorgen Sie erst einmal für sich und Ihr Wohlbefinden. Warten Sie nicht, bis ein anderer etwas für Sie tut, helfen Sie sich selbst. Was könnte Ihnen im Augenblick gut tun? Was könnte Ihrem Körper helfen, wieder mehr zur Ruhe zu kommen? Wonach sehnen Sie sich? Was brauchen Sie und Ihr Körper?
      • Ersetzen Sie negative durch positive Phantasien: Ängstliche Gefühle gehen häufig mit unangenehmen Phantasievorstellungen (insbesondere von Gefahrensituationen) einher. Entwickeln Sie alternative „beruhigende“ oder „ablenkende“ Vorstellungen (etwa Gedanken an schöne Urlaube) und rufen Sie sich diese in Erinnerung, sobald Sie verspüren, dass ängstliche Gefühle aufkommen. Machen Sie sich klar, dass Sie sich viele Katastrophengedanken selbst einreden.
      • Leben Sie gesünder: Nehmen Sie weniger Koffein zu sich (Kaffee, Tee, Cola, andere Aufputschmittel), da Koffein den Körper unnötig „in Aufregung versetzt“. Ähnliches gilt auch für das Rauchen, das den Sauerstofftransport im Körper erschwert und damit „Atemnot“ fördert. Verzichten Sie auf Alkohol und andere Suchtmitteln, da deren „Angst verringernde“ Wirkung nur vorübergehend ist und durch Folgen und Nebenwirkungen meist teuer erkauft wird.
      • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik (z.B. progressive Muskelentspannung nach Jakobson, autogenes Training, etc.), mit deren Hilfe Sie Ihre eigene Erregtheit soweit verringern können, dass die Schwelle zur Panik nicht mehr erreicht wird. Lernen Sie, gesund zu atmen (durch die Nase, Bauchatmung, Atemrhythmus mit längerem Aus- als Einatmen). Legen Sie z.B. Ihre Hand auf Ihren Unterbauch und lassen Sie Ihren Atem langsam bis hinunter zu Ihrer Hand fließen. Spüren Sie, wie die Hand sich durch Ihren Atem hebt. Dann lassen Sie den Atem langsam wieder ausströmen. Atmen Sie auf diese Weise so lange, bis Sie sich ruhiger fühlen.Gönnen Sie sich ab und zu eine entspannende Massage oder einen Saunabesuch.
      • Setzen Sie Ihre Energie in Bewegung um: Was könnten Sie tun, das Sie außer Atem bringt und Energie verbraucht? Wie wäre es mit joggen, walken, das Bad schrubben, tanzen, das Treppenhaus rauf- und runter laufen, inlineskaten? Bewegung ist eine der wirksamsten Methoden, Anspannung abzubauen.
      • Legen Sie sich eine schöne Musik auf: Schließen Sie die Augen und widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz der Musik. Störenden Gedanken begegnen Sie am besten mit den Worten: "Jetzt darf ich mich entspannen. Nachher kümmere ich mich um euch."
      • Lachen Sie: Lachen ist eine wunderbare Möglichkeit, körperliche Anspannung abzubauen und zu entspannen. Witze, lustige Geschichten oder Sketches eignen sich hierfür bestens. Nicht umsonst heißt es, dass Lachen die beste Medizin ist.

      4. Tipps gegen nachlassende Konzentration und Gehirnleistung

      Unser Gehirn ist extrem komplex. Daher sind die Methoden, die das Gehirn auf das richtige Leistungsniveau bringen, ebenso komplex. Es reicht nicht, eine spezielle Sorte Obst, Fisch oder gar Fastfood zu sich zu nehmen, um besser denken zu können. Gesunde Ernährung, egal wie umfangreich und abwechslungsreich sie ist, reicht alleine nicht aus. Es gibt einige Tricks, die dem Gehirn helfen, etwas ergiebiger zu funktionieren. Man kann sie in vier miteinander verknüpfte Bereiche untergliedern: Ernährung, Schlaf, Bewegung bzw. Sport und Neues sind die Schlüssel, um das Gehirn auf einem hohen Leistungsniveau zu halten. Denkvermögen, Lernfähigkeit und Kreativität werden dadurch gesteigert. Man profitiert langfristig wenn man diese vier Schlüssel täglich und diszipliniert nutzt:

