Das Protein LpPLA2 schützt bereits in der Plazenta das Ungeborene vor den Folgen einer Diabeteserkrankung.

Etwa 5 % aller Schwangeren in Europa sind von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) betroffen. Diese Erkrankung hat Auswirkungen auf das spätere Leben von Mutter und Kind, da sie bei beiden das Risiko erhöht, im späteren Leben an Diabetes mellitus des Typs 2 oder anderen Störungen des Stoffwechsels zu erkranken. Wissenschaftler haben nun ein Protein untersucht, das die Plazenta und das Ungeborene möglicherweise bei Gestationsdiabetes schützt und pathologischen Veränderungen entgegensteuert. Das Protein LpPLA2 ist bei Erkrankungen wie Arteriosklerose bereits gut untersucht. Es zeigte sich, dass Zellen von diabetischen Plazenten mehr LpPLA2-Enzymaktivität aufwiesen. Interessant zu beobachten war dabei, dass im Blut der Neugeborenen von diabetischen Schwangeren die LpPLA2-Aktivität erhöht war. Man vermutet nun, dass LpPLA2 möglicherweise die Gefäße in der Plazenta und im Kind vor pathologischen Veränderungen, wie sie bei Diabetes oft vorkommen, schützt. Ob sich diese Erkenntnisse auch auf Erwachsene, beispielsweise Diabetiker mit Gefäßerkrankungen oder Arteriosklerosepatienten, übertragen lassen, ist noch ungeklärt.