      • Richtiges Essen für bessere Denkleistung: Um das Gehirn als Denkorgan optimal zu nutzen, muss man es mit genügend Nährstoffen versorgen. Dies geschieht über eine ausgewogene Ernährung (viel Obst und Gemüse, wenig Kaffee, Verzicht auf Alkohol und Nikotin).
      • Ausreichender und erholsamer Schlaf für ein gutes Gedächtnis:
      • Unser Gehirn braucht ausreichend Schlaf. Während eines erholsamen Schlafes wird das neu erworbene Wissen umstrukturiert und verarbeitet. Verzichtet man auf Schlaf, so leidet vor allem die Fähigkeit sich Dinge langfristig zu merken.
      • Reichlich Bewegung und Sport für kreatives Denken: Bewegung und Sport spielen eine entscheidende Rolle wenn man das Gehirn effektiver nutzen möchte. Durch die Bewegung wird das Gehirn nicht nur mit dem für Nervenzellen unerlässlichen Sauerstoff versorgt, Bewegungen bewirkt auch Lernprozesse rund um die Koordination des Körpers. 
      • Immer wieder Neues ausprobieren um starres Denken zu vermeiden: Man sollte täglich Neues ausprobieren, sozusagen neue Wege beschreiten. So kann man nicht in Monotonie verfallen. Wer zum Beispiel täglich einen anderen Weg zur Arbeit, zur Schule oder bei routinemäßigen Besorgungen nimmt, profitiert davon. Es reichen aber auch Kleinigkeiten im Tagesablauf: zum Beispiel sich täglich mit einer anderen Hand die Zähne zu putzen, zu rasieren oder zu kämmen. Das Gehirn lernt dadurch neue Bewegungen kennen und es entstehen neue neuronalen Verbindungen.
      • Gehirntraining: Überkreuzübungen sind förderlich für das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften und verbessern so das Aufnahme- und Leistungsvermögen. Regelmäßiges Training z. B. mit Sudoku, Fehlersuchbildern, Kreuzwort- und Zahlenrätseln hat sehr positive Effekte auf die Gehirnleistung. Auch Autogenes Training, Entspannungstechniken nach Jakobson, Akkupressur und/ oder Yoga unterstützen unser Gehirn bei der Tätigkeit.
      Venen

      Venen, auf deutsch Blutadern, sind Blutgefäße, die das Blut zum Herzen führen. Bei einem erwachsenen Menschen sind das ca. 7000 Liter pro Tag. Da das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen befördert werden muss haben vor allem die Beinvenen besonders schwere Arbeit zu leisten. Wenn die Gefäße nicht mehr richtig funktionieren kann es zu Venenerkrankungen kommen.

      Venenerkrankungen

      1. Besenreiser

      Diese treten meist auf der Außenseite von Ober- und Unterschenkeln oder an der Innenseite des Knies auf. Gesundheitliche Beschwerden sind nicht damit verbunden, optisch sind Besenreiser aber nicht schön.

      2. Venenentzündung:

      Bei der Thrombophlebitis oder Venenentzündung sind die oberflächlichen Venen entzündet und das vor allem im Bereich von Krampfadern. Erkennbar ist diese Entzündung an den typischen Symptomen wie Schwellung, Rötung der Haut und Überwärmung um die betroffenen Region. Tastet man diese Stelle ab, so spürt man einen verhärteten und verdickten Strang, der bei Druckausübung schmerzt.

      3. Krampfadern:

      Die Krampfadern oder Varikose betreffen das oberflächliche Venensystem der Beine und sind als blaugefärbte, knotenförmige Stränge an der Hautoberfläche sichtbar. Dabei kann entweder nur eine Beininnenseite bis hin zur Wade betroffen sein oder es herrscht eine Störung der beiden großen Venenstämme vor. Ein charakteristisches Bild ergeben die vielen kleinen Seitenäste, die von der Stammvene abzweigen.

      Nebenerscheinungen bei Krampfadern sind:

      • Wadenkrämpfe oder stechende Schmerzen.
      • Schweregefühl in den Beinen.
      • Juckreiz.
      • Wasseransammlung (Ödeme) im Knöchelbereich

      Krampfadern können sich während einer Schwangerschaft oder im Alter ausgeprägt entwickeln. Bei hohen Außentemperaturen oder vor Beginn der Menstruation nehmen die Beschwerden oft zu.

      4. Schwere Beine:

      Oft treten die Beschwerden von schweren Beinen auf bevor Krampfadern entstehen. Erste Anzeichen hierfür sind Juckreiz, Wadenkrämpfe oder stechende Schmerzen, Kribbeln im Knöchelbereich oder Wasseransammlungen.

      5. Thrombosen:

      Verschließt sich eine Vene durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) so spricht man von einer Thrombose. Meist sind tiefe Venen im Bereich der Beine betroffen.

      Vorbeugende Maßnahmen:

      • Tragen Sie nicht zu enge Strümpfe und sorgen Sie für ausgiebige Bewegung Ihrer Beine. Legen Sie beispielsweise die Beine öfter hoch und übergießen Sie diese mit kaltem Wasser. Diese Präventionsmaßnahmen trainieren das Venensystem. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen und übermäßiges Übergewicht.
      • Betreiben Sie Ausdauersportarten wie Schwimmen, Reiten, Nordic-Walking, Laufen oder Radfahren oder treiben Sie Venengymnastik. Durch Anspannen von Waden und Oberschenkelmuskeln wird das Blut nach oben gedrückt, weil der natürliche Pump-Mechanismus so trainiert wird.
      • Tragen Sie Stützstrümpfe der Kompressionsklasse 1, die frei im Handel erhältlich sind, um Venenerkrankungen vorzubeugen. Sie müssen allerdings darauf achten, dass die Haut durch den Dauergebrauch von Stützstrümpfen und den damit verbundenen Druck, der auf die Beine ausgeübt wird, nicht an eigener Spannkraft verliert. Deshalb sollten sie in Maßen eingesetzt werden.
      • Venenmittel in Form von Cremes und Salben oder Tabletten können bei schweren Beinen oder Krampfadern helfen. Sie verringern den Eintritt von Flüssigkeit in die geschädigten Venenwände. Dabei gibt es chemische und pflanzliche Wirkstoffe. Informieren Sie sich in Ihrer Apotheke.
      • Verschwinden Schwellungen und Schmerzen nach allen vorbeugenden Maßnahmen nicht ist ein Arzt/Ärztin aufzusuchen. Färbt sich ein Bereich des Beines Blau besteht Verdacht auf einen Gefäßverschluss.
      Verdauungsprobleme

      Die Verdauung findet beim Menschen vor allem im Mund, Magen, Zwölffingerdarm und Dünndarm statt. Die Nährstoffe werden hauptsächlich im Dünndarm und Zwölffingerdarm aufgenommen. Bei der Verdauung kann es aber auch zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall kommen. Lesen Sie hier welche Ursachen dafür verantwortlich sein können und wie eine entsprechende Therapie aussehen kann. 

      1. Blähungen

      Es ist normal etwas Luft im Darm zu haben und diese über den After zu „entlassen“. Die tägliche Gasausscheidung ist individuell verschieden und liegt zwischen 0,5 und 2 Litern. Blähungen, die ohne weitere Beschwerden (z. B. Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit) auftreten, haben keinen Krankheitswert und verschwinden häufig ganz von allein.

      Ursachen für übermäßige Blähungen können sein:

      • Aufnahme von lufthältigen Nahrungsmitteln (Softeis, Sprühsahne, kohlensäurereiche Getränke)
      • Luftschlucken während des Essens (v. a. bei hektischer Nahrungsaufnahme)
      • blähende Lebensmittel wie rohes Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Kaffee sowie Nahrungsmittelzusätze
      • Nahrungsbestandteile wie Frucht- oder Milchzucker
      • zu ballaststoffreiche Ernährung
      • Verdauungsstörungen (Mangel an Verdauungsenzymen, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Galle, Infektionen des Magen-Darm-Traktes, Magenerkrankungen)
      • gestörte Darmflora beispielsweise nach einer Antibiotika-Behandlung sowie
      • Zu langes Sitzen und veränderter Luftdruck bei Flugreisen.

      Was tun bei Blähungen?

      • Treten Blähungen im Zuge von anderen Beschwerden auf (z. B. Reizdarm/Reizmagen, Nahrungsmittelallergie bzw. –unverträglichkeiten, Verstopfung, Herzschwäche, Bauchfellentzündung, Nebenwirkung von Medikamenten) so wird die Grundkrankheit therapiert. Ansonsten helfen Präparate mit Simethicon und/oder Verdauungsenzymen oder Tees mit Kümmel, Anis, Fenchel, Melisse, Kamille und Pfefferminz die Blähungen zu lindern.
      • Bevorzugen Sie  leicht verdauliche Gerichte(z. B. gegartes Gemüse) und meiden Sie Hülsenfrüchte, Kaffe, Vollkornbrot, scharfe Speisen, unreifes Obst oder Gemüse, zu ballaststoffreiches Essen, blähendes Gemüse wie Kohl und Zwiebeln, Rosinen, frisches Brot, Fettgebackenes, Nüsse, kohlensäurehatige Geränke und eiskalte Speisen. 
      • Nehmen Sie das Essen stressfrei ein und achten Sie darauf, dass die Speisen ausreichend gekaut werden. Es ist ratsam mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen.
      • Bewegen Sie sich ausreichend. Bewegung - vom Verdauungsspaziergang bis Ausdauersport - bringt den Darm in Schwung
      • Eine Wärmflasche auf dem Bauch oder Bauchmassagen im Uhrzeigersinn z. B. mit speziellen Ölen aus der Apotheke können Linderung verschaffen.
      • Tragen Sie weite und gemütliche Kleidung.
      • Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn starke Schmerzen oder heftige Krämpfe auftreten, die Ursachen für die Beschwerden unklar sind und lang anhalten, bei Völlegefühl auf nüchternen Magen und wenn Appetitlosigkeit auftritt, die mit großem Gewichtsverlust verbunden ist.

      2. Durchfall (Diarrhoe)

      Per Definition handelt es sich bei Durchfall um die häufige und zu schnelle Entleerung von breiigem bis flüssigem Stuhl, der je nach Ursache auch mit Schleim, Eiter oder Blut vermengt sein kann. Dauert der Durchfall länger als 4 Wochen, so wird er als chronisch bezeichnet.
      Vor allem für Kinder und ältere Menschen kann Durchfall schnell gefährlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit verliert. Kommt dann auch noch Erbrechen dazu, so kann die Situation benensbedrohlich werden. Suchen dann sofort Ihre/n Arzt/Ärztin auf.   

      Diarrhoe kann mehrere Ursachen haben:

      • Virale (z. B. Rotavirus) oder bakterielle Infektionen (z. B. E. Coli, Salmonellen, Shigellen, Listerien, Campylobakter pylorii)
      • Angst, Stress und Nervosität
      • bestimmte Medikamente 
      • Nahrungsmittelallergien oder –unverträglichkeiten
      • Parasiten (z. B. Würmer, Amöbenruhr)
      • Reizdarm
      • übermäßiger Alkoholgenuss
      • übermäßiges Kaugummikauen oder Verzehr anderer zuckerfreier oder mit „Zuckeraustauschstoffen“ versetzter Genussmittel.

      Was tun bei Durchfall?

      Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Manchmal ist es gut ein Medikament umgehend einzunehmen. Manchmal sollte man damit warten, bis Schadstoffe/Keime ausgeschieden wurden. Bei starkem Durchfall ist ein/e Arzt/Ärztin aufzusuchen.

      • Trinken Sie ausreichend und gleichen Sie den Salzverlust z. B durch Elektrolyt-Gemische aus der Apotheke aus. Im Notfall hilft auch  1 Liter abgekochtes Wasser + 5 gestrichene Esslöffel Traubenzucker + 1,5 Teelöffel Kochsalz + 1 Glas 100%iger Fruchtsaft.
      • Trinken Sie bei leichtem Durchfall stilles Wasser und Magen-Darm-Tee 
      • Machen Sie ein Kur mit Medizinischer Kohle. Diese bindet die Schadstoffe und Erreger.
      • Essen Sie "stopfende" Nachrungsmittel, wie rohe, feingeriebene Äpfel (samt Schale), zerdrückte Banane, Reis- oder Haferschleim (mit Salz und eventuell Kümmel gewürzt), gekochte Karotten sowie getrocknete Heidelbeeren. 
      • Vermeiden Sie schwer verdauliche Lebensmittel wie z. B. fettreiche Speisen und Saucen (Pommes, Mayonnaise, Backwaren, Käse), stark gewürzte Gerichte, Geräuchertes, scharf angebratenes Fleisch, hartgekochte Eier, Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, diverse rohe Salate, rohes Stein- oder Kernobst sowie Zucker (Ausnahme: Traubenzucker).
      • Ist der Durchfall vorbei, steigen Sie langsam wieder mit Schonkost ein und steigern Sie jeden Tag die Nahrung bis Sie wieder zur Normalkost zurückkehren.
      • Antibiotika vermindern vor allem Bifidobakterien, Bacteroides- und Laktobazillen. Parallel dazu kommt es meist zu einem Anstieg von Candida-Pilzen. Aus diesem Grund ist es von enormer Bedeutung im Zuge einer Antibiotika-Therapie die Darmflora gleichsam wieder aufzubauen. 

      3. Verstopfung (Obstipation)

      Die Verstopfung ist durch eine zu lange Verweildauer des Stuhls im Darm, eine zu hohe Konsistenz des Stuhls, ein geringes Stuhlvolumen sowie Probleme beim Stuhlgang gekennzeichnet. Die Obstipation ist zumeist begleitet von Blähungen, Kotsteinen, Unwohlsein und Bauchschmerzen.

      Die akute Verstopfung, als deren Ursachen v a. Ernährungsumstellung bei Reisen, Bettlägrigkeit, Beschwerden im Afterbereich (z. B. Dammeinriss, Hämorrhoiden), Darmverschluss, bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen zu nennen sind, tritt plötzlich auf.

      Die chronische Stuhlverstopfung dauert länger als 14 Tage an und die Beschwerden kehren immer wieder. Sie ist in den westlichen Industrieländern sehr weit verbreitet. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

      Als Ursachen sind unter anderem zu nennen:

      • ungenügende Aufnahme von Flüssigkeit und Ballaststoffen
      • mangelnde Bewegung
      • häufige Einnahme von Abführmitteln
      • Unterdrückung des Stuhlganges (z. B. aus Zeitmangel)
      • Magen-Darm-Erkrankungen
      • Schilddrüsenunterfunktion
      • Nierenfunktionsstörungen
      • Multiple Sklerose
      • Parkinsonsche Krankheit
      • fieberhafte Infekte.

      Behandlungsmaßnahmen und Tipps:

      • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit auf.
      • Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit Leinsamen, Weizenkleie, Obst- und Gemüse und Vollwertgetreideprodukten.
      • Meiden Sie stopfende Lebensmittel wie Bananen oder Schokolade.
      • 1-3 Teelöffel Pflaumen- oder Feigenmus täglich sowie 1–2 Esslöffel Weizenkleie morgens unter das Joghurt gemischt, bringen den Darm wieder in Schwung.
      • Milchzucker kann harten Stuhl aufweichen (Achtung: kann auch Blähungen verursachen).
      • Probiotika fördern den Aufbau der Darmflora und verbessern so die Darmtätigkeit.
      • Bewegen Sie sich mehrmals am Tag ausgiebig.
      • Wenden Sie eine Bauchmassage mit Spezialöl an. Kreisen Sie dabei im Urzeigersinn um den Bauchnabel.
      • Gönnen Sie sich Auszeiten und essen Sie bewusst und regelmäßig.
      • Entspannen Sie bei Yoga, autogenem Training oder Mediation.
      • Bei harten Kotballen im Enddarm ist ein Einlauf zu empfehlen.
      • Die Einnahme von Abführmittel bringt nur kurzfristig Erfolg und kann bei Dauergebrauch Folgeschäden verursachen. Nehmen Sie diese nur unter Aufsicht eines Arztes/Ärztin ein.
      • Bei langanhaltenden Beschwerden  oder Blut sowie Schleim auf dem bzw. im Stuhl kontaktieren Sie Ihren Arzt/Ärztin.
      Vitamine

      Vitamine sind für den Körper lebensnotwendig (essentiell), da der menschliche Organismus nicht in der Lage ist, Vitamine selbst bzw. in ausreichender Menge zu produzieren. Sie müssen daher von außen zugeführt werden. Welche hier die wichtigsten sind und in welchen Mengen Sie eingenommen werden sollten, erfahren Sie hier.

      Vitamine sind vor allem für den reibungslosen Ablauf sämtlicher Stoffwechselprozesse, die Energiegewinnung und den Proteinaufbau von großer Bedeutung.

      Es gibt fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Sie unterscheiden sich vor allem in der Aufnahme aus dem Darm und der Speicherung im Körper. So wird  Vitamin E 6-12 Monate gespeichert, bei Vitamin C sind es hingegen nur 2-6 Wochen. Manche können also auf Vorrat aufgenommen werden, sie werden dann bei Bedarf ausgeschüttet. Andere müssen laufend durch die Nahrung oder spezielle Präparate zugeführt werden. Folglich kann z.B. durch eine zu geringe Vitaminzufuhr bei dem einen Vitamin früher und beim anderen später ein Mangel auftreten. 

      1. Fettlösliche Vitamine

      Zu den fettlöslichen Vitaminen, gehören:

      • Vitamin A (Retinol)
      • Vitamin D (Calcitriol)
      • Vitamin E
      • Vitamin K (K1, K2, K3, K4 „Koagulationsvitamine“)

       

      Vitamin A (Retinol)

      Funktionen: Vitamin A ist verantwortlich für Sehprozess, Fortpflanzung, Abwehrsystem des Körpers sowie Aufbau und Regeneration von Haut und Schleimhäuten. (Hinweis: Aus den sogenannten Carotinoiden, z. B. enthalten in Karotten, Tomaten, Paprika, kann Vitamin A im Körper gebildet werden.)

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 0,8-1,0 mg Retinol pro Tag

      Mangelerscheinungen: Nachtblindheit (auch schlechtes Dämmerungssehen), Veränderungen von Haut und Schleimhäuten, erhöhte Infektanfälligkeit, geringere Samenbildung sowie verminderte Plazenta- und Fetusentwicklung. In schweren Fällen führt ein Vitamin-A-Mangel zur Erblindung.

      Überdosierung: Bei langfristiger täglicher Zufuhr von hohen Dosen (> 3,75 mg bei Kindern und >10 mg bei Erwachsenen) konnten Hautveränderungen, Haarverlust, Schwäche, Knochen- und Gelenksschmerzen, Wachstumsstörungen sowie Leberschäden beobachtet werden. Schwangere sollten keinesfalls Mengen über 3 mg (10.000 I.E.) aufnehmen z. B. durch langfristige Einnahme hochdosierter Supplemente oder häufiger Verzehr von Leber.

      Vitamin D (Cholecalciferol)

      Funktionen: Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und dessen Einlagerung in den Knochen; weiters ist es am Abwehrsystem, an der Insulinausschüttung und an der Regelung des Phosphathaushaltes beteiligt. Vitamin D kann unter Mithilfe des UV-Lichtes im Körper selbst produziert werden. Für die Bildung von ausreichend Vitamin D ist ca. 2-3x/Woche eine Sonnenbestrahlung auf Beine und Arme von mind. 15 Min. notwendig.

      Empfohlene Zufuhr: 20 µg Vitamin D pro Tag
       
      Mangelerscheinungen: Ein Mangel begünstigt die Entstehung einer Osteoporose (primäre Calcium- oder Knochenstoffwechselstörung, bei der die Knochenmasse verringert ist, aber die Knochenzusammensetzung unbeeinflusst bleibt). Bei Kindern kann sich bei starkem Mangel die sogenannte Rachitis (eine schwere Mineralisierungsstörung des Skeletts) ausbilden. Bei Erwachsenen kann es zur Erweichung und somit zur stärkeren Verformung der Knochen (= Osteomalazie) kommen.

      Überdosierung: Eine tägliche Zufuhr von bis zu 50µg kann derzeit für Erwachsene als unbedenklich eingestuft werden. Bei einer dauerhaften Einnahme von 95µg /Tag kommt es zu einem Calciumüberschuss im Körper (Hypercalcämie), der sich zunächst unspezifisch durch Erbrechen
      und Schwindel äußert, langfristig jedoch zu Gewebeverkalkungen (v. a. der Niere) führen kann.

      Vitamin E (Tocopherol)

      Funktionen: Vitamin E dient vor allem dem Schutz der Zellen vor aggressiven Sauerstoffteilchen etc., es ist also ein sogenanntes Antioxidans, es ist wichtig für die Funktion des Immunsystem und verhindert das Verklumpen von roten Blutkörperchen.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 12-15 mg Vitamin E pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein Mangel führt zu Funktionsstörungen der Skelettmuskulatur, Schädigung der Nerven und der Leber sowie Beeinträchtigung der Fortpflanzung.
      Mangelgefährdet sind: Früh- und Neugeborene mit geringem Körpergewicht, Menschen mit gastrointestinalen Erkrankungen (Magenresektion, Leberzirrhose, Pankreasinsuffizienz, Enteritis) sowie Personen mit A-ß-Lipoproteinämie.

      Überdosierung: Erwachsene scheinen orale Aufnahmen von 200 - 800 mg/Tag gut zu vertragen; gelegentlich treten Störungen im Magen-Darm-Bereich auf. Bei langfristig hohen Zufuhrmengen kann es zu Störungen in der Blutgerinnung, der Verdauung und der Muskelkraft kommen.

      Vitamin K (K1 = Phyllochinon, K2 = Menachinon)

      Funktionen: Vitamin K ist für die Blutgerinnung von Bedeutung und spielt eine wichtige Rolle bei der Knochenmineralisierung. Vitamin K1 kommt in Pflanzen vor, Vitamin K2 kann im Darm des Menschen selbst hergestellt werden - wie hoch dieser Anteil jedoch ist, ist noch nicht hinreichend geklärt.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 60-80 µg Vitamin K pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein Mangel führt zu Blutungsneigung (verlängerte Blutungszeit),  außerdem kann die Ausbildung einer Osteoporose begünstigt sein. Bei Neugeborenen kann es aufgrund des niedrigen Vitamin-K-Gehaltes der Muttermilch und der geringen Eigensynthese zu einer Unterversorgung kommen. Deshalb erhalten Neugeborene Vitamin K-Tropfen.

      Überdosierung: Thrombosegefahr durch verstärkte Blutgerinnung; vor allem PatientInnen, die Gerinnungshemmer einnehmen, müssen darauf achten nicht zuviel Vitamin K aufzunehmen.

      2. Wasserlösliche Vitamine

      Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören:

      • Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B12
      • Biotin
      • Folsäure
      • Vitamin C

       

      Vitamin B1 (Thiamin)

      Funktionen: Vitamin B1 ist für die Verarbeitung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß notwendig, weiters ist es wichtig für die Nervenfunktion, das Wachstum und den Erhalt von Nerven- und Muskelgewebe.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 1,0-1,3 mg Vitamin B1 pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein leichter Mangel äußert sich zunächst in Schlaf- und Konzentrationsstörungen und kann bei längerem Andauern zu Herz-Kreislauf-Störungen, Muskelkrämpfen oder Depressionen führen. Ein schwerer Mangel ("Beriberi") zeigt sich in neurologischen Störungen, Muskelschwund, Ödemen und Herzinsuffizienz. In Industrieländern sind häufig stark alkoholabhängige Menschen davon betroffen.

      Überdosierung: Beim Menschen wurden selbst bei sehr hohen Dosen (100 - 500 mg) noch keine toxischen Effekte nachgewiesen. 

       

      Vitamin B2 (Riboflavin)

      Funktionen: Vitamin B2 ist für die Energiegewinnung und für den Fettstoffwechsel von Bedeutung; es is am Um- und Abbau von Medikamenten beteiligt und Wichtig für das Wachstum und die Entwicklung von Embryonen und für den Erhalt der Myelinschicht (= Schutzhülle) der Nerven. Es rbeitet eng mit den Vitaminen Folsäure, Niacin, B6 und K zusammen.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 1,2-1,5 mg Vitamin B2 pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein Mangel führt zu ntzündlichen Hautveränderungen, Einrissen in den Mundwinkeln und Wachstumshemmung. In schweren Fällen kommt es zu einer Anämie (Blutarmut).

      Überdosierung: Toxische Effekte des Riboflavins sind für den Menschen nicht bekannt. 

      Vitamin B3 (Niacin)

      Funktionen: Vitamin B3 dient der Energiegewinnung; Weiters ist es wichtig für die Insulinwirkung an den Zellen, Regeneration von Haut, Muskulatur, Nerven und Erbsubstanz sowie Regulierung des Feuchtigkeitsgehaltes der Haut. Niacin kann bei Bedarf auch aus einem Eiweißbestandteil (= Aminosäure Tryptophan) im Körper hergestellt werden.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 13-17 mg Vitamin B3 pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein Mangel führt zu Beginn zu recht unspezifischen Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Die klinischen Manifestationen des Niacinmangels werden mit den drei D´s klassifiziert: Dermatitis - die Haut ist mit dunklen Flecken bedeckt, meist folgt eine Abschuppung und Verhornung (= "Pellagra"), Diarrhöe (Durchfall) und Dementia (Gedächtnisverlust). Ein weiteres Charakteristikum ist die "Himbeerzunge" - die Zunge entzündet sich, schwillt an und wird hochrot.

      Überdosierung:  Ein Überdosierung verursacht Hautausschläge, Übelkeit, Gefäßerweiterung, Hitzegefühl und Leberschädigung. 

      Vitamin B5 (Pantothensäure)

      Funktionen: Vitamin B5 ist für den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel von Bedeutung; weiters ist es wichtig für die Bildung von rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und einem Botenstoff der Nervenzellen (Acetylcholin).

      Emfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 6 mg Vitamin B5 pro Tag
       
      Mangelerscheinungen: Aufgrund der weiten Verbreitung von Pantothensäure kommt ein ernährungsbedingter Mangel nur bei extremer Unterernährung vor.

      Überdosierung: Für den Menschen sind keine toxischen Wirkungen bekannt. 

      Vitamin B6 (Pyridoxin)

      Funktionen: Vitamin B6 spielt vor allem eine zentrale Rolle im Eiweißstoffwechsel, ist aber auch u. a. im Fettstoffwechsel, für die Niacinbildung, die Synthese von Serotonin, Dopamin und Histamin sowie für die Bildung der roten Blutkörperchen von Bedeutung.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 1,2-1,5 mg Vitamin B6 pro Tag

      Mangelerscheinungen: Im Frühstadium kommt es häufig zu Hautveränderungen sowie Mundschleimhautentzündung. Ein ausgeprägter Mangel manifestiert sich u. a. in: Appetitverlust, Durchfall und Erbrechen, Wachstumsstörungen, Blutarmut (Anämie), Entzündungen der Zungen- und Lippenschleimhaut sowie in Krampfzuständen.   Überdosierung: Die Toxizität von Vitamin B6 ist sehr gering.

      Vitamin B12 (Cobalamin)

      Funktionen: Vitamin B12 ist von Bedeutung im Folsäure- und Homocysteinstoffwechsel, ebenso für die Reifung der roten Blutkörperchen sowie für Bildung und Abbau einzelner Eiweißbausteine.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 3,0 mg Vitamin B12 pro Tag

      Mangelerscheinungen: Nahezu alle Zellen des Organismus sind bei einem B12-Mangel betroffen (v. a. das Blut- und Nervensystem sowie die Mund- und Rachenschleimhaut). Der klassische Mangel äußert sich in einer speziellen Form der Blutarmut (perniziöse Anämie), welche sich in Symptomen wie Herzklopfen, Haut- und Schleimhautblässe, Zungenentzündung, Müdigkeit und neurologischen Störungen zeigt.

      Überdosierung: Keine nachteiligen Wirkungen bekannt. 

      Biotin

      Funktionen: Biotin ist wichtig für den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel sowie für Zellwachstum und -teilung.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 30-60 µg Biotin pro Tag

      Mangelerscheinungen: sind äußerst selten: Hautveränderungen und Haarausfall, Mundwinkeleinrisse, Muskelschmerzen, Taubheitsgefühl und Schmerzen in Armen und Beinen, Angstzustände, Depressionen.

      Überdosierung: Keine nachteiligen Wirkungen bekannt. 

      Folsäure

      Funktionen: Folsäure ist von Bedeutung für die Bildung der roten Blutkörperchen sowie der Schleimhautzellen des Urogenitaltraktes, den Abbau von Homocystein und diversen Eiweißbausteinen und für die Synthese der Erbsubstanz. Folsäure ist sehr eng mit dem Stoffwechsel der Vitamine B12 und B6 verknüpft.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 400 µg Folsäure pro Tag

      Mangelerscheinungen: Ein Mangel führt zu Blutarmut (Anämie) und Entzündungen der Zungen- und Lippenschleimhaut; bei Schwangeren kann es zu Missbildungen bzw. einer Fehlgeburt kommen.

      Überdosierung: Bei Gaben von 15 mg/Monat kann es zu Störungen im Magen-Darm-Trakt sowie zu Schlafstörungen kommen. 

      Vitamin C (Ascorbinsäure)

      Funktionen: Vitamin C ist ein Antioxidans, es spielt bei der Vernichtung von sogenannten "freien Radikalen" (aggressiven, zellwandzerstörenden Teilchen) eine wichtige Rolle. Weiters ist es von Bedeutung für die Kollagenbildung (Sehnen und Bänder), die Synthese von Botenstoffen (Adrenalin, Noradrenalin) und der Gallensäure. Die Eisenaufnahme wird durch Vitamin C verbessert und die Abwehrfunktionen des Körpers gesteigert.

      Empfohlene Zufuhr (bei Erwachsenen): 100 mg Vitamin C pro Tag

      Mangelerscheinungen: Die klassische Vitamin-C-Mangelerscheinung ist "Skorbut". Frühe Stadien sind durch Schleimhautblutungen und Schmerzen in den stärker beanspruchten Muskeln gekennzeichnet. Weiters kann es häufiger zu Infekten kommen.

      Überdosierung: Kaum möglich, in Extremfällen kommt es zu Durchfall.

      Unsere Tipps zu Ernährung und Lagerung:

      Beachten Sie folgende Tipps, um möglichst viele Vitamine mit der Nahrung aufnehmen zu können: 

      Ausgewogene Ernährung

      Ernähren Sie sich ausgewogen, um genügend Vitamine mit dem Essen aufzunehmen. Das bedeutet täglich 5 x Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte und ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2,5 Liter). Außerdem sollten Sie nicht mehr als 2-3 Mal pro Woche Fleisch essen, sondern auch mit Meeresfisch und Hülsenfrüchten für Abwechslung sorgen. Gegebenenfalls ist auch eine Nahrungsergänzung, die Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker absprechen können, sinnvoll. Das betrifft vor allem Kinder oder ältere Menschen, Schwangere oder Stillende, oder Menschen die unterernährt sind oder nur sehr einseitig essen.

      Um die fettlöslichen Vitamine (z.B. Vitamin A aus dem frisch gepressten Karottensaft) gut aufnehmen zu könenn, benötigt der Körper eine geringe Menge an Fett. Fügen Sie deshalb dem Saft ein bis zwei Tropfen Öl (z.B. Maiskeimöl, welches zudem noch viel Vitamin E enthält) hinzu oder essen Sie gleichzeitig ein Brot mit etwas fetthaltiger Auflage (Butter, Margarine, diverse Aufstriche). 

      Gemüse und Obst richtig einkaufen und aufbewahren

      Kaufen Sie möglichst frische Lebensmittel und verarbeiten Sie diese so rasch und schonend wie möglich. Die meisten Vitamine sind empfindlich gegenüber Hitze, Sauerstoff und Licht, weiters können sie durch Wasser ausgelaugt werden.

      Obst und Gemüse gehören in das dafür vorgesehene Gemüsefach - achten Sie auf die richtige Temperatureinstellung Ihres Kühlschrankes. Kartoffeln, Südfrüchte und Gurken hingegen sollten nicht kälter als 5 – 10° C gelagert werden, da sie empfindlich auf Kälte reagieren.

      Waschen Sie Obst und Gemüse stets gut bevor sie es zubereiten und entfernen Sie nur Bestandteile, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Die meisten Vitamine stecken nämlich direkt unter der Schale.

      Salatgemüse sollte, damit nur wenige Vitamine verloren gehen, gleich nach der Verarbeitung (waschen, putzen, schneiden oder reißen) mit Zitrone oder Essig mariniert und baldigst konsumiert werden. 

      Einfrieren und Auftauen

      Bedingt durch die rasche Verarbeitung enthält Tiefkühlware häufig mehr Vitamine als frisches Obst bzw. Gemüse. Es müssen aber unbedingt die Angaben des Herstellers (z.B. Lagertemperatur unter -18°C) beachtet und die Kühlkette eingehalten werden.

      Wenn Sie frisches Obst und Gemüse zu Hause einfrieren wollen, so sollten Sie dieses zwecks Farb- und Vitaminerhaltung vorher kurz mit heißem Wasser übergießen (blanchieren). 

      Beeinflussung der Vitaminaufnahme

      Alkohol, Nikotin und Koffein können die Aufnahme von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen vermindern - schränken Sie deshalb den Konsum dieser "Genussmittel" ein.
      Beachten Sie, dass auch Medikamente den Vitaminstatus beeinflussen können. 

      Wie kann ein Mangel festgestellt werden?

      Durch einen Blut- oder Urintest kann festgestellt werden, welche Vitamine Ihrem Körper fehlen und deshalb zugeführt werden sollen. Diverse Labors bieten einen solchen kostenpflichtigen Test an. Wissen Sie dann welche Vitamine Ihnen fehlen, helfen wir Ihnen gerne bei der Wahl des richtigen Nahrungsergänzungsmittels weiter.

      Öffnungszeiten & Kontakt

      Montag - Freitag: 8-18 Uhr
                   Samstag: 8-12 Uhr

      +43 662 45 65 55

      Anfahrt

      Aktuelles

      Sie sind weit verbreitet und äußerst unangenehm - zuerst kribbelt es, dann spannt es und schon ist sie da: die Fieberblase - auch Lippenherpes...

      mehr

      Arterin enthält 10 mg Monacolin K, den Hauptwirkstoff des Roten Reismehl

      mehr

      Die erste Non-Stop-Liftingpflege auf 3 Zeitebenen für mehr Straffheit und weniger Falten von morgens bis abends.

      mehr